Um eine Erkältung festzustellen sind keine speziellen Tests oder Untersuchungen notwendig. Je nachdem, welche Beschwerden bei Ihnen vorliegen, schaut Ihnen der Arzt in Mund und Ohren, hört die Lunge ab und misst Fieber, falls Sie das noch nicht getan haben. Vielleicht tastet er auch ihren Hals auf Lymphknotenschwellungen ab oder klopft auf bestimmte Stellen in ihrem Gesicht oder auf der Stirn, um festzustellen, ob Sie Schmerzen haben, die auf eine Nasennebenhöhlenentzündung hindeuten. Falls Sie unter Kopfschmerzen leiden, die zunehmen, wenn Sie den Kopf nach vorne beugen, kann das ebenfalls ein Hinweis auf eine Nasennebenhöhlenentzündung sein.
Findet der Arzt bei diesen Untersuchungen Anzeichen für eine Lungenentzündung oder kann er diese Komplikation nicht sicher ausschließen, wird er Sie zum Lungenröntgen schicken und Ihnen außerdem zur Analyse der Entzündungswerte und möglicherweise auch zur Bestimmung des Erregers Blut abnehmen.
Bei einer Mandelentzündung kann es ebenfalls sinnvoll sein, den Erreger eindeutig zu identifizieren. Handelt es sich nämlich um so genannte beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A, wird zumindest bei schweren Erkrankungsverläufen die Behandlung mit einem Antibiotikum empfohlen. Die noch in vielen Büchern erwähnten Infektionsfolgen in Form einer Herz- oder Nierenschädigung sind allerdings in Studien in Industrieländern in den letzten 30 Jahren nicht mehr nachweisbar gewesen.
Während die Bestimmung des Erregers durch Anzüchtung im Labor mehrere Tage dauert, lässt sich mit einem Streptokokken-Schnelltest rascher ein Ergebnis erzielen. Dazu macht der Arzt einen Abstrich von den Mandeln oder der Rachenhinterwand. Ein solcher Test ist aber meist nur in fraglichen Fällen als zusätzliche Diagnostik sinnvoll. Wenn der Rachen völlig unauffällig aussieht, ist selbst bei Nachweis von Streptokokken ein Infekt unwahrscheinlich, denn etwa 5-15 Prozent der Bevölkerung haben diese Keime immer und ohne krank zu sein im Hals. Im Zweifel ist es ratsam, sich auf die Einschätzung des Arztes zu verlassen, ob Antibiotika notwendig sind.
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13.09.2005, aktualisiert am 04.10.2011
Bildnachweis: W&B/Simon Katzer
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