Vitamin C bekommen wir aus der Orange. Vitamin B aus der Banane. Und woher kommt das Vitamin D? Das schenkt uns die Sonne. Jedenfalls indirekt. Die UV-Strahlen lösen in der Haut einen Mechanismus aus, an dessen Ende Vitamin D entsteht. Dafür müssen wir uns nur regelmäßig und für kurze Zeitabschnitte besonnen lassen. Das ist ja einfach!
Kann etwas, das man auf so nette Art und Weise bekommt, auch noch nützlich, gesund und wichtig sein? Die Antwort lautet: Ja, sogar sehr! Vitamin D ist an diversen Vorgängen unseres Körpers beteiligt und absolut lebensnotwendig. Was dieser potente Stoff alles kann, haben wir einmal für Sie zusammengefasst.
Ein Vitamin D-Mangel gilt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Anschaulich wird dieser Zusammenhang, wenn man bedenkt, dass Herzerkrankungen im Winter, in nördlichen Ländern und in Städten besonders häufig auftreten. In dieser Region und zu dieser Zeit tanken die Menschen am wenigsten Sonnenlicht.
Vitamin D schützt die insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse. Außerdem steigert es die Insulinempfindlichkeit. Mit Hilfe von Vitamin D kann also der Zucker viel schneller aus dem Blut in die Zellen transportiert werden. Ingesamt mindert es so das Risiko, an Diabetes zu erkranken.
Menschen mit einem hohen Spiegel an Vitamin D können sich besser konzentrieren, sind aufmerksamer und zeigen eine bessere Verarbeitungsgeschwindigkeit als Mangelpatienten. Zu diesem Schluss kommen Forscher der britischen Universität Manchester, die in einer europaweiten Studie 3000 Männer im Alter zwischen 40 und 79 Jahren untersucht hatten.
Zusammen mit Kalzium spielt Vitamin D eine Schlüsselrolle im Stoffwechsel unserer Knochen, insbesondere beim Aufbau neuer Knochenmasse. Folglich kann ein Mangel an dem Vitamin die Gefahr für Osteoporose und damit Knochenbrüchen verstärken.
Menschen mit niedrigen Vitamin D-Spiegel haben ein erhöhtes Risiko, sich eine Erkältung einzufangen. Das Vitamin wirkt sich schützend auf das Immunsystem aus. Außerdem schützt uns das Vitamin vor Infektionserregern wie zum Beispiel dem Tuberkulose-Bakterium.
Auch in unserem Gehirn konnten Forscher Vitamin D-Rezeptoren finden. Und zwar am Hypothalamus, einer Region die Einfluss auf unsere Stimmung nimmt. Dockt das Vitamin an, steigt die Stimmung. Sogar Depressionen können mit Hilfe einer Vitamin D-Gabe gemildert werden.
Bestimmte Krebs-Erkrankungen scheinen in Zusammenhang mit einem Vitamin-D-Mangel zu stehen. Das Vitamin wirkt vermutlich der Entartung von Zellen und damit der Entstehung von Tumoren entgegen. Das scheint vor allem für Dickdarmkrebs zu gelten, möglicherweise auch für Brustkrebs. Die Erkenntnisse hierzu sind aber noch nicht ausreichend.
75 bis 90 Prozent des Vitamin D-Bedarfs synthetisiert unser Körper mit Hilfe der Sonne selber. Daher zählt Vitamin D auch nicht zu den klassischen Vitaminen. Nur die restlichen 10 bis 25 Prozent decken wir über die Ernährung ab. Besonders reich an der Substanz sind verschiedene Fischsorten, beispielsweise Aal, Lachs, Forelle oder Hering.
Doch so wichtig die Sonne auch für die Vitamin D-Produktion ist, Sie müssen Ihre Haut bei jedem längeren Sonnenbad vor der gefährlichen Strahlung schützen. Für die Herstellung des Vitamins reichen die Strahlen aus, die Gesicht und Arme im Alltag sowieso abbekommen. Ärmel hochkrempeln in der sonnigen Mittagspause kann natürlich nicht schaden.
Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de;
07.07.2010
Bildnachweis: Thinkstock/iStockphoto
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