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Sommergrippe schnell wieder loswerden

Viele Erkältungsviren sind im Sommer besonders aktiv. Die Folgen: Husten, Schnupfen, Halsschmerzen bei Badewetter


Auszeit: Bei einer Sommergrippe sollten Sie sich schonen

Ganz schön gemein: Andere tummeln sich im Schwimmbad, sitzen im Biergarten, radeln oder joggen durch den Stadtpark – und uns läuft ständig die Nase. Jetzt sind Schnupfen, Halsschmerzen und Husten besonders lästig, zumal es im Sommer viel schwerer fällt, das Bett zu hüten. Doch auch bei einer Sommergrippe sollten Sie sich schonen. „Verschleppte Virus­infekte können bakterielle Fol­ge­infek­­tionen und sogar eine Herzmuskelentzündung nach sich ziehen“, erklärt Dr. Hartmut Campe, Virologe beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Die Symptome sind die gleichen wie im Winter. Bei Hitze schwitzen wir aber stärker und trocknen schneller aus, und außerdem geht eine Sommergrippe oft mit Erbrechen sowie Durchfall, manchmal auch Fieber, einher. Um verloren gegangene Mineralstoffe und Flüssigkeit zu ersetzen, rät der Virologe, viel zu trinken, am besten Wasser, Säfte und Tees. Medikamente verkürzen nicht die Krankheitsdauer, lindern aber die Symptome.


Anders als Influenzaviren mögen es die Erreger der Sommergrippe heiß. „Vor allem die zu den Enteroviren zählenden ECHO- und Coxsackie-Viren sind unempfindlich gegen Austrocknung und UV-Licht“, sagt Professorin Ulrike Protzer vom Institut für Virologie der Technischen Universität München. Übertragen werden sie durch Tröpfchen beim Husten und Niesen oder direkten Kontakt über die Hände. „Auch im Sommer ist es daher wichtig, regelmäßig die Hände zu waschen“, betont Campe. Zudem sinnvoll: Klima­anlagen nicht zu kalt stellen, sonst wird der Temperaturunterschied zwischen innen und außen zu groß.

„Die Sonne sollten Sie nur in Maßen genießen, weil zu viel UV-Strahlung das Immunsystem schwächt“, ergänzt Protzer. Besonders ärgerlich ist es, wenn die Viren im Urlaub zuschlagen. Bei nachlassendem Stress drosselt das Immunsystem seine Aktivität, und das macht uns anfälliger für Infekte. „Der häufige Wechsel zwischen Hitze und stark klimatisierten Räumen trocknet außerdem die Schleimhäute aus“, erklärt Virologin Protzer, „und schwächt die Barrieren, die den Eintritt der Viren verhindern.“ Um die Schleimhäute feucht zu halten, empfiehlt sie, viel zu trinken und zuckerfreie Bonbons zu lutschen.

Reisende sind zudem vielen, oft fremdartigen Erregern ausgesetzt. „In den Tropen sollten Sie bei grippeartigen Symptomen immer auch an Dengue-Fieber oder Malaria denken“, sagt Campe. Bei Beschwerden rät er zum Arztbesuch. Zu Hause sollte man anhaltende, neu auftretende oder ungewöhnlich starke Symptome in jedem Fall vom Arzt abklären lassen, denn auch die durch Zecken übertragene Hirnhautentzündung FSME beginnt mit grippeähnli­chen Symptomen. Später folgen starke Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit.



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Barbara Kandler-Schmitt / Apotheken Umschau; 02.08.2011, aktualisiert am 09.02.2012
Bildnachweis: Corbis

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