Meist beginnt es mit einem leichten Halskratzen, Frösteln oder einer verstopften Nase – im schlimmsten Fall liegt man mit einer ausgewachsenen Erkältung im Bett. Alle Jahre wieder im Herbst und Winter ziehen Schnupfenwellen über das Land. Dann bestimmen wieder hustende und niesende Menschen das Bild in Bus, Bahn und Büro.
Mit einer gesunden Lebensweise lässt sich Erkältungen bis zu einem gewissen Maß vorbeugen: „Wichtig ist vor allem, bei der Ernährung auf viel Obst und Gemüse zu setzen, sowie Bewegung im Freien“, erklärt Allgemeinmediziner Dr. Ulf Beyersdorff aus Salzgitter. Dennoch erwischt eine Erkältung früher oder später meist jeden. Durchschnittlich ist jeder Erwachsene etwa zwei- bis viermal im Jahr erkältet. Bei Kindern gelten sogar acht- bis zehnmal jährlich als normal.
Obwohl wir in Sachen Erkältung also längst Profis sein sollten, sind viele unsicher, wie man sich im Krankheitsfall am besten verhält. Wohin niesen, wenn gerade kein Taschentuch zur Hand ist? In die Hand oder doch besser zur Seite? Diese Frage ist nicht nur ein Gebot der Höflichkeit: Mit jedem Nieser verbreiten sich ansteckende Viren in der Umgebung. Die falsche Technik beim Schnäuzen kann zudem einer Entzündung in den Nasennebenhöhlen führen.
Der Schnupfen-Knigge klärt über richtiges Verhalten im Falle einer Erkältung auf. Zehn Tipps, mit denen Sie sich und Ihre Mitmenschen bei laufender Nase schützen.
Der Schnupfen-Knigge
1. Nieser nicht unterdrücken
Den Niesreiz zu unterdrücken ist für den Sitznachbarn in der U-Bahn angenehm, für den Betroffenen selbst unter Umständen aber sogar schädlich. Denn dabei entsteht ein Druck, der die Erreger in die Nasennebenhöhlen saugt und dort eine Entzündung verursachen kann. Deshalb am besten nicht unterdrücken.
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2. Benutzte Taschentücher sofort entsorgen
Beim Niesen sollte man nach Möglichkeit immer ein Papiertaschentuch gebrauchen. Dieses anschließend nicht in der Nähe liegen lassen, sondern sofort entsorgen. Taschentücher aus Sparsamkeit mehrmals verwenden? Besser nicht. Das gilt auch für die mittlerweile etwas aus der Mode gekommenen Stofftaschentücher.
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3. Nicht in die Hand niesen
Die Nase juckt, doch weit und breit kein Taschentuch in Reichweite? Wer nun ungezwungen einfach ins Freie niest, verteilt seine Viren in der näheren Umgebung und steckt möglicherweise seine Mitmenschen an. Die Hand schützend vor die Nase zu halten, ist ebenfalls keine gute Idee. Von dort werden die Keime beispielsweise über Türklinken schnell weiter verbreitet. Schnupfenviren können bis zu mehrere Stunden auf Oberflächen überleben. Beyersdorff empfiehlt in diesen Fällen, stattdessen besser in die Armbeuge zu niesen.
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4. Riskanter Handschlag
Regeln sind da, um gebrochen zu werden. Das gilt auch für Höflichkeitsregeln zur Schnupfensaison. Da sich Viren häufig auf Händen befinden, stellt der Handschlag zur Begrüßung mit einem Infizierten ein hohes Ansteckungsrisiko dar. Im Zweifelsfall also lieber darauf verzichten und dem Gegenüber den Grund mitteilen.
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5. Auf die Hygiene achten
Sich regelmäßig mit Wasser und Seife die Hände waschen ist bei Schnupfen Pflicht. Und zwar möglichst nach jedem Mal husten oder niesen. Andernfalls riskieren Sie, die Krankheitserreger auf ihre Mitmenschen zu übertragen – eben per Händedruck, Telefone oder andere Gegenstände, die mehrere Personen verwenden.
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6. Für Wärme sorgen
Wärme fördert die Durchblutung der Nasenschleimhäute und den Genesungsprozess. Ziehen Sie sich deshalb gegen das Frieren einen flauschigen Wollpullover, Wollsocken und einen Schal an und machen Sie es sich mit einer Wärmeflasche und gut zugedeckt im Bett oder auf dem Sofa gemütlich. Heiße Getränke und Erkältungsbäder spenden bei Bedarf ebenfalls Wärme.
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7. Ausreichend lüften
Auch wenn es draußen kalt ist und Sie Wärme dringend nötig haben: Trockene Heizungsluft belastet die Schleimhäute. Deshalb das Krankenzimmer in regelmäßigen Abständen lüften. Auch Dampfinhalationen mit ätherischen Ölen oder Erkältungsbalsamen halten die Schleimhäute feucht.
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8. Immunsystem stärken
Obst und Gemüse enthalten zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe. Sie stärken das Immunsystem und helfen so bei Schnupfen schneller auf die Beine. Nehmen Sie vor allem ausreichend Vitamin C, Selen und Zink zu sich. Vitamin C ist viel in Zitrusfrüchten enthalten. Zink kommt unter anderem in Milchprodukten und Rindfleisch vor, Selen in Fisch, Fleisch und Nüssen. Ausreichend trinken ist ebenfalls wichtig, am besten heißen Tee. „Wer durch seine Erkältung nicht ans Bett gefesselt ist, bei dem spricht bei trockenem Wetter auch nichts gegen einen Spaziergang im Freien“, sagt Beyersdorff. Das fördert ebenfalls die Immunabwehr.
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9. Sich Schonen
Solange man kein Fieber hat, muss man bei einer Erkältung nicht zwangsläufig eine Woche im Bett verbringen. Zwei bis drei Tage schonen sollten Sie sich aber auf jeden Fall, bis die Symptome sich gebessert haben. Schlafen Sie in dieser Zeit auch ausreichend. Anstrengende sportliche Aktivitäten sollten Sie besser auf die Zeit nach der Genesung verschieben.
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10. Nase frei halten
Nasensprays und -tropfen lassen die Schleimhäute abschwellen und erleichtern das Atmen. Die Mittel aber nicht länger als eine Woche benutzen, sonst trocknen die Schleimhäute zu sehr aus. Nasenduschen können ebenfalls die Nebenhöhlen befreien.
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Stephan Soutschek / www.apotheken-umschau.de;
16.11.2011
Bildnachweis: Shotshop/Funshooter
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