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Nachgefragt
Erhöht ein Schwangerschafts-Abbruch das Brustkrebs-Risiko?

Der vorzeitige Abbruch einer Schwangerschaft soll, nach dem Ergebnis verschiedener Studien, das Risiko für Brustkrebs deutlich erhöhen. Was ist wirklich dran an dem Gerücht?


Die Früherkennung von Brustkrebs ist ein entscheidender Schritt in Richtung Heilung

Viele Warnungen und Gerüchte machen die Runde, wenn es darum geht, was alles Krebs, insbesondere Brustkrebs auslösen kann: Deos und zu enge Büstenhalter sollen krebserregend sein, wenn Männer sich sterilisieren lassen, soll sich für sie angeblich das Risiko, an einem Hodentumor zu erkranken, erhöhen. Neuerdings macht eine besonders verunsichernde Behauptung die Runde: Brustkrebs sei die Strafe für eine Abtreibung. „In diesem Zusammenhang von Strafe zu reden entbehrt selbstverständlich jeder Grundlage“, beruhigt Prof. Dr. Marion Kiechle vom Münchner Klinikum rechts der Isar.

Dr. Janet Daling und eine Forschergruppe vom amerikanischen Fred-Hutchinson-Krebsforschungszentrum in Seattle (US-Bundesstaat Washington) fanden in einer Studie heraus, dass sich bei Frauen unter 18 und über 30 Jahren nach einer Abtreibung das Brustkrebsrisiko verdoppelt. Ein gutes Dutzend weiterer Untersuchungen kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Die britische Vereinigung der Geburtshelfer und Gynäkologen gab daraufhin sogar eine Warnung an Abtreibungsärzte heraus.

Das steht fest: Schwangerschaft und Geburt senken das Risiko
„Risikofaktor Nummer eins für Brustkrebs bei jungen Frauen ist die Vererbung. Bei Frauen, in deren Familien es zu bösartigen Veränderungen des Brustgewebes gekommen ist, liegt die Gefahr, selber daran zu erkranken, rund 80 Prozent über den Durchschnittswerten. „Fest steht auch“, ergänzt die Direktorin der Frauenklinik, „dass eine Schwangerschaft mit nachfolgender Geburt das Risiko eines Brustkrebses mindert.“

Deutsches Krebsforschungszentrum gibt Entwarnung
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg verweist dagegen auf schwedische, französische und chinesische Studien, die unabhängig voneinander zu dem Schluss kommen: Ob Fehlgeburt oder ein künstlich eingeleiteter Schwangerschaftsabbruch – ein Zusammenhang mit einem später auftretenden Brustkrebs besteht nicht.


Apotheken Umschau/GesundheitPro.de



Apotheken Umschau/GesundheitPro.de; 05.08.2005, aktualisiert am 27.06.2010
Bildnachweis: CCVision/CreativCollection/RYF

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