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Erektionsschwäche: Therapie

Welche der drei zur Zeit erhältlichen PDE-Hemmer (was ist das genau?) haben welche Vor- und Nachteile? Stimmt es, dass man erst nach mehreren Anwendungen sagen kann, ob ein Erfolg eingetreten ist, und dass die allgemeine Erfolgsrate ungefähr bei 50 Prozent liegt?

Der maßgebliche Ansprechpartner bei Erektionsproblemen ist ein Urologe

Bei der normal ablaufenden Erektion (Erhärtung) des Penis laufen im Schwellkörper bestimmte biochemische Prozesse ab: Durch Stimulation über Nerven wird eine bestimmte Form eines Energieträgers produziert, die cGMP heißt. Dieses cGMP bewirkt über die Erweiterung der Blutgefäße in den Schwellkörpern einen vermehrten Ein- und einen verminderten Ausstrom des Blutes; somit kommt es zur Erektion.


PDE-Hemmer (Hemmer der Phosphodiesterase 5, eines Eiweißstoffes, der vor allem im Schwellkörper vorkommt) blockieren den Abbau des Energieträgers cGMP. Die höhere Konzentration von cGMP bewirkt beim Gesunden eine Verlängerung und Verstärkung der Erektion.

 

Bei Menschen mit bestimmten Formen erektiler Dysfunktion, bei denen zu wenig cGMP produziert wird, erreichen die PDE-5-Hemmer, dass die Konzentration des cGMP durch den verminderten Abbau so hoch wird, dass eine Erektion entstehen kann. Voraussetzung ist jedoch eine funktionstüchtige Nervenversorgung der Schwellkörper, damit überhaupt cGMP gebildet wird. Die Erfolgsrate hängt außerdem davon ab, ob eine organische Erkrankung, zum Beispiel Diabetes mellitus oder eine Gefäßerkrankung, dem Problem zugrunde liegt.

 

Unter den drei auf dem Markt verfügbaren PDE-5-Hemmern ist der Wirkstoff Vardenafil der potenteste. Tadalafil wirkt am längsten (18 Stunden Halbwertzeit) und muss daher nicht „on-demand“, also direkt vor dem Geschlechtsverkehr, genommen werden. Auch der „Klassiker“ unter den Wirkstoffen, Sildenafil, hat gute Erfolgsraten. Er könnte bald das preisgünstigste der Präparate sein, da der Patentschutz in absehbarer Zeit abläuft.
Das Nebenwirkungsspektrum ist bei allen Wirkstoffen ähnlich: Beobachtet wurden Kopfschmerzen, Unwohlsein, Gesichtsröte, Herz-Kreislauf-Probleme (Schwindel, Angina pectoris, Ohnmacht) sowie Sehstörungen und (bei Überdosierung) eine schmerzhafte Dauererektion (Priapismus). Diese Medikamente sollten deshalb nicht von Patienten mit Herzschwäche, erhöhtem Herzinfarktrisiko, kürzlich zurückliegendem Herzinfarkt sowie bestimmten Augenerkankungen (Retinitis pigmentosa) eingenommen werden.
Vor der Einnahme von potenzsteigernden Medikamenten sollten Männer ein vertrauliches ärztliches Gespräch mit einem Urologen führen, der gegebenenfalls auch die nötigen Untersuchungen veranlassen wird. Die Therapie sollte kontrolliert und mit niedriger Dosis begonnen werden, um eine Überdosierung mit entsprechenden unerwünschten Wirkungen zu vermeiden. Stellt sich der abgestrebte Erfolg nicht ein, kann die Behandlung mit höherer Dosis einige Male wiederholt werden.

Wichtig für den Patienten zu wissen ist, dass die Krankenkassen die relativ hohen Kosten der Medikamente meist nicht erstatten.

 

Prof. Dr. med. Jens J. Rassweiler, Dr. med. Marcel Hruza

Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann der Arzt nur im persönlichen Kontakt mit dem Patienten festlegen. Unsere Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Aber sie können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit ihm vorzubereiten und Ihnen ergänzende Hinweise liefern.
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