Bewegung: Macht Spaß – und gesund
Regelmäßiger Sport ist nicht nur der beste Weg, Speckpölsterchen abzubauen. Bei körperlicher Aktivität verbrennt der Körper mehr Zucker, außerdem werden die Muskelzellen empfindlicher für Insulin, können Glukose also wieder besser aufnehmen und verwerten. Die erfreuliche Folge: Der Blutzuckerspiegel sinkt. Dieser Effekt hält sogar noch nach dem Sport eine ganze Weile an. Regelmäßiges Training wirkt sich langfristig günstig auf den gesamten Organismus aus. Gut geeignet sind Ausdauersportarten wie zum Beispiel Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen, Skilanglauf, Wandern oder auch Tanzen – je nach Geschmack. Der Spaß sollte dabei nicht zu kurz kommen, sonst fällt es gewöhnlich schwer, durchzuhalten. Ideal sind drei bis vier halbstündige Trainingseinheiten pro Woche. Generell gilt jedoch: Jede Bewegung zählt, auch der kleine Spaziergang um den Block. Anfänger sollten sich vor dem Start ins Sportlerleben auf jeden Fall vom Arzt beraten lassen. Unter Umständen muss auch die Therapie entsprechend angepasst werden.
Medikamente: Die perfekte Ergänzung
Die richtige Ernährung und viel Bewegung sind die unabdingbare Basis der Behandlung. Sollten die Blutzuckerwerte damit allein nicht in den Griff zu kriegen sein, helfen Tabletten, so genannte „orale Antidiabetika“. Sie setzen an verschiedenen Stellen an: Manche stimulieren die Bauchspeicheldrüse, noch etwas mehr Insulin freizusetzen, manche verstärken die Wirkung des Insulins an der Zelle, wieder andere sorgen dafür, dass Glukose aus der aufgenommenen Nahrung nur verzögert freigesetzt wird oder sie bremsen die Neubildung von Glukose in der Leber. Tabletten sind allerdings kein Ersatz für einen gesünderen Lebenswandel.
Wichtige Medikamentengruppen sind
Metformin
Sulfonylharnstoffe
Alpha-Glukosidasehemmer
Glitazone
Glinide
Gliptine Inkretin-Mimetika und -Verstärker
Insulin: Keine Angst vor Spritzen
Bringen Lebensweise und Tabletten nicht (mehr) das gewünschte Ergebnis, muss Insulin gespritzt werden. Moderne Spritzhilfen machen die Therapie unkompliziert. Weil sie so handlich sind wie ein normaler Stift, werden sie Pen genannt, nach dem englischen Wort pen für Füllfederhalter.
Konventionelle Insulintherapie: Vereinfacht gesagt, richtet sich der Patient bei dieser Behandlungsform mit seiner Ernährung nach dem vorgegebenen Therapieschema.
Intensivierte Insulintherapie: Hier lernt der Betroffene, die nötige Insulindosis selbst an seinen Lebensrhythmus, also Mahlzeiten, Bewegung und aktuellen Blutzuckerwert anzupassen. Dabei kommt eine Kombination aus schnell und verzögert wirksamen Insulinarten zum Einsatz. Auf diese Weise wird die natürliche Blutzuckerregulierung des Körpers besser nachgeahmt und ein spontanerer Alltag möglich. Voraussetzung ist aber, dass der Patient seinen Blutzucker mehrmals täglich bestimmt und gut über die richtige Ernährung und die Insulintherapie Bescheid weiß.
Im Jahr 2006 kam ein spezielles Insulinpulver in die Apotheken, das über einen Inhalator eingeatmet werden konnte. Allerdings stieß es weder bei den Ärzten noch bei den Patienten auf die erhoffte Resonanz. Ende 2007 wurde es daher wieder vom Markt genommen.
Sonderfall Transplantation
In Ausnahmefällen kommt eine Transplantation der Bauchspeicheldrüse infrage, zum Beispiel dann, wenn ohnehin eine Niere transplantiert werden muss. Eine echte Therapieoption bei Typ 2 ist diese Operation aber nicht. Sie birgt Risiken, außerdem müssen die Patienten anschließend lebenslang Medikamente nehmen, die eine Abstoßung des neuen Organs verhindern.