Glyx: Das bedeutet der Glykämische Index

Der Glykämische Index – kurz GI oder Glyx – gibt an, wie sehr der Blutzucker nach dem Verzehr eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels ansteigt

von Dr. Alexandra Kirsten, aktualisiert am 22.05.2015

Weißbrot hat einen relativ hohen glykämischen Index

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Was genau bedeutet der Glykämische Index – kurz GI oder Glyx – und wer sollte ihn beachten?

"Der Glykämische Index gibt an, wie stark der Blutzucker nach dem Verzehr eines bestimmten zuckerhaltigen, also kohlenhydrathaltigen Nahrungsmittels ansteigt", erklärt Professor Hubert Mönnikes, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Martin-Luther-Krankenhaus in Berlin. Einfach gesagt heißt das: Der Glykämische Index sagt aus, wie schnell der Zucker aus der Nahrung ins Blut geht.


Der Grund für den unterschiedlichen Blutzuckeranstieg

Warum manche Lebensmittel den Blutzucker schnell und hoch und manche eher langsam ansteigen lassen, erklärt Professor Mönnikes mit dem unterschiedlichen Aufbau der Zucker. Es gibt Einfachzucker (Monosaccharide), Zweifach- und Mehrfachzucker (Disaccharide, Polysaccharide). Die Zweifach- und Mehrfachzucker sind aus Einfachzuckern aufgebaut.

Besteht ein Lebensmittel nur aus leicht verdaulichen Kohlenhydraten, wie zum Beispiel Weißbrot, Gebäck aus "weißem" Mehl oder Minutenreis (hoher GI), steigt der Blutzuckerspiegel schneller an als bei Lebensmitteln, die komplexer zusammengesetzt sind und Mehrfachzucker sowie Ballaststoffe enthalten, wie zum Beispiel Vollkornbrot. "Das liegt daran, dass diese Lebensmittel zunächst im Dünndarm aufwendig 'vorverdaut' werden müssen, bevor es zu einem langsameren Anstieg des Blutzuckers kommt", erklärt Mönnikes. Haushaltszucker, ein Zweifachzucker, hat einen mittleren GI.

Außer der Kohlenhydratzusammensetzung bestimmen aber auch andere Faktoren den Glykämischen Index eines Lebensmittels. Der Glyx kann zum Beispiel zusammenhängen mit der Verarbeitung der Lebensmittel. Außerdem spielt eine Rolle, ob noch andere Nährstoffe wie Fett oder Eiweiß in dem betreffenden Lebensmittel enthalten sind.

Wie wird der Glykämische Index berechnet?

Der GI wird in Prozent dargestellt. Um festzustellen, wie ein bestimmtes Lebensmittel auf den Blutzucker wirkt, muss man ermitteln, wie schnell und wie hoch der Blutzucker nach Verzehr von 50 Gramm Kohlenhydraten aus diesem Lebensmittel ansteigt. Isst man zum Beispiel Kohlenhydrate mit niedrigem GI, wie einige Obst- oder viele Gemüsesorten, steigt der Blutzucker nur langsam an. Bei Weißbrot, Kartoffelprodukten und Süßigkeiten, um nur ein paar Beispiele zu nennen, erhöhen sich die Blutzuckerwerte dagegen sehr rasch.

Traubenzucker (Glukose) hat einen Index von 100. Alle anderen Lebensmittel haben eine niedrigere Indexzahl, das heißt, der in ihnen enthaltene Zucker geht langsamer ins Blut.

GI berücksichtigt auch die Dauer des Blutzuckeranstiegs

"Bei dem Gykämischen Index handelt es sich allerdings nicht nur um ein Maß für die Schnelligkeit und Höhe des Blutzuckeranstiegs", erläutert der Facharzt für Innere Medizin. Der Glykämische Index berücksichtigt auch die Dauer des jeweiligen Anstiegs. "So erklärt sich, dass manche Lebensmittel zwar nur einen relativ geringen Blutzuckeranstieg hervorrufen, aber wegen dessen Dauer dennoch einen hohen Glykämischen Index haben können", sagt Mönnikes.

Was bedeutet der Glyx für die Ernährung?

"Die Berücksichtigung des Gykämischen Index ist bei der Auswahl von Nahrungsmitteln sicherlich vernünftig", erklärt Mönnikes. Steigt der Blutzucker schnell an, schüttet der Körper auch vermehrt Insulin aus. Der Blutzuckerspiegel sinkt dann wieder und fällt kurzzeitig sogar unter den Normalzustand. Die Folge können Heißhungerattacken sein.

Allerdings sollte man sich, wenn man abnehmen möchte, nicht allein am Glyx orientieren. "Wichtiger für eine Diät ist nach wie vor die Berücksichtigung der aufgenommenen Kohlenhydrat- und sonstigen Kalorienmenge sowie eine ausgewogene Flüssigkeitszufuhr", sagt Mönnikes. Vor allem Diabetiker sollten den Glykämischen Index beachten, um hohe Blutzuckerspitzen zu vermeiden.

Der GI unterschiedlicher Nahrungsmittel lässt sich in vielen verschiedenen Tabellen ablesen. Allerdings gelten die Werte immer nur für das einzelne Lebensmittel, nicht für ganze Mahlzeiten. Denn bei der Kombination mit anderen Speisen kann sich auch der GI des kohlenhydrathaltigen Lebensmittels verändern. Als Faustregel gilt, dass Vollkornprodukte, Gemüse und Obst sowie Kohlenhydrate in Verbindung mit Eiweiß eine sehr gute Kombination für eine Mahlzeit darstellen.



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