Hausmittel gegen Schnupfen

Die Nase läuft oder ist verstopft. Und Sie müssen ständig niesen. Wie lästig! Zum Glück gibt es Hilfe

von Ute Essig, aktualisiert am 28.11.2016

Hatschi! Hört das Niesen nicht mehr auf, können Hausmittel helfen

Action Press GmbH & Co. KG/Ulf Lundin/Rex Features

Schon wieder ein Schnupfen. Die Nase läuft und läuft und läuft. Und je länger die Erkältung dauert, desto mieser wird die Laune. Denn Verschnupfte schlafen auch schlechter, klagen über Druckgefühle im Kopf und – weil sie nur noch durch den Mund atmen können – über einen ausgetrockneten Rachen. Diverse Maßnahmen und Mittel sollen dabei helfen, die Nase zu befreien und besser zu belüften. Wie nützlich sie tatsächlich sind, bewerten im Folgenden zwei Experten: der Apotheker Dr. Wolfgang Kircher aus Peißenberg in Oberbayern und Dr. Miriam Ortiz von der Charité Hochschulambulanz für Naturheilkunde in Berlin-Mitte.


Schnellüberblick: 6 Mittel gegen Schnupfen

  • Nasentropfen
    Jupiter Images GmbH/French Photographers

    Nasensprays

    Die Präparate drosseln die Durchblutung der Gefäße in der Nasenschleimhaut. Aufgrund der Entzündungsprozesse beim Schnupfen ist die Durchblutung erhöht.

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  • Mann inhaliert
    W&B/Marcel Weber

    Inhalieren

    Der Wasserdampf befeuchtet die Atemwege und sorgt so für Linderung. Vorsicht bei ätherischen Ölen. Nicht alle sind geeignet. Mehr dazu im ausführlichen Text.

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  • Nasendusche
    Jump Fotoagentur/Kristiane Vey

    Nasenspülung

    Die Nasenspülung pflegt die Schleimhäute.

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  • Frau reibt sich die Brust ein
    Your Photo Today/Villa Real/BSIP

    Brust einreiben

    Erzeugt einen angenehmen Duft. Ob es auch wirklich bei Schnupfen hilft, ist noch nicht zweifelsfrei bewiesen.

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  • Hühnersuppe
    Fotolia/Thomas Francois

    Heiße Mahlzeiten und Getränke

    Die altbekannte Hühnersuppe hat schon fast jeder Erkältete bekommen. Dass bestimmte Heißgetränke wirklich hilfen, ist zwar belegt worden. Aber warum, konnten die Forscher nicht klären.

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  • Kranke Frau auf Sofa
    dpa Picture-Alliance/Malo Image

    Erhöhte Schlafposition

    Kaum liegt man im Bett, geht die Nase zu. Das kennen viele. Eine erhöhte Schlafposition kann helfen.

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1. Nasensprays gegen Schnupfen

"Durch das Spray schwellen die Gefäße ab", erklärt Apotheker Kircher. Die Wirkung tritt sofort nach der Anwendung ein. Allerdings lässt die schlechtere Durchblutung das empfindliche Gewebe auch schnell austrocknen, schädigt es bei längerem Gebrauch sogar erheblich. Abschwellende Nasensprays sollten deshalb maximal sieben Tage lang benutzt werden. Eine sanftere Alternative sind Sprays oder Tropfen mit Meerwasser sowie mit mineralhaltigen Lösungen, die Salze der Kohlensäure enthalten. Sie befeuchten die Nasenschleimhaut, bauen Entzündungsstoffe ab und wirken dadurch ebenfalls leicht abschwellend. Manche Präparate enthalten zusätzlich ätherische Öle, die durch ihren kühlenden Effekt das Gefühl erzeugen, die Nase sei freier. Zur kurzfris­tigen örtlichen Behandlung eignen sich zudem Arzneien zum Einnehmen mit den Wirkstoffen Pseudoephedrin oder Phenylephrinhydrochlorid, die die Schleimhaut von innen abschwellen lassen und eine laufende Nase stoppen.


2. Inhalieren befreit die Atemwege

Die Anwendung von heißem Wasserdampf befeuchtet die Atem­wege und verflüssigt verdicktes Sekret. "Zusätzlich Salz hineinzuschütten nützt aber wenig", sagt Apotheker Kircher. Weil die Mineralmoleküle nicht flüchtig sind, gehen sie nur geringfügig in den Dampf über. Auch die Zugabe mancher ätherischer Öle sieht der Experte eher kritisch. Eukalyptusöl könne die Schleimhäute zusätzlich austrocknen. Am besten eigne sich Latschenkieferöl in minimaler Dosierung. Für Kinder sind Wasserdampf-Inhalationen problematisch: Zu groß ist die Gefahr von Verbrennungen und Verbrühung – auch dann, wenn eine spezielle Apparatur aus der Apotheke verwendet wird. Kleine Schnupfen-Patienten sollten nur unter Aufsicht inhalieren.

3. Nasenspülung pflegt

Diese Maßnahme empfiehlt Dr. Miriam Ortiz vor allem zur Vorbeugung. Damit lassen sich nämlich die Schleimhäute gut pflegen. "Ist ein akuter Infekt schon da, kann die Nasendusche die Erreger in die Nasennebenhöhlen verteilen und dadurch eine Verschleppung des Infekts noch begünstigen." Wissenschaftliche Studien bescheinigen der Methode vor allem nach operativen Eingriffen an der Nase positive Wirkungen: Die Spülung fördert das Abheilen von Krusten. Die Übersichtsarbeit eines internationalen Forscher-Netzwerks, der Cochrane Library, sieht auch güns­tige Effekte in der Therapie einer chronisch verstopften Nase.

4. Brust einreiben

In den meisten dieser Mittel sind ätherische Öle aus Menthol oder Eukalyptus enthalten. Diese verdunsten und werden dann inhaliert. Dass dies den Schnupfen schneller ausheilen lässt, ist durch wissenschaft­liche Untersuchungen jedoch nicht bestätigt. "Subjektiv entsteht wohl der Eindruck, die Nase sei freier", sagt Dr. Kircher. Nicht zuletzt steigert auch die Prozedur des Einreibens das Wohlbefinden kurzfristig. Für Kleinkinder sind die Präparate nicht geeignet. Nach Rücksprache mit dem Arzt können Eltern aber einen Tropfen ätherisches Öl auf das Kissen oder die Kleidung ihres Nachwuchses geben.

5. Heiße Mahlzeiten und Getränke

Eine Suppe zu löffeln oder warmen Tee zu trinken empfinden die meisten erkälteten Menschen als äußerst wohltuend. Eine Studie der Universität Cardiff (Wales) etwa belegte schon vor Längerem, dass heißer Apfel-Johannisbeer-Saft Erkältungsbeschwerden wie eine laufende Nase, Frösteln, Husten oder rauen Hals lindert. Allerdings konnten die Wissenschaftler nicht klären, wie dieser Effekt zustande kommt. Denn ­obwohl die 29 erkälteten Probanden angaben, durch den Genuss des Heißgetränks sei ihre Nase freier geworden, konnte eine Messung des Luftstroms diese Wirkung nicht bestätigen – anders als bei einem kalten Saftgemisch, das die Luftzufuhr durch die Nase sogar objektiv verbesserte.

6. Erhöhte Schlafposition

Bei manchen Menschen verschlimmert sich die Verstopfung der Nase, wenn sie sich hinlegen. Ein einfacher und praktischer Trick, der zu erhol­sameren Nächten verhelfen kann: den Kopf höher lagern. Wer kein verstellbares Bett besitzt, legt am besten ein zweites, dickeres Kissen unter das normale.



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