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Brustkrebs (Mammakarzinom)
Besondere Situationen

Hier geht es um Brustkrebs in der Schwangerschaft, bei älteren Frauen und bei Männern


Trotz Krebsbehandlung in der Schwangerschaft ein gesundes Kind zur Welt bringen – das ist tatsächlich möglich

Schwangerschaft

Brustkrebs ist für jede Frau eine bedrohliche und enorm belastende Diagnose. Umso mehr, wenn die erschreckende Nachricht in die Zeit der Schwangerschaft fällt.

Doch auch hier kann die Krankheit bekämpft werden – und das, ohne dem Kind zu schaden. Die Brustkrebsbehandlung kann in Ruhe geplant werden, wenn die Diagnostik umfassend erfolgt ist. Operation und eine Chemotherapie sind in der Schwangerschaft möglich, wobei die Chemotherapie im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel durchgeführt werden kann. Eine eventuell notwendige Bestrahlung oder Hormon- und Antikörper-Therapie wird auf einen Zeitpunkt ab zwei bis drei Wochen nach der Entbindung verlegt. Stillen ist dann allerdings nicht mehr möglich.


Hohes Lebensalter

Für die Planung der Therapie ist der Gesundheitszustand der Patientin insgesamt ausschlaggebend, nicht so sehr das Alter. Bei rüstigen Frauen müssen keinerlei Abstriche bei der Therapie gemacht werden. Ist eine Patientin jedoch älter und gebrechlich, wird der Arzt die Therapie im individuell zumutbaren Rahmen planen.

Brustkrebs beim Mann

Eine Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann heißt Gynäkomastie. Diese ist oft, aber nicht nur, hormonell bedingt. Insbesondere jede einseitige Vergrößerung sollte durch einen Arzt abgeklärt werden – im Zweifelsfall durch eine Mammografie, um einen Brustkrebs auszuschließen

Die männlichen Brustdrüsen sind im Vergleich zu denen der geschlechtsreifen Frau unterentwickelt, ansonsten aber sehr ähnlich angelegt. Daher reagieren sie auch auf Östrogene. Diese weiblichen Geschlechtshormone werden beim Mann – ähnlich wie bei der Frau nach den Wechseljahren – in geringen Mengen im Fett- und Muskelgewebe, damit auch in der fettgewebshaltigen Brust, produziert. Bei erhöhten Östrogenspiegeln oder hormonellen Ungleichgewichten zugunsten der Östrogene können auch bei Männern die Brustdrüsen wachsen. Eine solche Gynäkomastie – ein- oder beidseitig – kann zum Beispiel vorübergehend in der Pubertät (sogenannte Pubertätsgynäkomastie) auftreten, ebenso im höheren Lebensalter. Wenn sich nach der Pubertät die Hormonspiegel einpendeln, bildet sich das Brustdrüsengewebe wieder zurück. 

Auch bei Übergewicht und Fettsucht kommt es – hauptsächlich durch Fettablagerung – zur sogenannten falschen oder Pseudogynäkomastie. 

Weitere Ursachen einer Gynäkomastie sind Medikamente sowie Drogen – vom Prostata- und Haarwuchsmittel Finasterid und anderen, den Hormonhaushalt beeinflussenden Medikamenten über einige Herz-, Bluthochdruck- und Magenmittel, Psychopharmaka (zum Beispiel bestimmte Antidepessiva) bis hin zu Anabolika und Genussgiften wie Alkohol oder Rauschmittel, etwa Haschisch (Cannabis). Bei Bodybuildern kann der verstärkte Muskelaufbau im Brust- und Schulterbereich die Brustkonturen stark betonen, sodass der Eindruck einer Gynäkomastie entsteht. 

Einseitige Brustvergrößerungen entsprechen oft einem Fibroadenom (siehe Kapitel „Gutartig oder Krebsvorstufe?“). Sie können aber auch auf Brustkrebs hinweisen.

Abgesehen davon, dass die echte Gynäkomastie auch mit einem Spannungsfühl und Schmerzen in den Brüsten verbunden sein kann, lösen die unerwünschten Brustvergrößerungen bei Männern allein aus optisch-ästhetischen Gründen hohen Leidensdruck aus. Daher liegen auch bei ihnen Fettabsaugungen und operative Brustverkleinerungen im Trend. 

Wichtig: Jede Veränderung der Brust – ob beim jugendlichen oder erwachsenen Mann – sollte gründlich untersucht werden, da zahlreiche Krankheitsursachen infrage kommen. Sie reichen von vielfältigen hormonellen Störungen und Erkrankungen innerer Organe, zum Beispiel der Leber, bis zu Hodentumoren und, wenn auch selten, Brustkrebs. Je nach Ursache sind gezielte Behandlungswege möglich. Dadurch ist oft auch die Gynäkomastie günstig beeinflussbar. Ansprechpartner ist zunächst meist ein Urologe / Androloge. Andrologen befassen sich mit Störungen der männlichen Fruchtbarkeit.



Brustkrebs: bei Männern möglich, aber sehr selten

Etwa jede hundertste Brustkrebserkrankung betrifft einen Mann. Damit ist Brustkrebs bei Männern zwar eine seltene Erkrankung, aber ausgeschlossen ist er nicht. Die Betroffenen sind zum Zeitpunkt der Diagnose im Durchschnitt etwas älter als Frauen, etwa zwischen 60 und 70 Jahren. Die Symptome treten im Allgemeinen an einer Brust auf und sind dieselben wie bei Frauen (siehe Kapitel „Symptome“). Die Brustkrebsformen sind ebenfalls dieselben. Auch die Heilungsaussichten bei behandeltem Brustkrebs sind ähnlich wie bei Frauen, geht man von vergleichbaren Voraussetzungen aus. 

Als Risikofaktoren kommen bei Männern unter anderem Erkrankungen infrage, die mit einem Zuviel an Östrogenen oder einem Mangel an Testosteron, dem männlichen Geschlechtshormon, einhergehen. Neben der schon genannten Fettsucht (Adipositas) sind das beispielsweise Erkrankungen der Hoden, der Nebennieren, der Schilddrüse und der Leber. Bei einer Erbkrankheit wie dem Klinefelter-Syndrom haben die Betroffenen ein oder mehrere zusätzliche weibliche X-Chromosomen in den Genen. Es kommt zum Testosteronmangel und verschiedenen Fehlentwicklungen. Auch das Brustkrebsrisiko ist erhöht.

Erbliche Veränderungen (Mutationen) vor allem des Brustkrebsrisikogens BRCA-2 und anderer, noch unbekannter “Brustkrebs-Gene“, die auch Männer in sich tragen und weitervererben können, spielen eine untergeordnete, aber existente Rolle. Bei Frauen hängt nur die Minderheit aller Brustkrebserkrankungen mit erblicher Veranlagung zusammen. Bei männlichen Erkrankten trifft das in einem von fünf bis sechs Fällen zu. Das Brustkrebsrisiko für Männer mit einer BRCA-2-Mutation beträgt lebenslang zehn Prozent (mit einem deutlichen Anstieg ab dem 50. Lebensjahr). Damit erreicht es immerhin in etwa das Niveau des normalen Brustkrebsrisikos von Frauen. Erblich belastete Männer sind zum Zeitpunkt der Erkrankung meistens jünger als 60 Jahre. 

Vermehrte Strahlenbelastung, zum Beispiel nach einer früheren Bestrahlungsbehandlung im Bereich des Brustkorbs, erhöht das Brustkrebsrisiko ebenfalls. Dies gilt natürlich auch für Frauen.

Diagnose und Therapie verlaufen bei Männern mit Brustkrebs in den Grundzügen wie bei Frauen, insbesondere das Vorgehen bei der Operation (wobei der Brustwiederaufbau naturgemäß keine Rolle spielt) sowie die Voraussetzungen und der Einsatz von Chemo- und Strahlentherape. Bei der (Anti-)Hormontherapie entfällt selbstverständlich die Differenzierung im Hinblick auf das Alter, also die Unterscheidung „vor oder nach den Wechseljahren“. Als Medikament wird gegen hormonempfindliche Tumoren bei Männern Tamoxifen eingesetzt. Eventuell kann Trastuzumab bei HER-2-positiven Tumoren wirken. 



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Mehr Infos über Brustkrebs im Netz

www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 27.09.2011
Bildnachweis: W&B/Thomas Rathay, Fotolia/Dron/2010

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