Anmelden | Registrieren
Drucken

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME):
Diagnose

Die Krankheit ist nicht immer leicht zu erkennen. Arztgespräch, köperliche Untersuchung und Blutuntersuchungen liefern Hinweise


Der Arzt erkundigt sich unter anderem nach den Symptomen und fragt, ob ob ein Zeckenstich bemerkt wurde. Manchmal ergeben sich dann schon Hinweise auf FSME

Im Gespräch erkundigt sich der Arzt vor allem nach den genauen Beschwerden, nach Zeckenstichen in der jüngeren Vergangenheit und Aufenthalten in FSME-Risikogebieten. Oft ergibt sich daraus bereits der Verdacht auf eine FSME. Es folgt die genaue körperliche Untersuchung mit besonderem Augenmerk auf neurologische Auffälligkeiten.

Die Blutuntersuchung liefert meistens allgemeine Hinweise auf eine Entzündung. Außerdem kann das Blut auf FSME-spezifische Antikörper (= körpereigene Abwehrstoffe) oder typische Mengenverschiebungen bei den einzelnen Antikörpergruppen überprüft werden. Am Beginn der Krankheit lässt sich das Virus im Blut auch direkt nachweisen – was aber aufwändiger ist und in der Regel nur in Ausnahmefällen erfolgt.


Die genannten Untersuchungen sind auch an Gehirnwasser möglich, das – falls nötig – durch einen kleinen Einstich in den Rückenmarkskanal (eine Lumbalpunktion) gewonnen wird. Im Gehirnwasser finden sich außerdem allgemeine Hinweise auf eine Entzündung.

Bei einem schweren Verlauf oder unklarer Diagnose ist eventuell eine Kernspintomographie sinnvoll. Das bildgebende Verfahren arbeitet mit starken Magnetfeldern statt mit Röntgenstrahlen und liefert zum Beispiel Hinweise auf Veränderungen im Gehirn.

Der Nachweis einer FSME-Erkrankung ist seit 2001 meldepflichtig. Das bedeutet, der Arzt informiert das zuständige Gesundheitsamt über den Krankheitsfall.

Manche Firmen bieten an, eingesandte tote Zecken auf FSME-Erbsubstanz zu überprüfen. Experten raten von solchen Angeboten jedoch eher ab. Dass in einer Zecke Erreger enthalten sind, heißt noch nicht, dass eine Infektion stattgefunden haben muss. Insofern hilft die Information bei der Diagnose nicht unbedingt weiter. Die Untersuchung wird nicht von den Krankenkassen bezahlt.



  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6
  7. 7

www.apotheken-umschau.de / Dr. Bößenecker; 30.03.2009, aktualisiert am 04.05.2011
Bildnachweis: Brand X Pictures/RYF

Artikel zum Thema

Achtung, Zecken:

FSME-Risikogebiete in Deutschland

Zecken können FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) übertragen. Einen Überblick über die aktuellen FSME-Risikogebiete in Deutschland bietet diese Karte »

Lyme-Borreliose

Die Lyme-Borreliose wird in der Regel von Zecken übertragen. Typisches Frühsymptom ist eine Rötung an der Stichstelle, die sich langsam ausbreitet (Wanderröte). Sie kann aber auch fehlen. Mehr zu Diagnose und Therapie. Außerdem: So schützen Sie sich vor Zeckenstichen »

Zecken: Blutsauger mit Risikopotenzial

Zecken können Borreliose oder FSME übertragen. Doch über die kleinen Vampire kursieren auch jede Menge Gerüchte. Wir klären auf »

Quiz: Was wissen Sie über Zecken?

Wo lauern die kleinen Spinnentiere auf ihre Opfer und welche Krankheiten können sie übertragen? Hier können Sie Ihr Wissen testen »

Der große Körpercheck

Testen Sie sich online

Depressions-Risiko, Schlafapnoe-Gefahr, Venen-Test – überprüfen Sie hier interaktiv Ihren Körper in Sachen Gesundheit »

Vorsorge-Rechner

Welche Vorsorgeuntersuchung steht Ihnen zu? Unser Online-Rechner sagt es Ihnen »

Experten-Sprechstunde

Wollen Sie mehr zu einem Gesundheitsproblem wissen? Hier finden Sie Informationen aus erster Hand »

Symptome

Geschwollene Beine, Kribbeln, Lymphknoten am Hals? Erfahren Sie mehr über Krankheitszeichen »

Laborwerte

Von CRP über TSH bis PSA – Labormedizin von A bis Z. Was die Werte über den Zustand des Körpers aussagen »

Diagnose-Verfahren

EKG, CT, MRT: Was verbirgt sich hinter solchen Kürzeln? Medizinische Untersuchungen einfach erklärt »

Therapien

Von Chemotherapie über Logopädie bis Akupunktur: Wichtige Behandlungsverfahren im Überblick »

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages

Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
BABY und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung