Trennng, Migration, Verlust stabiler Beziehungen: Diese soziale Komponente kann eine Depression fördern
Das wichtigste Erklärungsmodell ist das „bio-psycho-soziale Modell“. Das Modell besagt, dass sowohl biologische als auch psychologische und soziale Faktoren bei der Entstehung von Depressionen eine wichtige Rolle spielen. Bei der Mehrzahl der Menschen lässt sich daher nicht eine Ursache der Depression ausmachen. Vielmehr tragen mehrere Faktoren dazu bei.
Zu den biologischen Ursachen zählen in erster Linie erbliche Faktoren, das heißt bestimmte Gene, die mit einem etwas erhöhten Risiko für eine Depression verbunden sind. Wer ein solches Gen geerbt hat, bekommt bei entsprechender Belastung im Laufe des Lebens eher eine Depression als ein anderer, welcher eine robustere Ausstattung geerbt hat. Biologische Faktoren sind aber auch bestimmte körperliche Erkrankungen, wie zum Beispiel Schädigungen des Gehirns oder schwere Hormonstörungen. Konkrete Beispiele sind Verletzungen des Frontalhirns, ein Schlaganfall oder eine Schilddrüsenüberfunktion.
Psychologische Ursachen für Depressionen sind vor allem schwere traumatische Kindheitserfahrungen, wie Verlust enger Bezugspersonen, Missbrauch und Gewalt oder auch emotionale Vernachlässigung.
Soziale Faktoren sind zum Beispiel Trennungen, Verlust von Angehörigen, Mobbing am Arbeitsplatz, oder der Verlust sozialer Kontakte nach Migration.
Professor Dr. med. Ulrich Voderholzer
Ärztlicher Direktor / Chefarzt
Schön Klinik Roseneck, Prien am Chiemsee
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25.03.2009, aktualisiert am 03.12.2010
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