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Vorratsschädlinge
Invasion der Vielfraße

In vielen deutschen Haushalten tummeln sich ungebetene Gäste: Käfer, Motten und Milben. Wie Sie ihre Lebensmittel vor gefräßigem Eindringen schützen, und wie Sie das lästige Krabbelvolk wieder loswerden können.


Bewahren Sie Ihre Vorräte gut verschlossen auf. Dann haben Schädlinge keine Chance

In den vergangenen Jahren hat in Deutschland der Befall mit Vorratsschädlingen zugenommen, so der Informations- und Auswertungsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (aid).

Fast nichts ist vor den gefräßigen Tierchen sicher
Außer Salz, Zucker und reinen Fetten ist praktisch kein Lebensmittel vor Schädlingen sicher. Besonders häufig werden Getreide und Getreideprodukte wie Brot und Backwaren befallen. Sehr beliebt sind aber auch Nüsse, Rosinen und Trockenobst, die oft monatelang in Schränken lagern: Ein Paradies für Vorratsschädlinge, die sich noch dazu ungehindert vermehren können. Ein einziges Schinkenkäferweibchen etwa kann bis zu 2000 Eier ablegen.


Viele der gefräßigen Tierchen beschränken sich nicht auf ein Lebensmittel. Der Brotkäfer zum Beispiel verzehrt neben Backwaren auch Suppenwürfel, Schokolade und Tiernahrung. Gelegentlich steht ihm der Sinn sogar nach scharfen Gewürzen wie Chili. Da der Brotkäfer gut fliegt, ist der Ausgangsort des Befalls mitunter schwer auszumachen. Einige Larven machen noch nicht mal vor der Wohnungseinrichtung halt: Mehlkäferlarven bohren ihre Löcher auch in Holz.

Einfach in den Abfall werfen bringt’s nicht
Der Fraßschaden ist jedoch nicht das einzige Problem: Spinnfäden, Kot und Häutungsreste können Hautreizungen, Bindehautentzündung, Darmerkrankungen, Beschwerden der Atmungsorgane oder Allergien auslösen. Die Ausscheidungen machen Lebensmittel ungenießbar. Vorsicht ist geboten, wenn das Müsli komisch riecht oder die Marmelade plötzlich bitter schmeckt.

 

Befallene Lebensmittel sollten Sie sofort beseitigen. Einsaugen mit Staubsauger oder loses Wegwerfen in den Abfall wird den Spuk jedoch noch nicht beenden. Mitunter tun Sie den Tierchen damit sogar einen Gefallen: Im Abfall finden sie oft geradezu ideale Fortpflanzungsbedingungen. Verpacken Sie das befallene Produkt deshalb besser luftdicht in Plastiktüten, bevor Sie es wegwerfen. Wichtig ist, dass keine Reste in Ihrer Wohnung zurückbleiben.


Treiben Motte & Co. in Ihrer Küche trotz aller Hygienemaßnahmen weiterhin ihr Unwesen, dann werfen Sie doch einmal einen Blick in die Blumentöpfe und Pflanzkästen in Ihrer Wohnung: Einige Vorratsschädlinge legen ihre Eier in Pflanzenerde ab. Tragen Sie deshalb die obersten drei Zentimeter ab und entsorgen Sie – natürlich ebenfalls in luftdichter Verpackung – in den Müll.

Wann Sie professionelle Hilfe brauchen
Normalerweise reicht das konsequente Entfernen befallener Lebensmittel, um der Plage Einhalt zu gebieten. Geht der Befall über ein „normales“ Maß hinaus oder wird er zum Dauerzustand, brauchen Sie professionelle Hilfe. Verwenden Sie Substanzen zur Insektenvernichtung, so lesen Sie vorher sorgfältig die Gebrauchsanweisung.


Ansprechpartner zum Thema Schädlingsbekämpfung sind unter anderem die örtlichen Gesundheitsämter oder der
Deutsche Schädlingsbekämpfer-Verband e.V.
Rodenstock  Haus,  Jägerstraße 26
45127  Essen
Telefon: 02 01 / 82 18 5-0




Apotheken Umschau; 05.08.2005, aktualisiert am 28.06.2010
Bildnachweis: PhotoDisc/RYF

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