Diabetes mellitus Typ 2
Symptome

Diabetes macht anfangs meistens kaum Beschwerden. Deshalb kann er lange unentdeckt bleiben

Ständig müde und schlapp? Das kann ein Hinweis auf Diabetes sein – muss aber nicht
Tückischerweise macht Typ 2 Diabetes anfangs kaum Beschwerden. Deshalb bleibt er oft lange unentdeckt. Nicht selten tauchen erst dann Symptome auf, wenn bereits Folgeschäden entstanden sind.

Unspezifische Zeichen, die auf die Krankheit hindeuten können, sind: Allgemeine Schwäche, häufige Infektionen, schlecht heilende Wunden, trockene oder juckende Haut, seltener auch Durst und häufiges Wasserlassen.

Wichtige Folgekrankheiten:

Wird Diabetes nicht rechtzeitig behandelt, „verkalken“ die großen Blutgefäße. Mediziner nennen das Makroangiopathie (von griech. makro = groß, angio = Gefäß, pathie = Krankheit). Es bilden sich Ablagerungen in den Gefäßwänden, das Blut kann nicht mehr richtig fließen. Es drohen Herzinfarkt, Schlaganfall und Verschlüsse der Beinarterien. Aber auch die kleinsten Blutgefäße leiden unter schlechten Blutzuckerwerten. Diese Mikroangiopathie führt vor allem zu Schäden an den Augen, den Nieren und den Nerven.

Auge

Augen: An der Netzhaut des Auges – der Retina – entstehen kleinste Gefäßaussackungen, später auch Gefäßverschlüsse, Blutungen und Fetteinlagerungen. Im weiteren Verlauf bilden sich neue Adern, die jedoch leicht reißen und zur Netzhautablösung führen können. Die diabetische Retinopathie ist in der westlichen Welt eine häufige Erblindungsursache. Eine rechtzeitige Therapie – vor allem auch eines zu hohen Blutdrucks – verhindert das Schlimmste.

 

Nieren: Schäden an den kleinsten Blutgefäßen stören die Funktion der Nieren. Ihre „Filteranlage“ funktioniert nicht mehr richtig, wird durchlässig für Eiweiß, so dass es im Urin auftaucht. Die diabetische Nephropathie endet schlimmstenfalls im Nierenversagen. Bluthochdruck und Nierenprobleme verstärken sich gegenseitig. Auch hier gilt: Eine optimale Therapie beugt vor und kann Schäden zum Teil wieder rückgängig machen.

 

Nerven: Quälendes Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Brennen in den Füßen ist oft das erste Anzeichen einer diabetischen Neuropathie. Sie kann grundsätzlich alle Nerven treffen, besonders gefährdet sind jedoch die sensiblen Nerven, die Empfindungen wie Schmerz und Temperatur weiterleiten. Auch autonome Nerven, die unsere inneren Organe versorgen, werden oft in Mitleidenschaft gezogen. So kommt es zu Störungen der Magen- oder Blasenentleerung, zu Verstopfung oder Durchfall oder auch zu Potenzproblemen. Gefährlich ist es, wenn Nerven ihre Warnfunktion verlieren: Diabetiker spüren bei einem Herzinfarkt oft gar keine Schmerzen. Das Risiko, dass der Notfall zu spät bemerkt wird, steigt.

 

 

Füße: Nervenschäden an den Füßen haben fatale Folgen: Zum einen ändert sich durch die Störung der Bewegungsablauf, Hornhautverdickungen können entstehen. Weil auch die Schmerzwahrnehmung gestört ist,  bemerken Diabetiker Druckstellen oder kleine Verletzungen nicht mehr rechtzeitig. Ist zusätzlich die Durchblutung vermindert, bilden sich schlecht heilende Wunden, die sich leicht infizieren. Im schlimmsten Fall stirbt das Gewebe ab. Dann hilft nur noch eine Amputation. Doch soweit muss es nicht kommen. Mit einer guten Therapie und sorgfältiger Fußpflege lässt sich gegensteuern.