chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die ausschließlich den Dickdarm betrifft. Sie beginnt meist im Mastdarm und schreitet schubweise in Richtung Dünndarm fort. Die Entzündung befällt im Gegensatz zu anderen chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen nicht alle Schichten der Darmwand (Crohn-Krankheit). Die Colitis ulcerosa tritt meist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf, Frauen sind häufiger als Männer betroffen. Es besteht ein erhöhtes Risiko, an einem Darmkrebs zu erkranken.
Ursache: Die Entstehungsmechanismen sind noch nicht genau bekannt. Es wird eine genetische Veranlagung und eine Störung des Immunsystems (Autoimmunerkrankung) vermutet; auch eine Auslösung durch Infektionen wird diskutiert.
Befund: Während der Schübe, die meist mit heftigen Krankheitserscheinungen beginnen und sich dann langsam abschwächen, kommt es zu durchschnittlich vier bis sechs Stühlen pro Tag mit minimalen Blutbeimengungen, die von krampfartigen Schmerzen begleitet werden. Zusätzlich treten oft Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Gewichtsabnahme auf. Etwa ein Fünftel der Betroffenen leidet auch unter Entzündungen anderer Körperregionen, besonders häufig an den Gelenken und der Mundschleimhaut, seltener an Augen und Gallenwegen. Die gefährlichste Komplikation der Colitis ulcerosa ist eine massive Erweiterung des Dickdarms (toxisches Megakolon). Es besteht die Gefahr des Darmdurchbruchs und der Bauchfellentzündung. Weitere Komplikationen sind Blutungen, seltener Abszesse und Darmverengungen. Die Diagnose wird durch eine Darmspiegelung (Koloskopie) mit der Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) gestellt.
Behandlung: Der akute Krankheitsschub wird mit entzündungshemmenden Medikamenten behandelt. Manchmal ist auch eine vorübergehende künstliche Ernährung erforderlich, um die Entzündung zum Abheilen zu bringen. Bei Versagen der medikamentösen Therapie, bei Komplikationen und bei langjährigem Verlauf wird der gesamte Dickdarm einschließlich des Mastdarms (Proktokolektomie) entfernt. In seltenen Fällen muss ein künstlicher Darmausgang angelegt werden. Eine psychotherapeutische Behandlung und der Kontakt zu Selbsthilfegruppen sind hilfreich. Für die Ernährung gibt es keine allgemein gültigen Regeln, die individuelle Verträglichkeit muss ausgetestet werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 04.04.2011
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