Schnupfen: Was jetzt der Nase guttut

Welche Mittel und Maßnahmen Erkältungsbeschwerden lindern können und wie man Schnupfen und Husten vorbeugt

von Dr. Ralph Müller-Gesser, aktualisiert am 17.02.2017

Ein Schnupfen bleibt oft zehn Tage und länger

F1online/Moodboard

Sie läuft und läuft und läuft. Eine verschnupfte Nase begleitet uns meist länger als uns lieb ist. "Ein Schnupfen dauert oft genug zehn Tage und länger", stellt Professor Attila Altiner, Leiter des Instituts für Allgemeinmedizin an der Universität Rostock, fest. "Diese Zeit braucht das Immunsystem, um die Erreger auszuschalten." Bei den kleinen Plagegeistern handelt es sich meist um Viren. Sie sorgen für eine Entzündung der Schleimhaut. Die schwillt an und sondert Schleim ab: Die Nase ist verstopft und läuft.

Mehrere Erkältungen im Jahr sind normal

Begleiten ein Kratzen im Hals und ein Husten den Schnupfen, sind die klassischen Symptome einer leichten Erkältung vereint. Rein statistisch erwischt es jeden Erwachsenen etwa vier Mal pro Jahr. Besonders häufig sind Erkältungen im Herbst und Winter, wenn die Kälte die Nasenschleimhaut anfälliger macht. Auch andere Krankheiten, Schlafmangel oder Stress können beispielsweise die Abwehrkräfte des Körpers beeinträchtigen und erleichtern den Viren das Eindringen. Spätestens nach zwei Wochen sollte eine Erkältung praktisch verschwunden sein.


Schleim ändert oft die Farbe

"Hohes und anhaltendes Fieber, starke Muskel- und Gliederschmerzen, ein kräftiger, schmerzhafter Husten oder auch Brust- und Ohrenschmerzen, aber auch sehr starke Beschwerden über der Kiefer- oder Stirnhöhle können Hinweise auf einer schwerwiegendere Infektion sein", sagt der hausärztlich tätige Internist Dr. Stefan Watzek aus Berg in Bayern. "Patienten mit diesen Symptomen sollten einen Arzt aufsuchen." Gleiches gilt bei starken Halsschmerzen und wenn die Symptome mehr als zwei Wochen anhalten. Wer unter Atemnot leidet, sollte sofort den Arzt kontaktieren beziehungsweise sogar den Notarzt rufen. Mit kleinen Kindern und Säuglingen lieber früher als später zum Arzt. Hat ein Baby Fieber oder ist das Kind sehr schlapp, sollten Sie es einem Kinderarzt vorstellen.

Im Verlauf einer Erkältung verändert der Schleim meist die Farbe: Vermutlich liegt das an Immunzellen, die absterben und ihn zähflüssiger machen und gelblich färben. "Wenn dabei Fieber und ein starkes Krankheitsgefühl anhalten, kann die Farbveränderung auf eine zusätzliche Infektion mit Bakterien hinweisen", sagt Watzek. Mitunter sind dann sogar Antibiotika nötig.

Hilfreiches Mitgefühl

Meist jedoch besteht kein Grund dafür. Und kein Grund zur Besorgnis. "Aber wenn sich jemand Sorgen macht, sollte er ärztlichen Rat einholen." Ärzte können Erkältungen nicht heilen, aber sie können Patienten beruhigen. Und das wirke mitunter als Heilmittel, sagt der Allgemeinmediziner: "In einigen Studien schienen jene Patienten, die sich ernst genommen und gut betreut fühlten, etwas schneller über ihre Erkältungen hinweg zu kommen." 

Maßnahmen gegen die verstopfte Nase

Eine Dosis Mitgefühl erleichtert also möglicherweise den Alltag mit einer verstopften Nase. Erträglicher wird die Situation auch mit all jenen Maßnahmen, die die Schleimhaut abschwellen lassen. So empfinden viele Menschen das Inhalieren von Dampf als Erleichterung. Manche geben Salz oder ätherische Öle ins Wasser. Bei Säuglingen oder Kleinkindern sollten letztere nicht verwendet werden. Im schlimmsten Fall können sie bei ihnen einen Atemstillstand auslösen. Kleine Schnupfenpatienten sollten sowieso nur mit speziellen Geräten und unter Aufsicht inhalieren.

Abschwellende Nasentropfen oder -sprays helfen Erwachsenen und Kindern. Doch Vorsicht: Immer altersgemäß dosieren. Wer sie mehr als sieben Tage benutzt, riskiert zudem, dass die Schleimhaut Schaden nimmt. Verträglicher sind oft Mittel ohne Konservierungsstoffe und Präparate mit Salzlösungen. Salben, beispielsweise mit dem Wirkstoff Dexpanthenol, helfen bei einer wunden Nase.

Fieber muss man nicht unbedingt senken. Falls es doch gewünscht ist, eignen sich beispielsweise Mittel mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Ibuprofen. Bei Kindern die Dosis unbedingt an Alter und Gewicht anpassen. Honig soll bei hartnäckigem Husten helfen – am besten zwei Löffel kurz vor dem zu Bett gehen zu sich nehmen. Nicht geeignet ist dieses Hausmittel für Kinder unter einem Jahr. Husten können pflanzliche Mittel mit Eukalyptus-, Thymian- oder Efeu-Extrakten lindern. Lassen Sie sich vom Arzt oder in der Apotheke beraten, welche Präparate für Sie oder Ihr Kind infrage kommen – nicht alle sind für jedes Alter und bei jeder Konstitution geeignet.

Langfristiger Schutz

Alle diese Maßnahmen und Mittel lindern Beschwerden, verkürzen aber nicht die Dauer der Krankheit. Um Erkältungen von vornherein zu vermeiden, ist ein starkes Immunsystem wichtig. Was liegt näher als den Abwehrkräften auf die Sprünge zu helfen? Doch weder pflanzliche Präparate mit Echinacea, noch Knoblauch und nicht einmal Vitamine in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zeichnen sich in der Hinsicht besonders aus. "Wer Vitamin C oder Vitamin D einnimmt, erkältet sich deswegen keinesfalls seltener", stellt Altiner fest. "Einige Untersuchungen zeigten für Zink-Präparate einen leicht positiven Effekt."
Was man dennoch tun kann, um einer Erkältung vorzubeugen: Für ausreichend Bewegung an der frischen Luft sorgen und auf eine obst- und gemüsereiche Ernährung achten. Wer zudem im Winter regelmäßig beheizte Wohnräume lüftet und sich immer mal wieder die Hände wäscht, senkt nachweislich die Wahrscheinlichkeit, sich Erkältungsviren einzufangen.



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