Schnupfen, Husten und Heiserkeit begleiten viele Menschen durch die kalte Jahreszeit. Um gegen Erkältungsviren gewappnet zu sein, sollten vor allem Anfällige rechtzeitig ihre Abwehrkräfte stärken. „Abhärtung bedeutet in erster Linie, die Durchblutungsregulation des Körpers zu optimieren“, sagt Dr. Miriam Ortiz, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren an der Charité-Ambulanz für Prävention und Integrative Medizin in Berlin. Sie schwört deshalb auf vorbeugende Maßnahmen aus der Kneipp-Therapie, die den Wärmehaushalt des Körpers aktivieren. Auch ausreichende Bewegung im Freien, frisches Obst und Gemüse sowie eine konsequente Händehygiene helfen, sich vor Erkältungen zu schützen.
Pflanzliche Helfer
In der Phytotherapie werden zur Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte Sonnenhut (Echinacea), Ginseng (Eleutherococcus), Wasserdost (Eupatorium perfoliatum) und Kaplandpelargonie eingesetzt. Lassen Sie sich in der Apotheke beraten, welches Pflanzenpräparat für Sie infrage kommt und wie Sie es richtig anwenden.
Bewegung
Wer gut eingepackt bei Wind und Wetter draußen ist, regt den Kreislauf an und trainiert die Anpassungsfähigkeit des Organismus an niedrigere Außentemperaturen. „Ich empfehle, mindestens 30 Minuten pro Tag an die frische Luft zu gehen – auch wenn es kalt ist“, sagt Miriam Ortiz. Die Herbstluft aktiviert die Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum. Erkältungsviren können weniger gut andocken.
Ernährung
Obst und Gemüse halten gesund. Besonders vitaminreich sind rote Paprika, Brokkoli, Blumen- und Rosenkohl sowie Kiwi, Orangen, Cranberrys, Acerolakirschen und Holunder. Wer sich nicht vollwertig ernähren kann, sollte sein Essen mit einem Zink- oder einem Multivitaminpräparat ergänzen.
Hygiene
Erkältungsviren tummeln sich auch auf Türklinken und Telefonhörern. Indem Sie die Hände vom Gesicht fernhalten und sie häufig waschen, senken Sie nicht nur Ihr eigenes Ansteckungsrisiko, sondern schützen auch Familienangehörige und Kollegen. Für unterwegs können Handdesinfektionsmittel sinnvoll sein. Angestellte, die regelmäßig alkoholhaltige Desinfektionsmittel für die Hände benutzen, sind deutlich seltener erkältet, zeigte eine Studie der Universität Greifswald.
Abhärtung
Heiß-kalte Duschen, Sauna und Kneippsche Güsse fördern die Fähigkeit des Organismus, sich an wechselnde Temperaturreize anzupassen. Um die Durchblutung der Nasenschleimhäute gezielt anzukurbeln, rät Ortiz zu regelmäßigen kalten Gesichtsgüssen. Auch Kniegüsse stärken über Reflexbahnen die Abwehrkraft des Nasen-Rachen-Raums. Zu Beginn einer Erkältung verbessert ein heißes Fußbad oder eines mit ansteigender Temperatur die Blutversorgung im ganzen Körper.
Ute Essig / Apotheken Umschau;
13.12.2010
Bildnachweis: Jump Fotoagentur/Reinke Productions
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