Suchen Sie hier nach Diagnosen alphabetisch von A-Z

 

Ultraschall-Untersuchung (Sonografie)

Zusammenfassung:
Bei der Ultraschalldiagnostik oder Sonografie werden Organe bildlich dargestellt, indem Ultraschall-Wellen von einem Schallgeber als kurze Impulse in den Körper gesendet, von Haut- und Gewebeschichten reflektiert und von dem Gerät zu einem am Monitor sichtbaren Bild verarbeitet werden.


Technik

Zur Durchführung einer Sonografie wird ein Gerät verwendet, das Ultraschallwellen erzeugt. "Ultra"-Schall bezeichnet Schallwellen im für den Menschen nicht hörbaren Bereich (mehr als 20.000 Schwingungen pro Sekunde = 20 Kilo-Hertz bzw. kHz). Die medizinische Sonografie verwendet Ultraschall von 1 bis 15 MHz Frequenz. Ein Schallkopf, der diese Schallwellen erzeugt, wird dort über die Haut bewegt, wo sich das zu untersuchende Organ oder Körperteil befindet. Die Schallwellen dringen durch das Gewebe und werden von den Grenzschichten in unterschiedlichem Maß reflektiert.
Die reflektierten Echoimpulse werden vom selben Schallkopf wieder aufgefangen, elektronisch verarbeitet und auf einem Monitor als Schwarz-Weiß-Bild dargestellt. Der untersuchende Arzt dokumentiert die Untersuchung, indem er bei aussagekräftigen Bildern einen Auslöser betätigt, der das Bild auf einer Folie oder einem Videoprinter festhält oder es digital speichert.
Das dabei entstehende Bild zeigt Umrisse und Struktur von Organen sowie krankhafte Veränderungen, Geschwülste oder Gewebewucherungen (Tumore), und lässt vor allem erkennen, ob Form-, Lage- oder Strukturanomalien von Organen vorliegen.
Seit einigen Jahren stehen auch Ultraschallgeräte zur Verfügung, die eine dreidimensionale Bilddarstellung erlauben ("3D-Sonografie"). Dies kann besonders in der Geburtshilfe zu einer besseren Veranschaulichung der Formen des ungeborenen Kindes beitragen; Anwendungen der 3D-Sonografie für andere Zwecke sind noch weitgehend im Versuchsstadium.

Ein spezielles sonografisches Verfahren, das bei Durchblutungsstörungen angewendet wird, ist die Doppler-Sonografie, bei der die Flussgeschwindigkeit in Blutgefäßen gemessen werden kann. Strömungsgeschwindigkeit und Strömungsrichtung des Blutes in Arterien und Venen können entweder auf akustischem (Doppler-Ultraschall) oder optischem Weg (Duplex-Ultraschall) dargestellt werden. Bei der Farb-Duplex-Sonografie wird die Strömungsrichtung und -geschwindigkeit durch unterschiedliche Farben sichtbar gemacht. Dieses Verfahren ist noch genauer als die Duplex-Sonografie zur Darstellung von Gefäßengstellen der Halsschlagader und der Beingefäße.

Die Sonografie wurde durch die Entwicklung von Kontrastmitteln, die intravenös in die Armvene verabreicht werden, nochmals verbessert. Das Kontrastmittel hilft, die Schlagadern und die Durchblutung von Geweben und Tumoren zu beurteilen. Kontrastmittel wird bei der Sonografie nicht routinemäßig verabreicht, es kann aber bei ausgewählten Indikationen die Aussagekraft der Methode erhöhen.

Gründe zur Durchführung einer Sonografie sind:
Untersuchungen des Bauchraumes (Oberbauch-, Unterbauchsonografie): Die Sonografie ist die Methode der Wahl zum Nachweis von Gallenblasensteinen. Sie ist auch eine sehr gute Methode zur Leberdiagnostik (Tumore, Zysten, etc.), für Nierensteine und Nierenstauung (Hydronephrose) und zum Nachweis eines Aortenaneurysma (Ausweitung der Bauchschlagader).
Untersuchung der Schilddrüse (z.B. Strumaknoten, Kropf), der Speicheldrüsen und der Lymphknoten in der Halsregion
Untersuchungen von Gelenken (Darstellung von Gelenkergüssen)
Untersuchungen des Bewegungs- und Stützapparates: Muskeln, Sehnen und Bänder
Intravaginale Sonografie: durch eine in die Vagina eingeführte Ultraschallsonde kann genauer als mit der "normalen" Sonografie (mit Schallkopf auf der Bauchdecke) die Gebärmutter oder die Eierstöcke beurteilt werden (bei Verdacht auf Tumore, Zysten oder Schwangerschaft).
Schwangerschaftsbegleitende Untersuchungen. Die Routineuntersuchung mittels Ultraschall (Screening) ist laut Mutter-Kind-Pass während einer Schwangerschaft zweimal (in Deutschland dreimal) empfohlen und hat vorbeugenden Charakter. Bei Verdacht auf bestimmte Störungen im Schwangerschaftsverlauf sucht der Arzt mittels gezielter Ultraschall-Diagnostik nach dem spezifischen Krankheitsbild.
Durchblutungsstörungen der Beingefäße oder der Halsschlagadern.
Untersuchungen des Herzens: Funktion der Herzklappen, Pumpleistung der Herzkammern, Herzbeutelerguss
Untersuchung der Prostata
Duplex-Sonografie (oder Farb-Doppler-Sonografie) der Halsschlagadern bei Durchblutungsstörungen des Gehirns.

Vorgehensweise

Für die Sonografie sind keine besonderen Vorbereitungen des Patienten nötig. Bei bestimmten Untersuchungen des Bauches sollte der Patient nüchtern sein (d.h. in den vorhergehenden sechs Stunden nichts gegessen und getrunken haben), da Luft und Gase im Darm die Untersuchung behindern und es durch Nahrungsaufnahme, aber auch Zigarettenrauchen, zu einem Zusammenziehen der Gallenblase kommt, wodurch eine Beurteilung z. B. hinsichtlich Gallensteinen erschwert wird.
Meist findet die Untersuchung in einem speziell eingerichteten Raum statt, der leicht abgedunkelt wird. Der Patient wird im Sitzen oder im Liegen untersucht.
Um die Leitfähigkeit der Schallwellen in den Körper hinein zu gewährleisten, wird die Haut an der Untersuchungsstelle mit einem Kontaktgel bestrichen. Der Arzt bewegt den etwa fünf bis sieben Zentimeter breiten Schallkopf über die Haut und verfolgt das nun entstehende Bild direkt am Monitor. Das Durchdringen des Gewebes mit den Schallwellen ist für den Patienten nicht wahrnehmbar.
Es stehen auch stabförmige Ultraschallsonden zur Verfügung, welche in die Scheide oder den Mastdarm eingeführt werden und eine bessere Darstellung der Unterbauchorgane erlauben. Dies wird meist durch Fachärzte für Gynäkologie/Geburtshilfe (Beurteilung des Uterus und der Eierstöcke) bzw. Fachärzte für Urologie (Beurteilung der Prostata) angewendet. Auch eine Beurteilung des Afterschließmuskels ist auf diese Weise möglich.
Ferner gibt es auch dünne, biegsame Ultraschallsonden, die über den Mund bis in die Speiseröhre und den Magen vorgeschoben werden können, wenn ein Tumor vermutet wird.

Patientenrisiko

Die Ultraschalldiagnostik ist ein bildgebendes Untersuchungsverfahren ohne Eingriff in den Körper. Es ist weder mit Schmerzen verbunden noch tritt eine Strahlenbelastung auf.
Die Anwendung von stabförmigen Ultraschallsonden, die in den Mastdarm oder die Speiseröhre eingebracht werden, kann allerdings lokal schmerzhaft sein und die Gabe eines Beruhigungsmittels erfordern. 
Es sind keine nachteiligen Folgen der Anwendung von Ultraschall bekannt. Allerdings sollten vorsichtshalber Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft nur durchgeführt werden, wenn ein begründeter Zweck der Untersuchung angegeben werden kann. Besonders Ultraschalluntersuchungen mit hoher Schallenergie, nämlich Doppler- und Farb-Doppler-Untersuchungen, sollten nur sparsam angewendet werden (Ultraschall in jedem Fall?).
 
Letzte Aktualisierung:
04.09.2007 (Patricia Herzberger)
Autor:
Frank Hartmann, Univ. Prof. Dr. med. Wolfgang Schima
Experten für diese Seite:
Univ. Prof. Dr. med. Wolfgang Schima (Radiologie)

Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen, sondern können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden.

Themen-Specials für Ihre Gesundheit:

Medikamentenfinder

ICD10-Diagnosefinder