Ein Sommer ohne Grillen ist wie eine Feier zum 90. Geburtstag ohne Champagner. Das bringt einfach keinen Spaß! Wäre da bloß nicht immer dieses latent schlechte Gewissen. Grillen ist durch Schreckensmeldungen über krebserzeugende Stoffe und figurunfreundliche Nebenwirkungen in Verruf geraten.
Das muss aber gar nicht sein! Wir zeigen Ihnen, wie Sie das Grillfest mit einem gutem Gewissen und trotzdem ohne den Verzicht auf Ihr leibliches Wohl gestalten können.
Mageres Fleisch auf den Rost
Es muss nicht immer durchwachsenes Schweinenackensteak sein. Hühnerbrust, Rindfleisch aus der Oberschale oder ein zartes Filet schmecken genauso toll. Kleiner Tipp: Heizen Sie den Grill ordentlich vor. Je kürzer Sie das Fleisch erhitzen, desto saftiger bleibt es. Wenn die Kohle weiß glüht, kann es losgehen.
Die Würstchen-Frage
Klar, Würstchen gehören beim Grillen dazu. Ein Ernährungsberater würde sie aber nicht empfehlen. Um den Genuss so gesund wie möglich zu gestalten, grillen Sie grundsätzlich nur die weißen Sorten. Die roten Würstchen enthalten fast immer nitrithaltige Pökelsalze. Diese können sich in großer Hitze zu krebserregenden Nitrosaminen umwandeln. Aus diesem Grund sind auch andere geräucherte oder gepökelte Fleischwaren, wie beispielsweise Kassler, Schinkenspeck oder Bockwurst auf dem Grill tabu. Zusätzlicher Tipp: Geflügelwürstchen sind in der Regel fettärmer, als die anderen Sorten.
Gemüse vom Grill
Klingt für echte Grillmeister vielleicht zunächst gewöhnungsbedürftig, aber probieren Sie es einmal aus. Gegrilltes Gemüse ist eine echte Alternative zu all dem fleischigen Grillgut. Beispielsweise Maiskolben, bunte Gemüse-Spieße oder Auberginenscheiben schmecken hervorragend und finden sich auch nicht so schnell in Form eines Rettungsring auf der Taille wieder.
Versuchen Sie es doch mal mit Fisch
Eine gesunde Ernährungs-Alternative zum Fleisch bietet Fisch auf dem Grill. Am besten funktioniert die Zubereitung in speziellen Fischgrillzangen. Forelle, Seezunge oder Steinbutt eigen sich wunderbar für diese Zubereitungsform. Tipp: Würzen Sie mit frischen Kräutern, aber erst gegen Ende der Garzeit. Wenn die Marinade verbrennt, können sich krebserzeugende Stoffe entwickeln. Außerdem schmeckt man von den frischen Aromen dann wenig bis gar nichts mehr.
Gesunde Beilagen und Nachspeise
Wenn Sie knackige Salate oder schmackhafte Dipps mit Gemüsesticks anbieten, dann müssen sich Ihre Gäste nicht ausschließlich an fettigen Fleischwaren satt essen. Und zum Nachtisch können Sie Bananen oder andere Früchte grillen. Das funktioniert am besten in einer Aluschale. Toll schmeckt es, wenn Sie das Obst mit etwas Zimt bestreuen.
Aluschale verwenden
Tropfen Fett oder Marinade in die heiße Glut, dann lodern leicht Flammen auf. Das kann dazu führen, dass das krebserzeugende Benzpyren entsteht, welches sich mit dem Rauch auf dem Grillgut niederschlägt. Das sollten Sie vermeiden. Dazu eignet sich die Verwendung einer Grillschale aus Aluminium. Ist diese nicht zur Hand, funktioniert auch ein Stück Alufolie, hier klebt das Fleisch allerdings leicht fest. Kommt es doch einmal zur Flammenbildung, sollten Sie das Rost mit den Lebensmitteln einfach kurz vom Feuer nehmen.
Der richtige Grill
Bei Gas und Elektrogrills können Sie die Temperatur besser kontrollieren als bei einem Holzkohlegrill. Außerdem müssen Sie nicht mit Flammen kämpfen und auch die Rauchbildung fällt weg. Daher empfehlen Gesundheitsexperten durch die Bank alle die ersten beiden Varianten.
Wer nicht auf die Holzkohle verzichten mag, der kann sich ein Modell zulegen, bei dem der Glutbehälter seitlich liegt und bei dem das Fett in eine Auffangschale tropft. So wird auch das Grillen auf Kohle gesundheitlich unbedenklich. Bei Elektro- und Gasgrills entfallen natürlich zusätzlich noch die Gefahren des Anzündens.
Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de;
14.06.2010, aktualisiert am 24.04.2011
Bildnachweis: Thinkstock/iStockphoto
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