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Warum Erkältungen immer wiederkehren

Jeden Winter rollt eine neue Welle von Schnupfen- und Hustenerregern auf uns zu. Weshalb wir uns leicht anstecken, wie sich vorbeugen lässt


Hust, prust: Müssen wir niesen, verteilen wir zahlreiche Schnupfenviren in unserer Umgebung

Für Schnupfenviren sind wir anscheinend unwiderstehlich. Jedes Jahr überrennt uns eine Armada von Erregern. Und oft liegen wir dann auf der Nase – mit Husten, Schnupfen und Fieber. Doch warum werden wir eigentlich immer wieder krank? Irgendwann müssten wir doch alle Erkältungsviren durchgemacht haben.

Leider gestaltet sich die Sache nicht so einfach. Erstens gibt es eine ganze Reihe von Schnupfenerregern, auf jeden Fall über hundert Stück. „Zweitens verändern Viren ständig ihre Oberfläche“, sagt Dr. Lothar Schmittdiel, Allgemeinarzt aus München. Das heißt, für unser Immunsystem sehen die Eindringlinge jeden Winter anders aus. Folglich erkennt es die „alten Bekannten“ nicht und muss aufs Neue gegen sie ankämpfen.


Hinzu kommt, dass wir uns leicht bei Artgenossen anstecken. Die Viren haben zwei Wege ausgemacht, mit denen sie besonders effizient von Mensch zu Mensch springen. Weg Nummer eins bildet die sogenannte Tröpfcheninfektion. Niesen oder husten wir, dann versprühen wir winzige Tröpfchen, in denen sich unzählige Erreger befinden. Wie weit die Tröpfchen durch die Luft schleudern, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. Sitzt das potenzielle Opfer direkt neben dem Erkälteten, haben die Viren jedenfalls leichtes Spiel. Denn wir saugen sie sozusagen mit der Atemluft auf.

Weg Nummer zwei verläuft über die Schmierinfektion. Müssen wir husten und prusten oder die Nase putzen, gelangen die Krankheitserreger auf die Hände. Von dort verteilen sich die Viren auf alles, was wir anfassen: Türklinken, Kugelschreiber, Telefon, Treppengeländer, und so weiter. Haben die Erreger über solche Gegenstände ihren neuen Wirt erreicht, befördern wir sie meist unbewusst auf unsere Schleimhäute. Denn anscheinend besitzen wir ständig das Verlangen, uns an der Nase zu reiben oder die Augen anzufingern.

Welchen von diesen beiden Wegen die Keime eher nutzen, lässt sich nicht sicher sagen. Schmittdiel meint: „Bei respiratorischen Viren spielt die Tröpfcheninfektion die größere Rolle.“ Zu diesen Konsorten zählen zum Beispiel die Erreger der echten Grippe, die Influenzaviren. Aber auch Rhinoviren, die zu den typischsten Erkältungserregern gehören und Coronaviren, die unter anderem das schwere akute respiratorische Syndrom (SARS) auslösen.

Wie auch immer, am besten versuchen Sie, beide Ansteckungsquellen irgendwie zu umgehen. In Bezug auf die Tröpfcheninfektion gestaltet sich das zugegebenermaßen nicht ganz einfach. Luft anhalten geht auf Dauer nicht, mit Mundschutz im Büro sitzen sieht auch wenig vertrauenserweckend aus. Sie können sich aber von der hustenden Bazillenschleuder fernhalten. Noch besser: Der Erkältete bleibt daheim und steckt damit keine Kollegen oder andere Menschen an. Außerdem beim Husten nicht die Hand vor den Mund halten, sondern in den Ärmel prusten. Sonst kleben die Viren wieder auf der Hand. In diesem Zusammenhang gilt: „Einer Schmierinfektion lässt sich am effektivsten durch häufiges Händewaschen vorbeugen“, erklärt der Schmittdiel. Mehrmals am Tag gründlich die Hände mit Seife reinigen hilft ungemein. Vollgeschnäuzte Taschentücher gehören in den Müll.

Sorgen Sie außerdem dafür, dass Sie Schnupfenviren das Leben schwer machen. Das gelingt, indem Sie reichlich Obst und Gemüse essen und regelmäßig frische Luft schnappen. Beides stärkt die Immunabwehr. Halten Sie immer die Füße warm, unterschätzen Sie auch an warmen Wintertagen nicht die kalte Brise im Rücken. Setzen Sie bei Wind und Wetter eine Mütze auf, binden sich einen Schal um den Hals und wärmen die Finger mit Handschuhen. Frieren Sie nämlich, wird unter anderem die Nasenschleimhaut schlechter durchblutet. Dadurch kommen Immunzellen langsamer aus der Blutbahn dorthin, die Viren vermehren sich ungehindert. Ebenfalls negativ wirkt sich eine trockene Schleimhaut aus. Deshalb regelmäßig stoßlüften.



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Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; 19.11.2010, aktualisiert am 30.12.2011
Bildnachweis: iStock/Uberphotos

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