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Morbus Crohn: Diagnose

Besteht der Verdacht auf Morbus Crohn, nimmt der Arzt einige Untersuchungen vor. Anhand einer Darmspiegelung kann er die Diagnose sichern


Die Grafik veranschaulicht, wie eine Darmspiegelung abläuft. Am Bildschirm kann der Arzt Polypen entdecken (die zu Darmkrebs führen können), aber auch typische Schleimhautveränderungen bei Morbus Crohn

Körperliche Untersuchung: Der Arzt (am besten ein Gastroenterologe) tastet unter anderem den Bauchraum ab. Klagt der Untersuchte dabei über Druckschmerzen im rechten Unterbauch, stellt dies einen ersten Hinweis dar. Manchmal kann der Arzt beim Abtasten auch eine Verhärtung fühlen. Außerdem untersucht er sorgfältig den After, um zum Beispiel nach Fisteln oder Fissuren zu suchen.

Blutabnahme und Laborwerte: Nach der Tastuntersuchung nimmt der Arzt Blut ab. Liegt Morbus Crohn vor, lassen sich im Blutbild verschiedene Veränderungen beobachten. Ist das C-reaktive Protein (CRP) erhöht, weist dies auf akute Entzündungsprozesse hin, wie sie bei der Crohn-Krankheit vorliegen. Gleichzeitig ist oft die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) erhöht, ebenso wie die Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Häufig besteht eine Blutarmut (Anämie). Stellt der Arzt im Blutbild einen Mangel an wichtigen Nährstoffen fest – insbesondere Folsäure, Vitamin D und Vitamin B12 – deutet dies ebenfalls auf Morbus Crohn hin.


Untersuchung des Magen-Darm-Trakts: Besteht der Verdacht auf Morbus Crohn, wird eine Darmspiegelung nötig. Der Gastroenterologe führt dabei über den After eine Art Schlauch mit einer eingebauten Minikamera (Endoskop) in den Dickdarm ein. So kann er die Darmschleimhaut von innen betrachten. Bei Morbus Crohn zeigen sich charakteristische Gewebeveränderungen. Entdeckt er solche, entnimmt der Arzt mit Hilfe des Endoskops Gewebeproben, die im Labor untersucht werden. Anhand einer Gewebeprobe lässt sich Morbus Crohn oft, aber nicht immer von der Colitis ulcerosa abgrenzen. Es gibt jedoch einige andere Unterscheidungsmerkmale: Das Befallsmuster sieht verschieden aus. Bei Colitis ulcerosa schreitet die Krankheit kontinuierlich vom After aufwärts, beim Morbus Crohn sind nur kurze Darmabschnitte (segmental) betroffen. Komplikationen wie Fisteln und Stenosen (verengte Stellen im Darm) treten zudem bei Morbus Crohn auf, aber fast nie bei Colitis ulcerosa.

Zusätzlich kommt meist der Ultraschall zum Einsatz. Mit einem Ultraschallgerät kann der Magen-Darm-Spezialist überprüfen, ob die Darmwand verdickt ist. Dies ist bei Morbus Crohn häufig der Fall.

Da die Krankheit den gesamten Verdauungstrakt betreffen kann, wird unter Umständen auch eine Magenspiegelung nötig, ebenso wie bildgebende Verfahren (zum Beispiel die Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT)).




Bildnachweis: W&B/Ulrike Möhle, Jörg Neisel, Dr. Eickhoff
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www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 27.06.2013, erstellt am 23.05.2011
Bildnachweis: W&B/Ulrike Möhle, Jörg Neisel, Dr. Eickhoff

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