Ballaststoffreiche und fettarme Kost: Eine gesunde Ernährung trägt dazu bei, das Darmkrebsrisiko zu minimieren
Um Ihr Darmkrebsrisiko möglichst gering zu halten, sollten Sie sich fettarm und ballaststoffreich ernähren. Außerdem ist es sinnvoll, die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen.
Für Personen ohne besonderes Risiko sind ab 50 Jahren jährlich ein Test auf Blut im Stuhl und eine Tastuntersuchung des Mastdarms vorgesehen. Ab dem 55sten Geburtstag hat jeder Versicherte Anspruch auf eine einmalige Darmspiegelung, die bei unauffälligem Befund erst nach zehn Jahren wiederholt werden muss. Wer diese Möglichkeit nicht wahrnimmt, kann stattdessen alle zwei Jahre einen Test auf Blut im Stuhl durchführen lassen. Personen mit besonderen Risikofaktoren sollten eventuell schon früher an Früherkennungsuntersuchungen teilnehmen.
Ernährung
Eine wichtige Säule der Darmkrebsvorbeugung ist die Ernährung. Sie sollten wenig Fleisch zu sich nehmen und Speisen mit möglichst wenig Fett zubereiten. Empfohlen wird stattdessen eine ballaststoffreiche, also insbesondere gemüse- und salatreiche Kost: Dadurch beschleunigen Sie nämlich Ihre Stuhlpassage. Eventuell im Stuhl enthaltene krebsfördernde Stoffe können dann nicht mehr so lange auf die Darmwand einwirken. Regelmäßige Bewegung unterstützt die schnelle Darmpassage ebenso und sollte daher auch zu Ihrem Tagesplan gehören.
Ein positiver Effekt von Vitamin C, Folsäure und Kalzium zur Vorbeugung eines Kolonkarzinoms wird diskutiert. Diese sollten aber in Form von Obst und Gemüse beziehungsweise Milchprodukten zugeführt werden.
Test auf Blut im Stuhl und Tastuntersuchung
Die zweite wichtige Säule der Darmkrebsvorsorge stellen die Screeninguntersuchungen dar: Im Rahmen der jährliche Krebsvorsorgeuntersuchung übernimmt die Krankenkasse auch für Patienten ohne besonderes Risiko ab 50 Jahren die Kosten für einen Schnelltest auf okkultes, das heißt mit dem bloßen Auge nicht sichtbares, Blut im Stuhl.
Allerdings können mit diesem Test erst Blutverluste ab einer Menge von 20 bis 40 Milliliter pro Tag nachgewiesen werden. Polypen – also gutartige Schleimhautwucherungen – und Dickdarmtumore, deren Blutverlust darunter liegt oder die gar kein Blut absondern, werden nicht erfasst. Bei der Einnahme von Vitamin C und beim Genuss von rohem Fleisch kann es bei diesem Testverfahren auch zu falschen Ergebnissen kommen. Insgesamt ist der Test zwar anfällig für Fehler, aber er hilft trotzdem, zumindest einige Dickdarmtumore zu entdecken. Ebenso zur jährlichen Vorsorgeuntersuchung gehört natürlich die Austastung des Mastdarms mit dem Finger durch Ihren Arzt.
Darmspiegelung
Ab dem 55. Geburtstag steht für Personen ohne besonderes Risiko im Rahmen der Darmkrebsvorsorge die Darmspiegelung (Koloskopie) zur Verfügung. Bei unauffälligem Befund genügt es, diese nach 10 Jahren zu wiederholen. Bei der Darmspiegelung kann der Arzt nicht nur bereits vorhandenen Krebs diagnostizieren, sondern auch gutartige Schleimhautwucherungen abtragen und somit möglicherweise Krebs am Entstehen hindern (siehe Kapitel Ursachen und Risikofaktoren).
Bei Risikogruppen sollte die Darmspiegelung im Rahmen der Krebsvorsorge schon früher durchgeführt werden: Verwandte ersten Grades von Patienten, bei denen ein Kolon- oder Rektumkarzinom oder ein Adenom vor dem 60. Geburtstag diagnostiziert worden ist, erhalten mit 40 Jahren alle 5 Jahre eine Darmspiegelung. Es gilt die Faustregel, dass Sie bei Ihrer ersten Darmspiegelung zehn Jahre jünger sein sollten als Ihr Verwandter zum Zeitpunkt der Feststellung von Darmkrebs.
Ist das Darmkrebsrisiko durch Erbkrankheiten wie eine familiäre adenomatöse Polyposis oder ein Lynch-Syndrom stark erhöht, so wird die Darmspiegelung noch früher und häufiger empfohlen. Hier ist eine individuelle Beratung wichtig.
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13.09.2005, aktualisiert am 29.09.2011
Bildnachweis: W&B/Winfried Fischer, Banana Stock/ RYF
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