Neben den PDE-5-Hemmern (siehe vorhergehende Fragen zur Erektionsschwäche aus der "Experten-Sprechstunde Nieren - Harnwege - Prostata", rechte Spalte), die bei erektiler Dysfunktion als Tablette eingenommen werden, gibt es auch Wirkstoffe, die direkt mit einer dünnen Nadel in den Schwellkörper injiziert werden können: durch den Arzt oder den Patienten selbst nach entsprechender Unterweisung durch den Arzt. Der Wirkstoff Alprostadil etwa bewirkt eine Erektion durch direkte Wirkung auf die Gefäße des Schwellkörpers. Damit wird oft auch bei Patienten, bei denen die Therapie mit PDE-5-Hemmern versagt hat, ein Erfolg erreicht. Alprostadil gibt es auch als kleines „Zäpfchen“, das in die Harnröhre eingeführt wird. In Studien ließ sich damit allerdings nur eine schwächere Wirkung erzielen.
Als rein mechanische Erektionshilfe ist die Vakuumpumpe weit verbreitet: Hier wird der Penis in einen Plastikzylinder eingeführt, in dem mit einer kleinen Handpumpe Unterdruck erzeugt wird. Dadurch wird Blut in die Schwellkörper gesaugt. Eine Art Gummiring, der um die Penisbasis gelegt wird, verhindert das Wiederabfließen des Blutes und hält so die Erektion aufrecht. Der Ring sollte nach spätestens 30 Minuten wieder entfernt werden, um eine normale Durchblutung des Penis zu gewährleisten. Ohne Ring schwillt der Penis wieder ab.
Es stehen mittlerweile auch verschiedene Schwellkörperprothesen aus Metallen, Silikon und Kunststoffen zur Verfügung, die entweder biegsam sind und von Hand in die richtige Form gebracht werden oder die aus einem Flüssigkeitsreservoir (füllbaren Ballons in den Schwellkörpern) und einer Art kleiner Druckpumpe im Hodensack, bestehen. Da die Implantation solcher Systeme einen großen und nicht mehr rückgängig zu machenden operativen Eingriff mit entsprechenden Risiken darstellt, sind sie bisher in Europa wenig verbreitet.
Prof. Dr. med. Jens J. Rassweiler, Dr. med. Marcel Hruza
Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann der Arzt nur im persönlichen Kontakt mit dem Patienten festlegen. Unsere Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Aber sie können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit ihm vorzubereiten und Ihnen ergänzende Hinweise liefern.
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