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Schnupfen
Schnupfen – Ursachen: Nasale Hyperreaktivität, vasomotorische Rhinitis

Wenn die Nasenschleimhaut überreagiert, hat das viele Ursachen und Folgen. Chronische Entwicklungen sind häufig. Eine Sonderstellung nehmen hormonell bedingter Schnupfen und die nicht-allergische eosinophile Rhinitis ein


Rauchen: Reizstoff für die Nase

Wenn die Nasenschleimhaut übermäßig empfindlich, mit Schwellungen, vermehrtem Sekretausfluss und anderen Vorgängen auf äußere wie innere Reize reagiert, sprechen Mediziner heute bevorzugt auch von nasaler Hyperreaktivität. Der Begriff schließt je nach Autor den allergischen Schnupfen mit ein, bezieht sich aber vor allem auf nicht-allergische und nicht-infektiöse Formen, wie die vasomotorische Rhinitis. Bestimmte Nervenbotenstoffe, Hormone, Eiweißstoffe und andere Faktoren wirken hier auf Gefäße und Steuerelemente der Schleimhautzellen. Der Übergang zwischen einer akuten Reaktion zu chronischen Beschwerden ist oft fließend, je nachdem, wie intensiv mögliche Auslöser auf die Schleimhaut einwirken.

Die Auslöser
für die Beschwerden in der Nase können bei der nasalen Hyperreaktivität Umweltfaktoren sein wie Luftverschmutzung, Ozon, Feinstäube, Abgase, Tabakrauch, Reizstoffe, etwa aus Putzmitteln. Auch Alkohol, heiße Getränke, gewürzte Speisen, Temperaturwechsel, körperliche Aktivität in kalter Luft (oft ganz typisch beim Skifahren) lassen die Schleimhaut anschwellen, lösen Niesreiz und eine Fließnase aus. Nicht selten entwickelt sich ein chronischer Schnupfen daraus, der weitere Krankheiten begünstigt wie eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung oder eine chronische Bronchitis.


Auch häufiger durch Viren verursachter Schnupfen kann in der Folge die Nasenschleimhaut überempfindlich werden lassen. Nicht immer allerdings sind eindeutige Auslöser auszumachen (idiopathische Rhinitis).

Werden die Schleimhäute zu trocken, etwa durch kalte, trockene Luft oder andere Einflüsse, reagieren die Zellen ebenfalls gereizt. Eine besondere Rolle spielt hier der ständige Gebrauch von abschwellenden Nasentropfen und -sprays (siehe „Medikamente, die Schnupfen auslösen“). Das kann zu einem chronischen Schnupfen, Geruchsstörungen sowie unter Umständen auch zu einer sogenannten Rhinitis sicca oder auch atrophischen Rhinitis führen. Hier trocknen die Schleimhäute stark aus, es bilden sich Krusten und Borken. Schreiten die Veränderungen fort und siedeln sich Keime an, entsteht ein unangenehmer Geruch aus der Nase („Stinknase“).

Der Arzt wird die Behandlung individuell festlegen. Wichtig ist es natürlich, auslösende Faktoren möglichst zu meiden, die Nasenschleimhaut zu befeuchten und zu pflegen. Häufig können auch Medikamente hilfreich sein, die bei allergischem Schnupfen angezeigt sind, zum Beispiel kortisonhaltige Präparate, sowie einige schleimlösende pflanzliche Mittel.

 

Hormonell bedingter Schnupfen

Verändert sich das Gleichgewicht bestimmter Hormone, etwa der Östrogene, schwellen mitunter die Nasenschleimhäute an. Ein ganz typisches Beispiel ist der „Schwangerschaftsschnupfen“. Schwangere klagen besonders in den letzten Schwangerschaftsmonaten über eine verstopfte Nase, die vor allem nachts das Atmen erschwert. Diese Form der Rhinitis vergeht nach der Geburt wieder. Allerdings sollten Schwangere auf abschwellende Nasentropfen verzichten. Erleichterung bringen hier natürliche Maßnahmen (siehe auch Krankheitsratgeber Erkältung).

 

Nicht-allergische eosinophile Rhinitis (NARE-Syndrom)

Hier bestehen Schnupfenbeschwerden über das ganze Jahr. Sie ähneln allergischen Symptomen, aber der Arzt kann keine Allergie feststellen. Eine Laboruntersuchung von Schleimhaut- und Sekretproben weist jedoch wie bei allergischen Erkrankungen eine erhöhte Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen (eosinophile Granulozyten) auf. Häufig haben die Betroffenen gleichzeitig Nasenpolypen und reagieren auf bestimmte Schmerzmittel (Analgetika wie Azetylsalizylsäure, siehe „Medikamente“). Auch Asthma kann dazukommen.

Symptome: Neben Beschwerden wie Niesattacken, verstopfte Nase und Nasenausfluss, die sich hier häufig als Hyperreaktivität zeigen, stellen sich oft auch ausgeprägte Geruchsstörungen ein, die den Geschmackssinn beeinträchtigen.

Für die Therapie setzen die Ärzte häufig erfolgreich kortisonhaltige Mittel in unterschiedlichen Darreichungsformen ein.



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Andrea Blank-Koppenleitner / www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 14.12.2011
Bildnachweis: Jupiter Images/Thinkstock

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