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Blinddarmentfernung

Zusammenfassung:
Die Blinddarmentzündung (eigentlich: Wurmfortsatzentzündung, medizinisch: Appendicitis) ist die häufigste aller akuten Baucherkrankungen.
Die Therapie der Wahl ist die Operation (medizinisch: Appendektomie). Sie kann entweder offen (medizinisch: konventionelle Appendektomie), durch einen kleinen Schnitt im rechten Unterbauch oder laparoskopisch, mit dem Endoskop, durchgeführt werden.




Im Einzelfall können die Symptome äußerst unterschiedlich sein, was durch die variable anatomische Lage des Wurmfortsatzes erklärt wird. Deshalb ist bei typischen Beschwerden die Diagnose leicht zu stellen, bei nicht typischen Verläufen jedoch oft schwierig. Häufig ist das bei Kindern, älteren Menschen und Schwangeren der Fall.
Wenn eine akute Blinddarmentzündung vorliegt und nicht operiert wird, kann es zu einem Durchbruch von Eiter in die freie Bauchhöhle - einem so genannten Blinddarmdurchbruch - kommen. Dies kann eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung nach sich ziehen.

Vorgehensweise

Offene Blinddarmoperation
Über einen kleinen Schnitt im rechten Unterbauch (sogenannter Wechselschnitt) gelangt der Chirurg zum circa fingerlangen Wurmfortsatz (medizinisch: Appendix vermiformis). Dieser wird an seiner Basis vom Blinddarm abgetrennt. Die entstandene Öffnung im Blinddarm (medizinisch: Caecum) wird durch die so genannte Tabaksbeutel- und Z-Naht verschlossen. Statt der Schlingen kann der Chirurg den Wurmfortsatz auch mittels eines schneidenden Klammernahtgeräts vom Dickdarm abtrennen. Die eröffneten Schichten der Bauchwand werden einzeln von innen nach außen verschlossen. Die Hautnaht erfolgt mit nicht auflösendem Nahtmaterial, die tieferen Schichten werden mit auflösbarem Material genäht. Der Eingriff dauert im Normalfall circa 30 Minuten, kann allerdings bei schwierigen Verhältnissen durchaus länger dauern. Im Falle eines Durchbruches mit Bauchfellentzündung und Abszessen im Bauchraum kann durchaus auch eine größere Öffnung der Bauchwand notwendig sein..
War der Wurmfortsatz hingegen "durchgebrochen" (medizinisch: perforiert), so müssen Drainagen, das sind dünne Kunststoffschläuche zur Ableitung von Wundsekret nach außen, eingelegt werden.

Laparoskopische Blinddarmoperation
Über drei kleine Schnitte (einer im Nabel, einer im rechten und einer im linken Unterbauch) bringt der Chirurg das Endoskop und die zusätzlich benötigten Instrumente zum Wurmfortsatz. Der Wurmfortsatz wird dann an seiner Basis zumeist mit einem Klammernahtgeraät vom Blinddarm abgetrennt. Die Hautnähte erfolgen mit nicht auflösendem Nahtmaterial, die tieferen Schichten werden mit auflösbarem Material genäht. Der Eingriff dauert meist nur unwesentlich länger als die konventionelle Methode.

Die Wahl der Betäubung
Die Operation wird in Vollnarkose durchgeführt . Eine gut durchgeführte Schmerztherapie während und nach der Operation verringert die Beschwerden beträchtlich.

Nach der Operation
Bei nicht durchgebrochenem Blinddarm kann der Patient am Abend des Operationstages bereits wieder trinken; feste Nahrung ist ab dem ersten Tag nach der Operation erlaubt, sofern sich die Darmfunktion schon wieder normalisiert hat.
Die Hautnähte werden üblicherweise am vierten oder fünften Tag nach der Operation entfernt. Ob laparoskopisch operierte Patienten früher wieder ein ganz normales, beschwerdefreies und mobiles Leben führen können als Patienten, die nach der konventionellen Methode operiert wurden, wird in den Studien noch kontrovers diskutiert.
Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist individuell unterschiedlich, im Durchschnitt beträgt sie zwei bis drei Wochen.

Erfolgsrate

Risiken und Komplikationen
Die Blindarmoperation ist eine der am häufigsten durchgeführten Bauchoperationen. Als Komplikationen können bei beiden Methoden mit ungefähr gleicher Wahrscheinlichkeit (sehr selten) Nachblutungen und Infektionen auftreten (wie bei allen Operationen).
Die wichtigsten Infektionen, die nach einer Blinddarmoperation auftreten könnten, sind der Bauchdeckenabszess und der so genannte Douglas-Abzess. Bei beiden handelt es sich um Eiteransammlungen, die eine in der Bauchdecke, die andere am tiefsten Punkt der Bauchhöhle - zwischen Gebärmutter und Mastdarm bei der Frau, zwischen Harnblase und Mastdarm beim Mann.
Der Douglas-Abszess tritt meist erst nach sieben bis zehn Tagen mit hohem Fieber und Schmerzen auf. Er muß operativ ausgeräumt werden. Der Bauchdeckenabszess tritt bei laparoskopischen Operationen etwas seltener auf. 

Heilungschancen
Die Heilungsrate liegt bei unkomplizierten Blinddarmoperationen bei über 99 Prozent. Die Sterblichkeit bei Fällen mit akuter Blinddarmentzündung beträgt heute immer noch drei Promille. Hauptursache ist die Bauchfellentzündung mit freiem Durchbruch des eitrigen Wurmfortsatzes in die Bauchhöhle.
 

Letzte Aktualisierung:
08.10.2007 (Patricia Herzberger)
Autor:
Doris Tschabitscher
Experten für diese Seite:
PD Dr. Wolf O. Bechstein (Chirurgie)
OA Dr. Franz Kurz (Chirurgie)


Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen, sondern können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden.


Quelle: surfmed; 13.09.2005, aktualisiert am 19.08.2009

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