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Knoten in der Brust: Harmlos oder gefährlich?

Tasten Frauen einen Knoten in der Brust, denken sie oft gleich an Krebs. Jede Auffälligkeit macht ihnen Angst. Oft ist diese aber unbegründet


Abtasten: Der beste Zeitpunkt ist am Ende der Periode

"Was ist das, was ich an meiner Brust taste?“ Entdecken Frauen dort plötzlich eine kleine Unebenheit, erschrecken sie meist heftig, viele von ihnen denken sofort an Brustkrebs. Aber: „Neun von zehn Tastbefunden sind gutartig“, beruhigt Dr. Kathrin Schwedler, Leiterin des Brustzentrums an der Universitätsfrauenklinik Frankfurt am Main. Dennoch empfiehlt die Frauenärztin, eine ungewöhnliche Verhärtung gleich von einem Gynäkologen abklären zu lassen. In den meisten Fällen stellt er dann eine Zyste oder ein Fibroadenom fest.

Von einer Zyste sprechen Ärzte, wenn sich der Knoten als ein mit Flüssigkeit gefülltes Bläschen entpuppt. „Solche gefüllten Hohlräume finden sich bei 50 bis 60 Prozent aller Frauen mit einem eher körnigen Drüsengewebe“, sagt Schwedler. Normalerweise fallen die Bläschen nicht weiter auf, weil sie nur etwa zwei bis vier Millimeter groß sind und auch keine Beschwerden verursachen.


Manchmal können sie jedoch auf mehrere Zentimeter anwachsen und bei Druck wehtun. Dann zieht der Arzt den Inhalt des prall gefüllten Bläschens mit einer Hohlnadel heraus, und das Problem ist gelöst. „Diese Punktion ist fast schmerzlos und geschieht unter Ultraschallkontrolle“, erklärt Dr. Markus Hahn, Oberarzt an der Universitätsfrauenklinik in Tübingen. Um sicherzugehen, untersucht ein Pathologe das abgezogene Sekret.

Besteht bei Frauen ein Ungleichgewicht zwischen den weiblichen Sexualhormonen Östrogen und Gestagen, bilden sich offensichtlich häufiger Zysten. Das geschieht meist im Alter von 30 bis 50, insbesondere aber zu Beginn der Wechseljahre. Im Lauf eines Monatszyklus können die Flüssigkeitsansammlungen wachsen und wieder schrumpfen. Auch das deutet darauf hin, dass sie auf Hormone sensibel reagieren.

Bei einem Fibroadenom – „adeno“ heißt Drüse – gehen Wissenschaftler ebenfalls von einem hormonellen Einfluss aus. Zu tasten sind in der Regel ein bis zwei Zentimeter große Stellen von verhärtetem Drüsen- und Bindegewebe. Der Knoten fühlt sich rund und glatt wie eine Murmel an. „Er liegt klar abgegrenzt und lässt sich leicht verschieben“, erläutert Gynäkologe Hahn. Bei etwa einem Fünftel aller Frauen kommt es im Lauf ihres Lebens zu einem solchen Knoten. Schwedler fügt hinzu: „Häufig sind es junge Frauen zwischen 20 und 40 Jahren.“

Wie Zysten treten auch Fibroadenome meist nicht einzeln auf, sondern zu mehreren in einer oder beiden Brüsten. Um sie zu diagnostizieren, setzt der Mediziner Ultraschall ein. „Anschließend sichert er das Ergebnis durch eine Stanzbiopsie ab“, erklärt Kathrin Schwedler. Dabei entnimmt er unter örtlicher Betäubung eine kleine Gewebeprobe und lässt sie im Labor untersuchen. Stellt sie sich als unauffällig heraus, genügt es, wenn die Frau den Knoten zweimal im Jahr durch eine Ultraschalluntersuchung überprüfen lässt. Bleibt die Größe gleich, ist alles in Ordnung.

Wächst der Knoten jedoch innerhalb eines halben Jahres stark oder stört er die Patientin sehr, kann der Arzt ihn entweder durch eine Operation oder minimalinvasiv per Vakuumbiopsie entfernen. Bei dieser wird das Gewebe durch eine Hohlnadel herausgezogen. Manchen Frauen machen die Knubbel große Angst. Auch dann kann es sinnvoll sein, sie herauszuschälen. Im Rahmen einer Studie vereisen Wissenschaftler des Brustzentrums der Universität Tübingen neuerdings größere Fibroadenome.

Je besser eine Frau ihre Brust kennt, desto eher fallen ihr Veränderungen auf. Normalerweise schwillt kurz vor der Periode das Drüsengewebe der Brust durch Wassereinlagerungen an. Setzt die monatliche Blutung ein, verliert sich das wieder. Schwedler rät: „Dann ist der beste Zeitpunkt, die Brust abzutasten und Auffälliges zu erkennen.“



Christine Wolfrum / Apotheken Umschau; 02.05.2011, aktualisiert am 25.04.2012
Bildnachweis: Fotolia/Jonas Glaubitz/2011

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