Richtig den Po abputzen

Normales Klopapier, Feuchttücher oder Wasser? Enddarmspezialist Dr. Bernhard Lenhard erklärt, wie man die Intimzone am besten reinigt

08.03.2016

Empfehlen Experten: ein Bidet

Thinkstock/istock

Ein heikles Thema: Die Analhygiene nach dem Toilettengang. Jeder tut es, keiner spricht darüber. Dabei kann man ziemlich viel falsch machen. Wir haben das Tabu gebrochen und einen Proktologen gefragt, was zu beachten ist: "Bei normaler Stuhlkonsistenz und intakter analer Feinkontinenz reicht üblicherweise die Reinigung mit trockenem, weichem, weißen Toilettenpapier", sagt Dr. Bernhard Lenhard, Proktologe in Heidelberg.


Warum soll das Papier weiß sein? "Farbstoffe können reizen, überflüssig", erklärt der Arzt. Wie viele Lagen das Produkt hat, ist egal. Hauptsache das Papier ist schön weich, sodass es zu keiner mechanischen Reizung kommt.

Ganz schlecht: Feuchttücher

Auf keinen Fall soll man feuchtes Toilettenpapier verwenden. Es enthält Konservierungsstoffe und oft auch Duftstoffe. Die können den Po reizen und sogar Allergien hervorrufen. "Das ist besonders schlecht für Menschen, die bereits Beschwerden mit der Afterhaut haben – und gerade diese Patienten greifen oft zu Feuchttüchern", weiß Lenhard aus der Praxis.

Ideal zur Reinigung: Lauwarmes Wasser

Die allerbeste Art, den Intimbereich zu säubern, macht uns ein ganzer Kulturkreis vor: Die Muslime verwenden klares Wasser, idealerweise lauwarm. Keine Seife! Alles, was man an dieser Stelle loswerden will, ist wasserlöslich. "Mit Wasser und der Hand kann man auch kleinste Bestandteile fäkalen Sekrets entfernen", erklärt der Darmspezialist. Danach heißt es natürlich: gründlich Hände waschen, mit Seife.

Im Optimalfall hat man zur Po-Reinigung ein Bidet. Ansonsten müssen Waschbecken und Dusche herhalten. Für unterwegs rät Lenhard: "Nehmen Sie einen Einmalwaschlappen für Babys mit. Die kann man am Waschbecken befeuchten. Auch so wird alles wieder sauber." Das funktioniert sogar bei Patienten, die gerade erst eine Anal-OP hinter sich haben und besonders gut auf ihre Hygiene achten müssen.

Wenn es hakt: Hilfe aus der Natur

Am leichtesten lässt sich der Po nach einem weichen, aber geformten Stuhl säubern. "Keinen Brei oder gar flüssige Konsistenz", sagt Lenhard. Bei zu festem Stuhlgang kann der Verzehr von indischem Flohsamen helfen. Die Heilpflanze ist ein Mittel gegen Verstopfung. Ihr Apotheker kann Sie genauer informieren. Zum Beispiel entfalten indische Flohsamen ihre Wirkung nur, wenn Sie dazu ausreichend viel trinken können. Bei gesundheitlichen Problemen fragen Sie Ihren Arzt, ob das Mittel für Sie geeignet ist.



Bildnachweis: Thinkstock/istock

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