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Kälteschäden, Erfrierungen

Wie Sie bei oberflächlichen und tiefen Erfrierungen richtig reagieren. Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einer Unterkühlung sinnvoll sind

Die Haut färbt sich ganz hell, das Tastempfinden geht verloren, und Sie spüren Schmerzen, die allmählich stärker werden. Bei diesen Symptomen heißt es schnell handeln, um die Haut vor Schaden zu bewahren, denn so kündigt sich eine Erfrierung an. Die Gefahr besteht nicht nur auf der Polarexpedition. Schon der eisige Wind bei einer längeren Skitour kann zu leichteren Erfrierungen führen. Das gilt vor allem, wenn zu enge Kleidung und Schuhe die Durchblutung behindern. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sollten Sie vor allem Ohren, Nase und Hände warm halten. Hier, wo die schützende Muskulatur fehlt, erfriert die Haut besonders leicht.

Verschiedene Schweregrade

Während leichte Erfrierungen bei richtiger Behandlung keine Schäden hinterlassen, bleibt bei schweren Erfrierungen im schlimmsten Fall nur die Amputation der betroffenen Gliedmaßen. Erfrierungen können auch Narben oder eine gesteigerte Kälteempfindlichkeit hinterlassen.

  • Bei der Erfrierung ersten Grades sind noch keine bleibenden Schäden zu befürchten. Die Haut erholt sich nach dem Erwärmen sehr schnell wieder.
  • Bei einer Erfrierung zweiten Grades bilden sich Blasen, nach dem Wiedererwärmen können Schäden wie eine erhöhte Kälteempfindlichkeit der Haut zurückbleiben.
  • Bei einer Erfrierung dritten Grades stirbt Gewebe ab. Die erstarrten Körperteile werden blauschwarz, hart und unempfindlich. Am Übergang zum gesunden Gewebe entsteht eine Entzündung, und das abgestorbene Gewebe wird abgestoßen. Erstaunlicherweise tut dies oft nicht einmal sonderlich weh.

 

Oberflächliche Erfrierungen

Anzeichen: Taubheitsgefühl, hellrötliche bis weißgraue Haut, Kribbeln und Schmerzen unter Wärmeeinwirkung.

Erste Hilfe: Betroffene Körperteile an andere, warme Körperteile anlegen. Ohren zum Beispiel mit den Händen bedecken (selbst oder ein Helfer), Hände in die Achselhöhlen legen. Nie zu schnell wiedererwärmen, beispielsweise durch heiße Bäder. Nicht mit Schnee abreiben.

Tiefe Erfrierungen

Anzeichen: Die Haut ist weißgrau bis bläulich und eiskalt. Körperteile sind bei Betasten gefühllos, sie sind hartgefroren und brüchig.

Erste Hilfe: Erwärmen des Körperstamms durch warme Getränke, Decken und Kleidung. Erfrorene Gliedmaßen dürfen nicht berührt, bewegt, gedrückt oder belastet werden. Nach Möglichkeit keimarm abdecken. Möglichst Rettungsdienst oder Hubschraubertransport anfordern. Liegen gleichzeitig eine Erfrierung und eine Unterkühlung vor, ist die Unterkühlung zuerst zu behandeln.

Unterkühlung

Bei Kälteeinwirkung versucht der Körper, durch Muskelzittern die Wärmeproduktion zu erhöhen.

Leichte Unterkühlung

Anzeichen: Absinken der Körperkerntemperatur auf 36 bis 34°C. Schwächegefühl, Kälte, Müdigkeit, unkoordinierte Bewegungen, das Kältezittern verschwindet.

Erste Hilfe: Weitere Auskühlung vermeiden. Mit Decken und warmer Kleidung für Wiedererwärmung sorgen. Heiße, zuckerhaltige Getränke, aber keinen Alkohol geben.

Schwere Unterkühlung

Anzeichen: Ab einer Körpertemperatur von ca. 33°C kommt es zu Bewusstseinsstörungen, ab Temperaturen von 30°C zur Bewusstlosigkeit, Puls und Atmung sind schwach und verlangsamt. Tiefere Temperaturen ab ca. 27°C führen zu Atem- und Kreislaufstillstand, die ohne Behandlung tödlich sind.

Erste Hilfe: Weitere Auskühlung vermeiden. Mit Decken und ähnlichem für Wiedererwärmung sorgen. Den Betroffenen am Einschlafen hindern. Möglichst nicht bewegen, nicht massieren. Notruf, eventuell Hubschraubertransport. Liegen gleichzeitig eine Erfrierung und eine Unterkühlung vor, ist die Unterkühlung zuerst zu behandeln.

Vorsicht: Tödlich kann es sein, einem unterkühlten Menschen Alkohol einzuflößen. Die Gefäße in Händen und Füßen erweitern sich, das letzte warme Blut strömt aus dem Körperkern in die Gliedmaßen, so dass sich die Unterkühlung verstärkt.



www.apotheken-umschau.de; 05.08.2005, aktualisiert am 22.11.2011

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