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Tai-Chi – entspannende Kampfkunst

Das chinesische Schattenboxen findet auch bei uns immer mehr Anhänger. Lernen Sie hier die Grundlagen

Die korrekte Bezeichung lautet "Taijiquan", meist wird es bei uns aber nur kurz Tai-Chi genannt. In China ist Tai-Chi ein Volkssport, und auch in Deutschland wird die Methode immer beliebter – als Bewegungform und Gymnastik, die Geist und Körper fördert. Die ursprünglich als Kampfkunst entwickelte Sportart ist etwa 400 Jahre alt. Zwar liegen seine Wurzeln noch weiter zurück, aber erst in den letzten Jahrhunderten bildete sich der eigentümliche Stil des Tai-Chi mit seinen fließenden, harmonischen Bewegungen heraus.

 

Tai-Chi gehört zwar zu den chinesischen Kampfkünsten, aber im Unterschied zum Beispiel zum Kung Fu, zählt es zu den sogenannten inneren Kampfkünsten, das heißt seine Besonderheit liegt in der Verteidigung. Meister des Tai-Chi – wie etwa Professor Jianguo Sun im Video – sollen in der Lage sein, einen Angreifer einfach von sich abprallen zu lassen. Die heute bekannte Form des Tai-Chi wurde erst in den letzten beiden Jahrhunderten entwickelt. Nach dem zweiten Weltkrieg unterstützte die chinesische Regierung Tai-Chi sogar als Methode zur Stärkung der Volksgesundheit. Tai-Chi wurde sogar wissenschaftlich erforscht und öffentlich gefördert. Nach chinesischer Vorstellung kräftigt der Sport die Lebensenergie des Menschen, das Chi.

 


Video: Eine Einführung in Tai-Chi

 

Die Methode kennt viele verschiedene Stile und Übungen. Ihnen gemein sind viele Grundformen, die jedoch häufig in Form und Aufbau variieren. Neben den Übungen sind auch die korrekten Grundhaltungen entscheidend. Dazu gehören die richtige Grundstellung, die Position des Beckens sowie das Aufrichten der Wirbelsäule. Ein Übender sollte wie ein Baum mit der Erde verwurzelt sein und gleichzeitig über sich selbst hinauswachsen. Ebenso wichtig sind der richtige Atem und die fließende, ständige Gewichtsverlagerung während der Übungen.

 

Diese Grundtechniken sollte man sich auf jeden Fall von einem erfahrenen Trainer zeigen lassen, um Fehler von Anfang an zu vermeiden. Eine erste Vorstellung erhalten Sie in unserem Übungsvideo. In den über 1500 verschiedenen Übungsformen wiederholen sich viele ähnliche Übungsteile – wie zum Beispiel ein Fauststoß, das Kreuzen der Hände oder der Fußstoß. Diese Grundübungen werden zu immer neuen Formen kombiniert.

 

Übungsvideo: Die zehn Grundübungen des Zimmer-Tai-Chi

 

Im Übungsvideo demonstriert der chinesische Sportwissenschaftler Jianguo Sun zehn Grundübungen im sogenannten Zimmer-Tai-Chi. Diese Form kann überall geübt werden, daher auch der Name.

 

Jianguo Sun hat lange an der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Shanghai Wushu, QiGong und Tai-Chi unterrichtet. Danach lernte er in Japan und den USA die Bedeutung der Bewegung für die Rehabilitation kennen. Seit 15 Jahren hat er seine eigene Schule in München.


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Jörg Jovy / www.apotheken-umschau.de; 07.07.2009, aktualisiert am 21.07.2010

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