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Depressionen:
Therapie (2) – Medikamente

Antidepressiva sind – zumindest bei mittelschweren und schweren Depressionen – ein meist unverzichtbarer und gut wirksamer Bestandteil der Therapie


Medikamente sollten wie verordnet und ausreichend lange eingenommen werden. Das hilft Rückfälle zu vermeiden

Die Medikamente bringen die Hirnbotenstoffe wieder ins Gleichgewicht und normalisieren die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen. Es ist allerdings wichtig zu wissen, dass die Wirkung nicht immer sofort einsetzt, sondern oft erst nach rund zwei Wochen. Das erfordert viel Geduld vom Patienten und eine engmaschige Betreuung durch den behandelnden Arzt.

Entgegen verbreiteter Vorurteile machen Antidepressiva nicht abhängig und verändern auch nicht die Persönlichkeit. Allerdings können sie Nebenwirkungen haben. Und es kann vorkommen, dass das erste verabreichte Antidepressivum nicht gut genug wirkt, so dass der Arzt einen anderen Wirkstoff verschreiben muss. Wichtig ist, das Medikament wie verordnet und ausreichend lange zu nehmen – über mehrere Monate: Die Akutbehandlung dauert vier bis sechs Monate, die Erhaltungstherapie (= eine Verschlechterungsprophylaxe) dauert weitere vier bis sechs Monate. Das senkt die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall.


In vielen Fällen bleibt es bei einer depressiven Episode. Trotzdem sollte jeder, der schon einmal depressionskrank war, auf mögliche Anzeichen einer erneuten Depressionsphase achten und sich in diesem Fall rasch in ärztliche Behandlung begeben. Mit einer frühzeitigen Therapie lassen sich Stärke und Dauer weiterer depressiver Phasen deutlich verringern.


Es gibt zahlreiche verschiedene antidepressiv wirksame Präparate unterschiedlicher Hersteller. Deshalb seien an dieser Stelle nur die grundlegenden Antidepressiva-Typen genannt:

  • MAO-Hemmer (nicht-selektive irreversible Monoaminooxidase-Hemmer) - heute eher selten verwendet
  • RIMA (selektive reversible Monoaminooxidase-A-Hemmer) - heute eher selten verwendet
  • TZA und TeZA (trizyklische bzw. tetrazyklische Antidepressiva)
  • SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer)
  • NaRIs, DAS, SNaRIs und NaSSas (Antidepressiva mit unterschiedlichen chemischen Strukturen, die sich von den bis in die 1980er-Jahre entwickelten Antidepressiva unterscheiden)

Bei bipolaren Erkrankungen können Lithium, Valproinsäure oder Carbamazepin die Stimmung stabilisieren. Hier ist die vorbeugende Behandlung besonders wichtig.

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Medikamenten, zu ihren Wirkungen und Nebenwirklungen, gibt Ihnen Ihr Arzt.



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www.apotheken-umschau.de; 14.12.2006, aktualisiert am 07.03.2011
Bildnachweis: Image Source/RYF

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