Bei etwa jedem dritten von erektiler Dysfunktion Betroffenen sprechen PDE-5-Hemmer nicht an. Helfen können dann möglicherweise Vakuum-Erektionshilfen: Saugpumpen, die auf den Penis aufgesetzt und luftdicht am Schaft verschlossen werden (siehe nächstes Kapitel). Durch Unterdruck kommt es zur Erektion, die eine halbe Stunde lang per Gummiring aufrechterhalten werden darf.
Schlagen weder Tabletten noch Pumpe an, bleibt die Schwellkörper-Autoinjektions-Therapie (SKAT): Mit einer feinen Nadel spritzt sich der Patient ein Mittel in den Penis und wird mit einer, so Stadler, „guten Erektion belohnt“. Eine weitere Therapie, die Zufuhr gefäßerweiternder Mittel über die Harnröhre (MUSE), spielt mangels Wirksamkeit heute keine große Rolle mehr.
Letzter Ausweg sind Penis-Implantate aus Silikon. Dabei setzen die Ärzte zwei auffüllbare Zylinder in die Schwellkörper ein. Auf Knopfdruck füllen sie sich mit Kochsalzlösung aus einem in den Unterbauch eingepflanzten Reservoir.
Selbst wenn gar nichts mehr geht, bleibt ein gewisser Trost: Männer können auch ohne Erektion erotische Gefühle erleben. „Die Qualität einer Beziehung entscheidet darüber, wie gut Paare mit solchen Situationen fertig werden – und ob sie noch in der Lage sind, erotisches Neuland zu entdecken“, sagt Heiser.