Kontrolle und Sicherheit durch Nachsorge – in den ersten fünf Jahren ist sie in halbjährlichen Abständen vorgesehen
Zudem sollen die Wirkungen der oft üblichen mehrjährigen Nachbehandlung mit Hormonen (Anti-Hormontherapie) genau beobachtet und mögliche Nebenwirkungen der Tumortherapie insgesamt erkannt und behandelt werden.
Auch Rehabilitationsmaßnahmen und psychosoziale Hilfestellungen können zum Zeitpunkt der abgeschlossenen Erstbehandlung im Rahmen der Nachsorge vorangetrieben und koordiniert werden.
Die Kontrolltermine erfolgen in den ersten drei Jahren nach Abschluss der Brustkrebsbehandlung im Abstand von drei Monaten. Bis zum fünften Jahr wird alle sechs Monate kontrolliert, danach jährlich. Die Untersuchungen umfassen vor allem das Gespräch mit dem Arzt, der die Patientin ausführlich nach ihrem körperlichen und seelischen Befinden fragt und sie körperlich untersucht.
Nach brusterhaltender Therapie (gilt für Frauen) wird die behandelte Brust in den ersten drei Jahren außerdem halbjährlich mammografiert, danach, wie schon zuvor die gesunde Brust, jährlich. Nach Entfernung der Brust ist einmal jährlich eine Mammografie der anderen Brust vorgesehen. Außerdem untersucht der Arzt bei Frauen die Unterleibsorgane. Weitere Diagnosemaßnahmen, zum Beispiel eine Magnetresonanztomografie des operierten Brustbereichs oder der anderen Brust, sind meistens besonderen Fragestellungen vorbehalten. Wenn der Arzt bestimmte Untersuchungen für notwendig hält, werden die Kosten dafür, von wenigen, speziellen Ausnahmen abgesehen, auch von den Krankenkassen übernommen.
Einmal pro Monat sollten die Betroffenen an die Selbstuntersuchung der Brust denken.
Eine Hormontherapie gegen Wechseljahresbeschwerden (gilt natürlich wiederum für Frauen) würde das Rückfallrisiko nach behandelter Brustkrebserkrankung steigern und ist daher in dieser Situation „tabu“ oder kontraindiziert, wie es in der Fachsprache heißt. Dies wird in den neuesten Leitlinien ausdrücklich bestätigt.
Leben Sie – gut und gesund
Die wichtigsten Empfehlungen hierzu lassen sich in wenige Worte fassen: Gesund essen, sich so oft wie möglich bewegen, normales Gewicht beibehalten – das ist die beste Methode, um fit zu bleiben und sich wohl zu fühlen. Konkret bedeutet dies beispielsweise, bei der Ernährung einen ausreichenden Anteil von frischem Obst, Gemüse, Salaten und Vollkornprodukten einzuplanen. Außer Vitaminen und Mineralstoffen liefern sie auch andere wertvolle Komponenten wie zum Beispiel Ballaststoffe. Süßigkeiten und fettreiche Nahrungsmittel aus tierischen Quellen sowie Alkohol und Nikotin sind dagegen ungünstiger und sollten hintanstehen. Wenn Sie pro Woche mindestens drei Stunden körperlich aktiv sind, so steigert dies erfahrungsgemäß das Wohlbefinden. Dabei können Sie sich Ihrer Leistungsgrenze ruhig annähern, um einen Trainingseffekt zu erzielen.
Übrigens. Bei der Körperfrische brauchen Frauen und Männer keine Abstriche machen: Die Unterarmpflege mit Deos, die immer wieder mit der Entstehung von Brustkrebs in Zusammenhang gebracht wurden, gilt nach aktuellen Bewertungen als unbedenklich.
Psychische Krankheitsbewältigung
Viele Betroffene stellen ihr Leben nach einer Brustkrebsbehandlung um, leben bewusster, achten mehr auf den Körper und lassen den eigenen Bedürfnissen Raum. Die körperliche Fitness ist oft sogar besser als vorher. Schwerer zu fassen und schon gar nicht in wenigen Worten abzuhandeln ist die psychische Seite der Erkrankung. Die Konfrontation mit der Diagnose „Krebs“, der „Sturz aus der sicheren Normalität“, Tage voller Angst und Verzweiflung, das Gefühl, sich nicht mehr auf den eigenen Körper verlassen zu können, nervenaufreibendes Warten auf medizinische Befunde, Strapazen und Leiden der Therapie – das alles hinterlässt Spuren. Viele Betroffene fühlen sich noch über lange Zeit unterschwellig „alarmiert“. Es ist auch nicht immer einfach, das richtige Maß zwischen zu wenig und zu viel Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper zu finden.
Gelingende Krankheitsverarbeitung braucht Zeit und verständnisvolle Begleitung im privaten und beruflichen Umfeld. Eine Betroffene kann sich auch „extern“ Rat und Hilfe suchen. Kompetente Ansprechpartner in Brustzentren sind Psycho-Onkologen, die schwerpunktmäßig Krebspatienten psychologisch betreuen. Eine positive Lebenseinstellung, erfüllende Aufgaben und Interessen, das Gespräch in der Familie, mit dem Partner und mit Freunden, der Austausch mit anderen Betroffenen, Erleben von Solidarität und Hilfe, schließlich die Erfahrung der zurückgewonnen Körperkraft – alles dies stärkt auch die Psyche und hilft, die Krankheit zu akzeptieren und zu bewältigen.
www.apotheken-umschau.de;
13.09.2005, aktualisiert am 27.09.2011
Bildnachweis: Banana Stock/RYF
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