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Wie stellt der Arzt einen Afterriss (eine Analfissur) fest?

Wonach muss er sonst noch suchen? Welche Behandlung gibt es dafür? Aus der "Experten-Sprechstunde Verdauungskrankheiten"


Der Enddarm ist das letzte Stück des Dickdarmes (Schemazeichnung)

Typisches Symptom von Analfissuren (Afterrissen) ist der schmerzhafte Stuhlgang. Ursache sind längliche Geschwüre im Analkanal. Afterrisse können akut und chronisch auftreten. Die akute Fissur dauert nur wenige Tage und heilt gewissermaßen folgenlos. Die chronische Fissur besteht über mehr als sechs Wochen und flammt immer wieder auf. Als Folgeschäden sind möglich: die sogenannte Vorpostenfalte (eine äußere Hauttaschenbildung, die vor allem bei der Hygiene stört), ein Analfibrom (gutartiges Bindegewebsknötchen), narbige Afterränder sowie ein freiliegender und verhärteter innerer Schließmuskel. Blickdiagnose und Tastbefund – Betrachten der Wunde und Austasten des Afters mit dem Finger – das sind zunächst einmal die "Instrumente", mit denen der Proktologe (Facharzt für Erkrankungen des Enddarmes) die richtige Diagnose meist zweifelsfrei stellt.

Die Therapie umfasst eine Stuhlregulation. Das heißt, sowohl eine Verstopfung als auch Durchfall (siehe auch Frage: „Analfissur: Tribut an chonische Verstopfung?“ aus dieser Sprechstunde) müssen behandelt werden. Hinzukommen die örtliche Anwendung von Salben und operative Maßnahmen. Die akute Fissur heilt in der Hälfte der Fälle spontan. Bis zu neun von zehn akuten oder chronischen Fissuren können mit Salben geheilt werden. Bewährt hat sich insbesondere der Wirkstoff Glyceroltrinitrat (0,2%). Das Einspritzen von Botulinus-Toxin (bzw. Botulinum-Toxin) in den verkrampften Schließmuskel beschleunigt die Wundheilung und zeigt ebenfalls sehr gute Therapieergebnisse, ist jedoch eine noch sehr teuere Alternative. Die besten Heilungserfolge bietet zweifellos die operative Therapie.

 

 

Prof. Dr. med. Alexander Herold
End- und Dickdarm-Zentrum Mannheim


Unser Experte beantwortet in der "Sprechstunde Verdauungskrankheiten"
weitere interessante Fragen zu Enddarmerkrankungen.

 

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



surfmed/www.apotheken-umschau.de; 25.09.2007, aktualisiert am 09.06.2011
Bildnachweis: W&B/Ulrike Möhle

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