Erektile Dysfunktion:
Tabletten wirken bis zu 36 Stunden

Konsultieren Sie vor der Einnahme von Potenzmitteln immer einen Arzt

Gemeinsam stark! Sprechen Sie mit Ihrer Partnerin offen über Probleme und mögliche Lösungen

Medikamente zur Steigerung der Potenz sind verschreibungspflichtig. Während Sildenafil und Vardenafil vier bis fünf Stunden wirken, schafft Tadalafil bis zu 36 Stunden. Alle drei hatten bis vor Kurzem nur eine Zulassung für die Einnahme bei Bedarf. Tadalafil kann jetzt auch dauerhaft verordnet werden. Nach manchen Prostata-Operationen erhalten Patienten ebenfalls eine Langzeittherapie, um die Erektionsfähigkeit wiederherzustellen.

 
Patienten mit schweren Herzerkrankungen und solche, die nitrathaltige Medikamente oder Molsidomin benötigen, dürfen keine PDE-5-Hemmer nehmen. Wer Alphablocker bekommt, sollte auf jeden Fall vorher den Arzt um Rat fragen. Und allgemein gilt: Finger weg von Präparaten, die als „Original“ oder „Generikum“ ohne Rezept im Internet angeboten werden. Stichproben zeigen immer wieder, dass sie mal zu wenig, mal den falschen oder gar keinen Wirkstoff enthalten. Nicht selten ist auch das Verfallsdatum überschritten.

Bei etwa jedem dritten von erektiler Dysfunktion Betroffenen sprechen PDE-5-Hemmer nicht an. Helfen können dann möglicherweise Vakuum-Erektionshilfen: Saugpumpen, die auf den Penis aufgesetzt und luftdicht am Schaft verschlossen werden (siehe nächstes Kapitel). Durch Unterdruck kommt es zur Erektion, die eine halbe Stunde lang per Gummiring aufrechterhalten werden darf.

 
Schlagen weder Tabletten noch Pumpe an, bleibt die Schwellkörper-Autoinjektions-Therapie (SKAT): Mit einer feinen Nadel spritzt sich der Patient ein Mittel in den Penis und wird mit einer, so Stadler, „guten Erektion belohnt“. Eine weitere Therapie, die Zufuhr gefäßerweiternder Mittel über die Harnröhre (MUSE), spielt mangels Wirksamkeit heute keine große Rolle mehr.

 
Letzter Ausweg sind Penis-Implantate aus Silikon. Dabei setzen die Ärzte zwei auffüllbare Zylinder in die Schwellkörper ein. Auf Knopfdruck füllen sie sich mit Kochsalzlösung aus einem in den Unterbauch eingepflanzten Reservoir.

 
Selbst wenn gar nichts mehr geht, bleibt ein gewisser Trost: Männer können auch ohne Erektion erotische Gefühle erleben. „Die Qualität einer Beziehung entscheidet darüber, wie gut Paare mit solchen Situationen fertig werden – und ob sie noch in der Lage sind, erotisches Neuland zu entdecken“, sagt Heiser.


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