Wappnen Sie sich gegen die hungrigen Krabbler
Ein sicherer Schutz vor Zecken existiert nicht. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, Stichen vorzubeugen. Und das lohnt sich nicht nur im Hinblick auf FSME. Denn die "Minivampire" übertragen – sogar wesentlich häufiger als FSME – die bakterielle Lyme-Borreliose. Hier besteht eine Infektionsgefahr in ganz Deutschland, nicht nur in bestimmten Risikogebieten. Was auf die Lyme-Borreliose hindeutet und wie sie behandelt wird, erfahren Sie im entsprechenden Text.
Vor Zecken schützen – das hilft:
- Bei Ausflügen in die Natur sollte die Kleidung die Haut möglichst vollständig bedecken, die Hosenbeine – wenn machbar – in die Schuhe gesteckt werden.
- Helle Kleidung ist günstiger, denn darauf sieht man die Zecken besser.
- Bevorzugen Sie glatte Stoffe, daran können sich die Winzlinge schwerer festhalten.
- Am Waldrand, im Wald und auf Wiesen sollten Sie nicht mit offenen Schuhen oder barfuß laufen.
- Insektenabwehrmittel können auf freie Hautpartien aufgetragen werden. Sie bieten für etwa zwei bis drei Stunden einen gewissen Schutz. Lassen Sie sich in der Apotheke beraten, welche Produkte am besten für Sie geeignet sind. Nicht zu häufig und nicht bei Säuglingen anwenden!
- Nach einem Ausflug Haut und Kleidung sorgfältig nach Zecken absuchen.
- Ein Haustier, dass sich viel im Freien aufhält, sollte ebenso abgesucht werden, denn oft hängen die Zecken nur im Fell und können so leicht auf den Menschen übergehen. Kontakt zu Wildtieren als potenzielle Zeckenträger (Igel, bei Jägern Kontakt zu Wild) sollte vermieden werden.
Zecken entfernen – so geht’s:
- Nicht lange Zeit lassen, sondern die Zecke möglichst bald entfernen. Denn für die Übertragung von Lyme-Borreliose gilt: Je länger die Zecke festgesaugt bleibt, desto größer das Infektionsrisiko.
- Vergessen Sie zweifelhafte "Hausmittelchen"! Auf keinen Fall Öl, Nagellack, Klebstoff oder dergleichen auf die Zecke träufeln – das erhöht nur die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihren Speichel in die Wunde abgibt (und mit ihm womöglich Krankheitserreger).
- Die Zecke mit einer feinen Splitterpinzette knapp über der Haut greifen und langsam herausziehen. Nicht drehen! Die Zecke sollte möglichst nicht gequetscht werden, weil sie sonst erst recht Erreger in die Wunde abgibt.
- Die Einstichstelle mit einem Wunddesinfektionsmittel desinfizieren.
- Was tun, wenn der Kopf der Zecke abreißt und stecken bleibt? Am besten gut beobachten, ob sich die Stelle entzündet. Falls ja, auf jeden Fall zum Arzt gehen – sind Kinder betroffen, dann lieber früher als später. Bei jeder Wunde sollte auch der Tetanusschutz überprüft werden.
- Wichtig ist, dass Sie die Stichstelle noch einige Monate beobachten. Sollte dort eine Rötung auftreten, die sich ausbreitet, könnte das ein Hinweis auf eine Lyme-Borreliose sein und sollte unbedingt vom Arzt abgeklärt werden. Mehr zu dieser Krankheit finden Sie hier im Ratgeber Borreliose.