Als erstes ist es wichtig, eine Depression als Krankheit zu akzeptieren und sie nicht als Faulheit oder persönliches Versagen zu sehen. Schuldgefühle und Selbstvorwürfe sind typische Symptome einer Depression, und die Akzeptanz einer Depression als Krankheit kann von diesen Vorwürfen entlasten. Sehr wichtig ist auch der Aufbau einer Tagesstruktur mit Aktivitäten, die im Rahmen der Depression noch möglich sind. Viele Menschen mit Depressionen liegen den ganzen Tag im Bett, dadurch wird die Stimmung oft noch schlechter. Frühmorgens aufstehen, Spaziergänge und leichte Aktivitäten wirken sich körperlich positiv aus und können auch von den permanenten Grübeleien ablenken. Außerdem kann es helfen, bewusst die Aufmerksamkeit auf positive Dinge zu lenken, indem man beispielsweise ein „Tagebuch angenehmer Erfahrungen“ führt, in dem man täglich ein positives Ereignis notiert. Auch das Formulieren und Umsetzen überschaubarer, realistischer Ziele kann sich deutlich positiv auf die Stimmung umsetzen. Schließlich kann das Bewusstmachen persönlicher Stärken und „Kraftquellen“ von großer Bedeutung sein.
Professor Dr. med. Ulrich Voderholzer
Ärztlicher Direktor / Chefarzt
Schön Klinik Roseneck, Prien am Chiemsee
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27.03.2009, aktualisiert am 02.05.2011
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