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Fragen an die Experten:
Morbus Crohn – neue Therapien

Risiken der neuen TNF-alpha-Blocker? Wann kommen diese Medikamente bei einer chronischen Darmentzündung in Betracht? Was ist zu beachten?


An der Entwicklung neuartiger Arzneistoffe ist die Gentechnologie maßgeblich beteiligt

TNF-alpha-Blocker sind hochwirksame Medikamente vor allem beim Morbus Crohn, wenn vorher Steroide, also Kortisonpräparate, und Immunsuppressiva, das sind in die Immunabwehr eingreifende Medikamente, ihre Wirkung nicht entfalten konnten. TNF-alpha-Blocker (TNF steht für "Tumornekrosefaktor", alpha für das griechische "A" beziehungsweise eine bestimmte Untergruppe) sind keine Arzneien für die Erstbehandlung. Doch können sie beispielsweise bei einer schweren Verlaufsform des Morbus Crohn zur Überbrückung eingesetzt werden, wenn eine Therapie mit dem Medikament Azathioprin geplant ist, dessen Wirkung erst nach drei Monaten zu erwarten ist. Die Behandlungsergebnisse mit TNF-alpha-Blockern bei der Colitis ulcerosa, einer weiteren Form der chronischen Darmentzündung, sind weniger überzeugend.

Hauptrisiko ist die Bahnung schwerer Infektionen. Es muss daher sichergestellt sein, dass ein so behandelter Patient keine frische Tuberkulose hat. Bei einer früheren, “alten” Tuberkulose muss der Betroffene parallel mit Tuberkulostatika, also Mitteln gegen Tuberkulose, behandelt werden, um ein Wiederaufflackern möglichst zu verhindern. Ein Patient, der einen TNF-alpha-Blocker erhalten hat, bedarf unbedingt der sorgfältigen medizinischen Überwachung. Neuere Studien deuten an, dass der Einsatz von TNF-alpha-Blockern auch schon sehr frühzeitig, zum Beispiel nach Nicht-Ansprechen auf die Standardtherapie, versucht werden kann und dann zu länger anhaltenden Remissionen führt. Auch die Remissionserhaltung kann mit diesen Biologika verbessert werden (Remission bedeutet, dass die Krankheit zum Abklingen gebracht werden konnte).

 

 

Prof. Dr. med. J. F. Riemann
Ehem. Direktor der Med. Klinik C
Klinikum der Stadt Ludwigshafen gGmbH


Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann der Arzt nur
im persönlichen Kontakt mit dem Patienten festlegen. Unsere Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Aber sie können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit ihm vorzubereiten und Ihnen ergänzende Hinweise liefern.
Die medizinische Wissenschaft entwickelt sich ständig weiter und führt zu neuen Erkenntnissen in Diagnostik und Therapie.
Die hier gemachten Angaben entsprechen dem Wissensstand zum
Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Beantwortung individuell eingesandter Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



surfmed/www.apotheken-umschau.de; 31.10.2007, aktualisiert am 25.07.2011
Bildnachweis: W&B/Health Head Images

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