Ist brauner Zucker gesünder?

Wie sich brauner Zucker von weißem unterscheidet und was Sie über das Süßungsmittel wissen sollten

von Sophie Kelm, aktualisiert am 17.02.2016

Brauner Zucker schmeckt ein wenig nach Karamell

Shotshop/Carmen Steiner

Weißer Zucker gilt nicht gerade als gesundes Lebensmittel, und er macht dick. Natürlich nur, wenn man zu viel davon isst. Aber was ist eigentlich mit der braunen Variante? Irgendwie sieht brauner Zucker gesünder aus. Ist er das auch? "Weißer und brauner Zucker zeigen kalorientechnisch keinerlei Unterschied", so Dr. Patricia Haberl, Ernährungsmedizinerin aus München und Vorstandmitglied des Bundesverbands Deutscher Ernährungsmediziner. 100 Gramm beider Varianten liefern je rund 400 Kilokalorien.

Und bringt brauner Zucker sonst Vorteile für die Gesundheit? Leider nein. "Das braune Produkt kann unter Umständen zwar noch minimale Spuren von Mineralstoffen enthalten. Die Menge ist aber so gering, dass sie gesundheitlich keinen Vorteil bringt", erklärt die Ernährungsmedizinerin.

Wie sieht es mit den Zähnen aus? "Beide Sorten sind gleich schlecht für die Zähne", so Dr. Tomas Hoischen, Zahnarzt aus München.

Was ist der Unterschied zwischen weißem und braunem Zucker?

Der Hersteller gewinnt beide Zuckerarten aus Zuckerrohr oder -rübe. Er zerkleinert die Pflanzen, kocht, presst und behandelt sie. So bekommt er süßen Sirup. Diesen trocknet er und behandelt ihn weiter. In der Zuckerherstellung heißt der Fachbegriff Aufreinigung. So entsteht brauner Zucker. Durch wiederholtes Aufreinigen bekommt der Hersteller irgendwann weißen Zucker. Brauner Zucker ist also eine Art Zwischenprodukt. Die Farbe kommt von den noch enthaltenen Sirupresten.


Gibt es denn überhaupt einen Unterschied, abgesehen von der Farbe? "Ja, den Geschmack. Brauner Zucker schmeckt etwas malziger, leicht nach Karamell", weiß Haberl. Außerdem verdirbt die dunklere Zuckervariante leichter. Sie enthält ein bisschen mehr Wasser als das weiße Pendant.

Bei den gesundheitlichen Nachteilen, die Zucker mit sich bringt, sollte man vielleicht versuchen, ganz darauf zu verzichten? "Zucker gehört zum Leben. In Maßen genossen ist er auch nicht schädlich", beruhigt die Ernährungsmedizinerin. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät: "Verzehren Sie Zucker und Lebensmittel, beziehungsweise Getränke, die mit verschiedenen Zuckerarten hergestellt wurden, nur gelegentlich."

Süßes Essen abgewöhnen

Laut Haberl kann man sich das süße Essen ab- und angewöhnen. "Trainieren Sie Ihre Geschmacksnerven um", rät sie. Dann brauchen Sie mit der Zeit immer weniger Zucker.

Wie süßt man am besten?

Selbst mit Honig kann man nicht wesentlich gesünder süßen. Wer abnehmen möchte, kann in Maßen auf Zuckerersatzstoffe ausweichen. Aber auch sie können das Verlangen nach Süßem fördern. Im Normalfall rät Haberl: "Wenn schon süßen, dann mit Zucker. Egal ob braun oder weiß."



Bildnachweis: Shotshop/Carmen Steiner

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