Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die FSME-Impfung allen Personen, die sich in FSME-Risikogebieten aufhalten. Einen Überblick über die aktuellen Risikogebiete in Deutschland zeigt die Karte im Kapitel "Ursachen und Risikofaktoren". Eine Impfung ist außerdem bei Reisen in Risikogebiete (auch im Ausland) sinnvoll. Kinder können ab dem vollendeten ersten Lebensjahr geimpft werden. Ob die Impfung im individuellen Fall ratsam ist, ob etwas dagegen spricht, und welche Nebenwirkungen auftreten können, sollte ausführlich mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Die meisten Kassen zahlen die Impfung – am besten vorher erkundigen.
Aktive Impfung
Der Impfstoff enthält inaktivierte FSME-Viren, die sich nicht mehr vermehren können. Er wird in einen Muskel (zum Beispiel am Oberarm) gespritzt. Es handelt sich um eine sogenannte aktive Impfung, das bedeutet: Der Körper muss selbst aktiv werden und gegen den Impfstoff Antikörper bilden – sie schützen ihn dann bei einem Kontakt mit dem "echten" Erreger. Bei einer passiven Immunisierung – die meist als eine Art "Notfallmaßnahme" erfolgt – werden fertige Antikörper verabreicht. Letztere schützen aber nur kurze Zeit. Der Organismus baut keinen eigenen Immunschutz auf. Eine passive Immunisierung kam vor vielen Jahren auch gegen FSME zum Einsatz (beispielsweise nach einem Zeckenstich). Sie wird jedoch schon länger nicht mehr empfohlen und ist in Deutschland auch nicht mehr erhältlich.
Für einen vollständigen aktiven Impfschutz sind drei Termine nötig: Bei dieser Grundimmunisierung erfolgen die ersten beiden Impfungen im Abstand von ein bis drei Monaten. Zwei Wochen nach der zweiten Impfung ist der Körper bereits ganz gut gegen das Virus gewappnet. Um die Immunisierung abzuschließen, sollte aber noch eine dritte Impfung nach neun bis zwölf Monaten stattfinden. Der Schutz besteht dann für mindestens drei Jahre. Nach drei bis fünf Jahren ist eine Auffrischung ratsam. Wichtig: Menschen über 50 Jahre sollten die Impfung bereits nach drei Jahren auffrischen lassen!
Schnellimmunisierung
Wer es sehr eilig hat (weil er zum Beispiel kurzfristig eine Reise plant), für den gibt es auch eine Schnellimmunisierung: Es wird insgesamt dreimal geimpft ähnlich wie bei der Grundimmunisierung. Die zweite Impfung wird aber bereits eine Woche nach der ersten fällig, die dritte Impfung zwei Wochen nach der zweiten. Dann besteht ein vollständiger Impfschutz. Eine Auffrischimpfung sollte dann aber bereits nach 12 bis 18 Monaten erfolgen.
www.apotheken-umschau.de / Dr. Bößenecker;
30.03.2009, aktualisiert am 04.05.2011
Bildnachweis: W&B/Winfried Fischer
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