Wer in der Stadt wohnt und Woche für Woche schwere Mineralwasserkästen nach Hause in den fünften Stock schleppen muss, weiß den Nutzen von Trinkwassersprudlern zu schätzen. Mit ihnen können Verbraucher zu Hause Leitungswasser mit Kohlensäure versetzen und somit ihr eigenes Mineralwasser herstellen.
Was viele Verbraucher allerdings vernachlässigen: Ein klein wenig Aufwand müssen Sie mit den Heimsprudlern schon betreiben. Denn die Geräte gehören in regelmäßigen Abständen sorgfältig gereinigt. Die Flaschen sollten Sie sogar nach jeder Benutzung säubern. Ohne diese Hygienemaßnahmen siedeln sich schnell Bakterien in den einzelnen Bestandteilen an.
So stellte die Abteilung für Hygiene und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Mainz in einer Untersuchung große Verunreinigungen in aufgesprudeltem Wasser fest. In rund 39 Prozent der Proben befanden sich coliforme Bakterien. Das ebenfalls untersuchte Leitungswasser enthielt nur in 12 Prozent der Proben diese Keime.
Beim Leitungswasser kamen diese Verunreinigungen überwiegend durch verdreckte Wasserhähne zustande. Doch wie erklärt sich der deutlich höhere Wert für die Sprudelflaschen?
Nachlässige Verbraucher
"Viele Verbraucher reinigen ihre Sprudelgeräte nicht ausreichend", sagt Dr. Wolfgang Kohnen, der die Untersuchung geleitet hat. Bei regelmäßiger Reinigung des Gerätes und der Flaschen spricht nichts gegen den Gebrauch von Wassersprudlern. Ohne diese Sorgfalt siedeln sich jedoch nach und nach Bakterien an den Innenwänden der Flaschen an, wo sie sich vermehren. "Sie sollten die Flaschen nach jedem Gebrauch reinigen, so wie Sie es auch mit einem benutzten Glas machen würden", rät Kohnen deshalb.
Glasflaschen haben bei der Reinigung den Vorteil, dass man sie in die Spülmaschine geben kann. Mit den häufig verwendeten Plastikflaschen geht das nicht. Bei ihnen können in der Maschine Risse entstehen, in denen sich wiederum Bakterien leicht einnisten. Deshalb müssen Sie die Plastikflaschen nach jedem Gebrauch von Hand mit warmen Wasser und einer Bürste reinigen. Spülmittel ist dazu allerdings nicht nötig. Sind die Flaschen erst einmal verunreinigt, hilft die Reinigung mit etwa 50 bis 60 Grad heißem Wasser, dem noch ein Schuss Essig beigesetzt ist.
Dieselbe Methode empfiehlt sich auch zur regelmäßigen Pflege der Sprudelgeräte selbst. Schrauben Sie davor aber den Kohlenstoffdioxid-Zylinder ab. Auf Spülmittel sollten Sie ebenfalls vorsichtshalber verzichten. Weichen Sie das Gerät bei stärkeren Verschmutzungen stattdessen für längere Zeit in Wasser ein.
Nicht aus der Flasche trinken
Neben der Reinigung sollten Verbraucher auch bei Aufbewahrung und Verzehr ein paar Regeln beachten, um Bakterienbefall vorzubeugen. Nicht benutzte Flaschen bitte so trocken wie möglich aufbewahren. Feuchtigkeit begünstigt die Entstehung von Keimen.
"Wichtig ist vor allem, nicht direkt aus den Flaschen zu trinken", erklärt Andrea Danitschek von der Verbraucherzentrale Bayern. Auch sie ist überzeugt, dass Verbraucher bei entsprechender Pflege ihre heimischen Sprudelgeräte ohne Bedenken benutzen können.
Zusätze nicht in die Flasche
Sie warnt allerdings davor, die aromatischen Zusätze, die viele dem Sprudel untermischen, direkt in die Flasche zu geben. Sie bilden an den Innenwänden Ablagerungen, die ein idealer Nährboden für Mikroorganismen sind. "Deshalb sollte man die Zusätze erst im Glas oder in einem Zwischenbehältnis unter das aufgesprudelte Wasser mischen", rät Danitschek.
Die Ernährungsexpertin empfiehlt außerdem, nicht mehr Wasser als für den aktuellen Bedarf aufzusprudeln. Wenn das Wasser bereits länger als einen Tag herumsteht, schütten Sie es besser weg. Vereinzelte Keime zu Beginn können sich vermehrt haben. Bereiten Sie sich in diesem Fall besser gleich ein frisches zu.
Und: "Je kühler Sie den Sprudel in der Zwischenzeit lagern, desto besser", sagt Danitschek. Lassen Sie die gefüllten Flaschen deshalb nicht an einem warmen Orten stehen, sondern bewahren Sie das Wasser nach Möglichkeit im Kühlschrank auf.
Je sorgfältiger Sie mit den Flaschen umgehen, desto länger bleiben Sie auch haltbar. Mit regelmäßiger Reinigung können Sie sie bis zur Herstellerfrist verwenden. Das spart Geld und schont die Umwelt. Falls Sie die Flaschen jedoch sehr häufig benutzen oder sich Risse oder Ablagerungen bilden, ist trotz regelmäßiger Pflege ein frühzeitiges Auswechseln sinnvoll.
Das Leitungswasser bestimmt die Qualität
Hat das aufgesprudelte Wasser trotz aller Hygienemaßnahmen einen seltsamen Geschmack, kann das auch am Leitungswasser liegen. "Die Qualität des Leitungswassers bestimmt letztlich die Qualität des Sprudels", sagt Danitschek und betont: "Im Allgemeinen ist das Leitungswasser in Deutschland qualitativ sehr hochwertig."
Trotzdem können beispielsweise Blei- oder Kupferrohre das Leitungswasser im Einzelfall verunreinigen. Auch ist das Wasser in einigen Regionen stärker gechlort als in anderen. Bei Verdachtsfällen haben Verbraucher die Möglichkeit, die Wasserqualität im Labor untersuchen zu lassen. Unter anderem bietet auch die Stiftung Warentest einen solchen Service an.
Die richtige Wassertemperatur steigert übrigens die Effektivität beim Sprudeln. Bei einem Wert von unter 7 Grad Celsius nimmt das Wasser die Kohlensäure am besten auf. Aber auch mit dieser Methode hat selbstgesprudeltes Wasser in der Regel einen geringeren Kohlensäuregehalt als natürliches Mineralwasser, das zudem einen höheren Anteil an Mineralstoffen besitzt. Bei der täglichen Ernährung spielt dieser Unterschied jedoch praktisch keine Rolle.
Stephan Soutschek / www.apotheken-umschau.de;
04.05.2011
Bildnachweis: Fotolia/Dron/2011, Jupiter Images GmbH/Comstock Images
Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung