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Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom)
Ursachen und Risikofaktoren

Gene, Lebensweise, Krankheiten – vieles kann bei der Entstehung eines Kolonkarzinoms eine Rolle spielen


Schleimhautwucherung: Polypen im Dickdarm können bei einer Darmspiegelung gleich entfernt werden

Verschiedene Faktoren haben einen Einfluss auf das Risiko, an einem Kolonkarzinom zu erkranken. Häufig entwickelt sich das Kolonkarzinom aus gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut, den sogenannten Polypen. Damit aus einem gutartigen Polypen ein bösartiger Tumor entsteht, sind jedoch bestimmte Faktoren und Veränderungen am Erbgut der Zellen nötig.

 

Aber auch die Lebensweise kann Einfluss auf das Darmkrebsrisiko haben. Die Gene spielen ebenfalls eine Rolle: Wer Verwandte ersten Grades hat, die unter Darmkrebs leiden, ist selbst stärker gefährdet, ebenfalls daran zu erkranken. Daneben können bestimmte – teilweise vererbte – Krankheiten, wie die so genannten familiären Polyposis-Syndrome und das Lynch-Syndrom das Risiko für ein Kolonkarzinom erhöhen; ebenso die chronisch-entzündliche Darmkrankheit Colitis ulcerosa. 


Von gutartigen Wucherungen zu Darmkrebs

Das Kolonkarzinom entwickelt sich in den häufigsten Fällen aus Dickdarmpolypen. Das sind gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut, die in der Regel in den Darm hineinragen. Handelt es sich bei den Polypen um sogenannte adenomatöse Polypen (Adenome), so können sie zu Krebs entarten.

Damit aus einer solchen gutartigen Wucherung Darmkrebs entstehen kann, müssen einige Dinge zusammen kommen. Denn die Krebsentstehung ist ein komplexer Prozess, bei dem unter anderem die Fehlsteuerung von Genen eine Rolle spielt.

Eine einzelne Genveränderung bewirkt also noch nicht die Entstehung von Krebs, sondern die Summe der Veränderungen macht es aus. Anfangs ist das Wachstum noch begrenzt. Irgendwann schlägt es um in ein unkontrolliertes, bösartiges Wachstum. Je länger der Darm also potentiell krebsauslösenden Einflüssen ausgesetzt ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein Kolonkarzinom entsteht. Mit steigendem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit, an Darmkrebs zu erkranken immer mehr zu. Meistens sind die Betroffenen bei Entdeckung des Tumors 50 Jahre und älter, gelegentlich wird aber auch schon bei unter 40jährigen ein Kolonkarzinom diagnostiziert.

Faktor Lebensgewohnheiten

Ebenso haben Herkunft und typische Lebensgewohnheiten einen Einfluss auf das Krebsrisiko. So ist das Risiko an Darmkrebs zu erkranken über Europa verteilt unterschiedlich hoch: Im Norden tritt die Krankheit häufiger auf als im Süden. Das mag wohl auch mit den unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten zusammenhängen: Ballaststoffarme, fleisch- und fettreiche Kost, Übergewicht, langjähriges Rauchen und Alkohol erhöhen das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Viel Gemüse und Salat auf dem Speiseplan dienen eher der Vorbeugung.

Der Einfluss von Genen und Krankheiten

Auch bestimmte Vorerkrankungen erhöhen das Darmkrebsrisiko. Hierzu gehören, wie bereits beschrieben, die adenomatösen Polypen im Dickdarm, die zunächst meist gutartig sind und dann bösartig werden können. Wird die Darmschleimhaut beständig gereizt, so kann auch dies zu Krebs führen. Dies geschieht etwa bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, wie zum Beispiel der Colitis ulcerosa. Hier ist die Schleimhaut von Grimm- und Mastdarm entzündet und es kann zu blutig-schleimigen Durchfällen kommen.

Bei anderen Krankheiten kann es nötig sein, die Harnblase zu entfernen. In diesen Fällen kann der Dickdarm als Ersatzblase fungieren.  Der Chirurg schließt hierzu beide Harnleiter an den Darm an. Die Darmschleimhaut wird so jedoch durch den Harn, auf den sie eigentlich nicht ausgerichtet ist, ständig gereizt. Hierdurch kann es dann wiederum leichter zur Entstehung von Darmkrebs kommen.

Bei jedem zehnten Darmkrebsfall spielen auch erbliche Faktoren eine Rolle: Leidet ein Verwandter ersten Grades an der Krankheit, so haben die Angehörigen ebenfalls ein erhöhtes Risiko, Darmkrebs zu bekommen. Das Risiko ist hierbei umso höher, je früher der Verwandte erkrankt ist. Weiter sind spezielle Erbkrankheiten bekannt, bei denen das Darmkrebsrisiko besonders stark steigt. Dazu gehören die so genannten familiären Polyposis-Syndrome und das Lynch-Syndrom. Bei den Polyposis-Syndromen haben die Angehörigen einer Familie sehr viele Darmpolypen, die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung eines Krebsgeschwürs ist damit erhöht. Beim Lynch-Syndrom entsteht aufgrund einer bestimmten Gen-Mutation im mittleren Alter Darmkrebs, ohne dass es vorher zur Ausbildung von Polypen kommt. Der Darmkrebs ist dann oft auch noch mit Krebsgeschwüren in anderen Organen kombiniert.



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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 29.09.2011
Bildnachweis: W&B/ Olympus

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