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Küchenkräuter von der Fensterbank – so geht's

Ihr würziger Duft und ihr frisches Aroma geben vielen sommerlichen Gerichten die typische Note. Am besten schmecken Küchenkräuter selbst geerntet


Gaumen- und Augenweide: Das eigene Kräuterbeet braucht nicht viel Platz

So schmeckt Sommer. Ein Butterbrot, dick mit Schnittlauchröllchen bestreut. Grüne Soße zu hart gekochten Eiern und Pellkartoffeln. Gegrillte Lammkoteletts, mit Thymian und Rosmarin mariniert.

Frische Kräuter verleihen vielen Gerichten der Sommerküche erst das richtige Aroma. Obendrein sind die würzigen Pflanzen reich an gesunden Inhaltsstoffen. Petersilie etwa gehört zu den besten Quellen für Vitamin C. Die Beigabe von Kräutern macht viele Speisen zudem bekömmlicher und hilft Salz sparen.



Salbei besitzt ein kräftiges Aroma, das zu vielen Fisch-, Nudel- und Gemüsegerichten passt. Er macht Speisen bekömmlicher und wirkt auch als Arzneipflanze.

Nicht ohne Grund führen zahlreiche Pflanzen ein Doppelleben als wohlschmeckendes Lebensmittel und als hilfreiches Heilkraut. Der würzige Thymian beispielsweise gibt vielen Fleisch- und Gemüsegerichten eine herzhafte Note und macht sie bekömmlicher. Als Tee und Fertigarznei ist er ein bewährtes Hustenmittel. Salbei schenkt vielen italienischen Gerichten ihr typisch mediterranes Aroma. Arzneilich wirkt er bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut sowie gegen übermäßige Schweißbildung.

Natürlich gibt es das würzige Grün jetzt in jedem Supermarkt. Aber aus dem eigenen Garten sind Kräuter immer frisch. Sie haben keinen? Es geht auch ohne. Mit einem Pflanzkasten auf dem Balkon oder der Fensterbank können Sie sich bis in den Herbst bestens mit frischen Kräutern versorgen – mit einer kleinen Einschränkung: Die aromatischen Pflanzen mögen es hell und sonnig und gedeihen am besten an einem Süd- oder Südwestplatz.

Ob im Supermarkt, im Gartencenter oder auf dem Wochenmarkt – frische Kräuter in Töpfen bekommen Sie überall. Achten Sie darauf, dass sie frisch und grün aussehen. Für den Mini-Garten auf dem Fensterbrett eignen sich fast alle Arten. Das gilt für gängige wie Schnittlauch, Petersilie, Dill, Borretsch, Basilikum oder Thymian ebenso wie für exotische. „Auch asiatische Kräuter wie Zitronengras gedeihen im Balkonkasten“, sagt Thomas Jaksch von der Staatlichen Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan.



Borretsch schmeckt fein geschnitten in Salaten, und auch die Blüten munden. Früher galt das Kraut als stimmungsaufhellend. Gute Vitamin-C- und Kaliumquelle

Tipps für Kräuterfreunde

Der Experte für Gemüseanbau gibt Tipps, wie Küchenkräuter am besten gedeihen: Befreien Sie die Pflanzen nach dem Kauf aus ihren engen Töpfen, und setzen Sie sie in frische Balkonerde. Kräuter, die zuvor im Supermarkt kaum Tageslicht bekamen, können nach einem Standortwechsel in pralle Sonne für zwei, drei Tage etwas Schutz vertragen. Decken Sie sie mit einem leichten Vlies ab.

„Kräuter sollte man eher sparsam gießen“, rät Jaksch. Zum einen können die zarten Pflanzen bei üppiger Wasserzufuhr leicht faulen. Zum anderen bilden sich bei wenig Wasser und viel Licht mehr Inhaltsstoffe. Schlapp dürfen die Blätter aber auch nicht herunterhängen. Beobachten Sie also, wie viel Ihre „Zöglinge“ brauchen – bei Südlage ist es mehr! Tipp: Es stimmt nicht, dass Pflanzen nicht gegossen werden dürfen, wenn die Sonne darauf scheint, sagt Jaksch. Besser ist es aber, sie zu wässern, bevor die Mittagshitze kommt.

Wer erst im Sommer eintopft, braucht für die restliche Saison nicht mehr zu düngen. Kräuter, die seit dem Frühjahr draußen sind, können dagegen eine Nährstoffzufuhr vertragen. Dafür eignet sich Hornmehl, aber auch der übliche Blumen-Flüssigdünger, der mehrmals gegeben wird.

Machen sich Blattläuse breit, schneiden Sie befallene Pflanzen zurück. Gründlich gewaschen, lassen sich abgeschnittene Blätter oder Stängel vielleicht noch verwenden. Von Schädlingen befreit, kann die Pflanze nachwachsen. Petersilie, Schnittlauch, Minze und Melisse können Sie bodennah abschneiden. Bei Basilikum oder Salbei nur die Triebspitzen kappen. „Die Pflanze verzweigt sich aufs Neue und lässt sich länger ernten“, sagt Jaksch.

Steht der Balkonkasten an einem geschützten Platz nahe der Hauswand, überstehen manche Kräuter sogar den Winter und kommen im Frühjahr wieder. Liebstöckel, Zitronenmelisse und Thymian, vielleicht auch Salbei und Schnittlauch gehören dazu. So machen Sie die Kräuter winterfit: Das Grün vorerst stehen lassen – es schützt die Pflanze – und eventuell mit einem Vlies oder mit Tannenzweigen abdecken. An frostfreien Tagen bei Bedarf leicht gießen. „Häufig ist im Winter Trockenheit ein größeres Problem als Frost“, erklärt Jaksch. Im Frühjahr zurückschneiden.



Basilikum verleiht Tomate und Mozzarella das typische Aroma. Es passt in Kräutersoßen und Salate. Seine Würze regt den Appetit an und fördert die Verdauung.

Kräuter richtig nutzen

Wie Sie die Kräuter am besten in der Küche nutzen, weiß Laura Gross, Ernährungsreferentin der Verbraucher Initiative : „Um in den Genuss des vollen Aromas zu kommen, sollten Sie Kräuter erst unmittelbar vor der Verwendung ernten, unter kaltem Wasser abbrausen, trocken tupfen und mit einem sehr scharfen Messer zerkleinern.“ Dabei die Blättchen möglichst wenig drücken, sonst bleibt viel ätherisches Öl auf dem Schneidebrett zurück.

Geben Sie zartblättrige Kräuter erst nach der Garzeit zum Gericht, damit die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Derbe Pflanzen wie Rosmarin oder Lorbeer sollten dagegen für die richtige Würze einige Zeit mitkochen.

Fällt Ihre Ernte üppig aus, reicht sie möglicherweise für einen kleinen Wintervorrat. Sie können Kräuter trocknen oder einfrieren. Kräftige Pflanzen mit einem hohen Anteil an ätherischen Ölen wie Thymian, Rosmarin, Salbei oder Oregano eignen sich eher zum Trocknen, zarte Kräuter wie Dill, Minze, Basilikum oder Petersilie können Sie gut einfrieren.



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Maria Haas / Apotheken Umschau; 14.09.2010, aktualisiert am 01.03.2012
Bildnachweis: Stockfood Munich GmbH/Greg Elms, Stockfood Munich GmbH/Marc O. Finley, Stockfood Munich GmbH/Kai Schwabe, Jump Fotoagentur/Kristiane Vey

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