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Reisedurchfall: die Erreger und Vorbeugung

Was sind denn die häufigsten Durchfall-Erreger bei Reisen ans Mittelmeer? Was empfehlen Sie zur Vorbeugung und Selbsthilfe?


So herrlich mediterran... doch auch an Südeuropas Badestränden verdirbt der Darm gelegentlich die Urlaubslaune

Es gibt viele verschiedene Erreger des Reisedurchfalls (medizinisch Reisediarrhö). Sie werden über verunreinigte Speisen und Getränke oder bei mangelnder Körperhygiene aufgenommen und führen entweder direkt zu Durchfällen oder auch indirekt, indem sie Giftstoffe (Toxine) freisetzen. Besonders Reisende, die aus hygienisch hoch entwickelten Ländern in tropische oder subtropische Gebiete kommen, erkranken häufig. Im Mittelmeerraum liegt das Risiko einer Infektion immerhin bei 10 bis 20 Prozent. Junge Leute scheinen jedoch häufiger betroffen zu sein als ältere Menschen, weil letztere im Allgemeinen hygienebewusster und vorsichtiger beim Essen im Ausland sind. Bei 40 bis 70 Prozent derjenigen Patienten, bei denen klinisch eine Reisediarrhö diagnostiziert wird, sind im Stuhl Erreger vom Typ sogenannter enterotoxischer Escherichia coli (ETEC) nachweisbar. “Enterotoxisch” bedeutet, dass bestimmte Erreger ein im Darm wirksames Gift produzieren. Daneben spielen Shigellen, die Erreger der bakteriellen Ruhr, andere Kolibakterien, Lamblien (alias Giardia lamblia) und Pseudomonas eine Rolle.

Die Vorbeugung konzentriert sich im Wesentlichen auf konsequentes Einhalten der empfohlenen Hygiene-Maßnahmen. Dazu gehört umsichtige Körperhygiene ebenso wie Beherzigen der Regel, Leitungswasser nur abgekocht zu trinken und rohes wie auch halbgares Fleisch oder nicht durchgegarten Fisch wegzulassen. Falls Durchfallprobleme auftreten, ist der Ersatz der über den Darm verloren gegangenen Flüssigkeit anzuraten. Tipp: Trinken von viel Coca Cola, aber auch Tee oder Mineralwasser, sowie Einnahme sogenannter Probiotika (zum Beispiel ein Präparat mit "Saccharomyces boulardii", einer bestimmten Hefeart). Vor der Abreise empfiehlt sich die Beratung in der Apotheke hinsichtlich geeigneter Medikamente für die individuelle “Reiseapotheke”.   

 

 

Prof. Dr. med. J. F. Riemann
Ehem. Direktor der Med. Klinik C
Klinikum der Stadt Ludwigshafen gGmbH


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Die hier gemachten Angaben entsprechen dem Wissensstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Beantwortung individuell eingesandter Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



surfmed/www.apotheken-umschau.de; 16.10.2007, aktualisiert am 26.04.2011
Bildnachweis: PhotoDisc/ RYF

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