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Cholesterinwerte: Gesamt-Cholesterin, HDL, LDL, Triglyceride

Bei HDL sprechen Ärzte oft von „gutem“ Cholesterin, bei LDL von „schlechtem“ Cholesterin


Im Blut lassen sich die Cholesterinwerte bestimmen

Das im Blut gemessene Cholesterin ("Gesamtcholesterin") setzt sich aus verschiedenen Fraktionen zusammen. Im Wesentlichen sind dies LDL- und HDL-Cholesterin. Generell nimmt der Gesamtcholesterinspiegel mit dem Alter zu. Junge Frauen haben meist niedrigere Werte als junge Männer. Im Alter gleicht sich dieser Unterschied aus. Ältere Frauen haben im Mittel sogar etwas höhere Werte als ältere Männer.

HDL und LDL

Die Bezeichnungen HDL und LDL leiten sich von der chemischen Bestimmungsmöglichkeit ab: High-Density-Lipoprotein und Low-Density-Lipoprotein sind Fett-Eiweiß-Verbindungen (Lipoproteine), die eine hohe oder niedrige chemische Dichte aufweisen. Diese Verbindungen transportieren das Cholesterin von der Leber zu den verschiedenen Geweben beziehungsweise von dort zur Leber zurück.


Befindet sich zuviel LDL-Cholesterin im Blut, kann sich das negativ auf den Körper auswirken. Denn dieses Cholesterin gilt als das Blutfett, das maßgeblich für die Entwicklung einer Gefäßverkalkung verantwortlich ist. Dem HDL-Cholesterin hat man eine gefäßschützende Wirkung zugeschrieben, da es Cholesterin aus den Geweben – also auch an der Gefäßwand – aufnimmt und zur Leber zurückbringt. Hinsichtlich der Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten sehen Mediziner ein hohes LDL-Cholesterin als ungünstig an und bezeichnen es umgangssprachlich als „schlechtes Cholesterin“.

Ob das HDL-Cholesterin weiterhin ausnahmslos „gutes Cholesterin“ genannt werden kann, wird gegenwärtig unter Experten diskutiert.
 Denn hohe HDL-Werte gehen laut aktuellen großen Studien nicht automatisch mit einem erniedrigten kardiovaskulären Risiko einher – wie früher angenommen. Vielmehr zeigen neuere Untersuchungen, dass Menschen mit genetisch bedingten hohen HDL-Werten auch Herz-Kreislauf-Krankheiten erleiden können. Ein erniedrigtes HDL wird jedoch weiterhin mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko verbunden.

Triglyceride

Weitere wichtige Fette im Blut: die Triglyceride, auch Neutralfette genannt. Sie machen mit über 95 Prozent den Hauptbestandteil der Körper- und Nahrungsfette aus. Triglyceride stammen zum einen aus der Nahrung, zum anderen wandelt der Körper in der Leber und im Fettgewebe über mehrere Schritte Kohlenhydrate in Triglyceride um.

Die Triglyceridwerte im Blut können stark schwanken. Hat zum Beispiel jemand vor der Blutabnahme Alkohol oder eine zuckerhaltige Limonade getrunken, steigen die Werte an. Die Triglyceride können zudem erblich bedingt erhöht sein sowie durch Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes mellitus. Sind die Werte ständig zu hoch und liegen gleichzeitig niedrige HDL-Werte vor, gilt dies als Risikofaktor für eine Arteriosklerose. Sind nur die Triglyceride erhöht (isolierte Hypertriglyceridämie), ist das Risiko für eine Gefäßverkalkung umstritten.

Lipoprotein (a)

Lipoprotein (a) ist ebenfalls ein Eiweißmolekül, das Nahrungsfette im Blut transportiert. Es gehört zu den Low-Density-Lipoproteinen (LDL), ist aber ein unabhängiger Risikofaktor für eine Arteriosklerose. Die Konzentration des Eiweißmoleküls im Blut ist weitgehend genetisch festgelegt. Bestimmte Krankheiten können den Lipoprotein (a)-Wert allerdings beeinflussen. Dazu gehören unter anderem bestimmte Nieren-, Leber- und Schilddrüsenkrankheiten. Lipoprotein (a) sollte zumindest einmal bei der Bestimmung der Blutfettwerte erfasst werden. Oder, wenn jemand Verwandte hat, die schon in jungen Jahren einen Herzinfarkt erlitten haben.




Bildnachweis: Dynamic Graphics/John Foxx
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Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 29.10.2013,
Bildnachweis: Dynamic Graphics/John Foxx

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