Anmelden | Registrieren
Drucken

Basilikum: lecker, aber sensibel

Warum geht das Küchenkraut eigentlich immer so schnell ein? Diese und andere Fragen klären wir in unserem kurzen Basilikum-Steckbrief


Nicht nur dekorativ, sondern auch fein im Geschmack: Basilikum

Zu welchen Gerichten passt Basilikum?

Ganz klar zur mediterranen Küche. Tomaten- und Mozzarellascheiben schmecken ohne Basilikum nur halb so gut. Das „Grün“ im Pesto kommt von dem aromatischen Kraut. Die leckere Zubereitung verfeinert vor allem Nudelgerichte. Basilikum passt auch zu Tomatencremesuppe, Fischgerichten und selbst gemachten Frischkäse-Aufstrichen. "Zudem harmoniert Basilikum gut mit zarten Gemüsesorten wie Spargel, Möhren und Zucchini", sagt Angelika Karl, Ernährungswissenschaftlerin aus München. "Das feine Gewürz peppt das Aroma auf, übertönt es aber nicht, wenn man die Blättchen in Maßen verwendet."

Was steckt alles drin in der aromatischen Pflanze?

Jede Menge ätherisches Öl. Das Öl setzt sich unter anderem aus Linalool, Eugenol und Estragol (auch Methylchavicol genannt) zusammen. Diese Substanzen geben dem Gewürzkraut seinen typischen, leicht pfeffrigen Geschmack. Neben dem Basilikum, das wir aus dem Supermarkt kennen, gibt es noch weitere exotische Varianten. Zimt-Basilikum schmeckt beispielsweise nach dem beliebten Weihnachtsgewürz, Thai-Basilikum hat eine süßliche Anisnote.


Hat das Küchenkraut auch eine Heilwirkung?

Zumindest regt das ätherische Öl den Appetit an und fördert wohl die Verdauung. Heilkräuter, die ähnliche Aromastoffe enthalten wie Basilikum, helfen bei Blähungen und Völlegefühl – zum Beispiel Fenchel oder Koriander.

Wie sehen die besten Küchenfenster-Überlebenstipps aus?

Dazu haben wir einen Fachmann befragt. „Basilikum liebt Wärme und Licht“, fasst Dieter Weiler, Fachreferent beim Württembergischen Gärtnereiverband in Stuttgart, die zwei Hauptfaktoren zusammen. Das heißt, wer das sensible Küchenkraut fröstelnden Temperaturen aussetzt, bereitet ihm quasi den Garaus. Ein schattiger Standort macht dem Gewürz ebenso zu schaffen. „Steht die Pflanze erst tagelang im Laden im Dunkeln und dann in der prallen Sonne, kann sie Flecken auf den Blättern bekommen“, sagt der Gartenexperte.

Hinzu kommt, dass das Basilikum bereits oft während des Transportes von Gärtnerei zu Supermarkt den ersten Knacks weg bekommt. Es wird seinem Wohlfühlklima im Gewächshaus entzogen und steht manchmal in dunklen, kalten Lagerräumen, bis es in der Gewürzecke des Ladens landet.

Weilers Tipps:

  • Das Basilikum an einen warmen, hellen Platz stellen, etwa die Südseite des Balkons oder der Küchenfenster.
  • Nicht auf dem kalten Boden platzieren, sondern auf der Fensterbank. Alternativ einen Metalltopf verwenden.
  • Nicht so viel gießen, dass das Gewürz im Wasser steht. Aber auch nicht gänzlich austrocknen lassen, dann welken die Blätter sehr schnell. „Mäßig-feuchtes Klima“ nennt Weiler den Gieß-Goldstandard.

Krebserregend?

Wissenschaftler diskutieren immer wieder darüber, ob Abbauprodukte des Aromastoffes Estragol im Körper eine krebsfördernde Wirkung entfalten. Untersuchungen, die dies bestätigen, liegen bis jetzt nicht vor. Vorsorglich empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung jedoch, dass Verbraucher nicht dauerhaft Gewürze verwenden, die viel von dieser Substanz enthalten. Also vorsichtshalber nicht jeden Tag ein Bund Basilikum wegputzen!



Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; 24.06.2010, aktualisiert am 02.03.2012
Bildnachweis: Fotolia/Tomboy/2009

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages

Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung