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Knoten in der Brust:
Fibroadenom

Die häufigsten gutartigen Veränderungen der Brust bei Frauen zwischen 15 und 45 Jahren sind Fibroadenome


Fibroadenom betreffen hauptächlich junge Frauen

 

Fibroadenome bestehen vor allem aus Binde- und Drüsengewebe. Obwohl diese Geschwülste am häufigsten vor den Wechseljahren auftreten, können sie sich unter dem Einfluss einer Hormontherapie auch noch danach in der Brust bilden. Bei Frauen, die schon vor dem 20. Lebensjahr die Pille nehmen, entwickeln sich Fibroadenome tendenziell häufiger. In der Schwangerschaft und Stillzeit können sie sich deutlich vergrößern. Nach den Wechseljahren halten sie normalerweise inne oder schrumpfen sogar. Abgesehen davon, dass sie hormonell beeinflusst werden, ist die genaue Ursache ihrer Entstehung noch unklar.
Feingeweblich werden Fibroadenome in „einfache“ und „komplexe“ Formen unterteilt. „Komplex“ bedeutet, dass das Gewebe bestimmte Zellveränderungen enthält – etwa Zysten, vergrößerte Drüsenzellen (Adenose; siehe Kapitel „Andere Brusterkrankungen“), Kalk. Der Arzt spricht hier auch von „proliferativen“ Veränderungen, was zunächst nichts anderes als „Zellwachstum“ bedeutet.

Symptome: Fibroadenome können kleiner als ein Zentimeter sein oder deutlich größer. Falls tastbar, sind es eher rundliche, kugelige, gut vom umgebenden Gewebe abgrenzbare Gebilde. Sie fühlen sich fest bis „hart“ an, wie eine Murmel, lassen sich unter der Haut verschieben und sind in der Regel schmerzlos. Kleine Fibroadenome können dem Tastsinn aber auch entgehen und dann nur feingeweblich festgestellt werden. „Pro Brust“ können sich auch mehrere Fibroadenome bilden.


Diagnose: Es kommen hauptsächlich bildgebende Verfahren wie Ultraschall (Sonografie) der Brust und eine Mammografie zum Einsatz, bei Frauen unter 30 Jahren zuerst und vor allem die Sonografie, weil das Brustgewebe bei ihnen sehr dicht und die Mammografie daher weniger aussagekräftig ist. Sicherheitshalber wird eine Biopsie mit anschließender feingeweblicher Untersuchung angeschlossen.

Brustkrebsrisiko: Ein „einfaches“ Fibroadenom beeinflusst das Brustkrebsrisiko nicht zusätzlich. Damit ist gemeint, dass dieses Risiko nicht über den Durchschnittswert von vier bis fünf Prozent steigt, der für „brustgesunde“ Frauen ohne Risikofaktoren angesetzt wird (das durchschnittliche Risiko aller Frauen für Brustkrebs, das die Bandbreite von hohen bis null Risikofaktoren abbildet und sich auf eine durchschnittliche Lebenszeit von 85 Jahren bezieht, beträgt etwa 12 Prozent). Ein „komplexes“ Fibroadenom erhöht das Brustkrebsrisiko geringfügig – etwa um das Eineinhalb- bis Zweifache. Die Wahrscheinlichkeit, dass es im Laufe des Lebens tatsächlich zu Brustkrebs kommt (der nichts mit dem Fibroadenom selbst zu tun hat), ist jedoch niedrig.

Therapie: Die Behandlung wird gründlich abgewogen und individuell gestaltet. Regelmäßige Kontrollen können genügen, sofern der Arzt sich sicher ist, dass es sich um ein Fibroadenom handelt. Falls eine Frau sich aber an der Geschwulst stört oder sich wohler fühlt, wenn sie entfernt wird, so ist dies jederzeit möglich. Ein kleines Fibroadenom kann minimal invasiv entfernt werden. Das kann bereits mit der Stanzbiopsie erfolgt sein. Ansonsten kommt eine therapeutische Exzisionsbiopsie infrage. Das ist ein kurzer Eingriff in Narkose, bei dem der Knoten vollständig herausgenommen wird. In die Entscheidung des Für oder Wider fließen immer auch kosmetische Gesichtspunkte ein. Ein Fibroadenom kann die Brust verformen, sodass die Operation aus optischen Gründen erwünscht ist. Umgekehrt wird der Arzt darauf achten, dass bei einem Eingriff die Form der Brust bewahrt bleibt. Diese Frage kann sich beispielsweise stellen, wenn mehrere Geschwülste in der Brust vorhanden sind. Außerdem können Narben es später erschweren, das Brustgewebe zu beurteilen. Manchmal sprechen das feingewebliche Ergebnis, eine gewisse Größe der Geschwulst (über zwei Zentimeter) oder wenn sie rasch wächst, für die Entfernung – sicherheitshalber. Bei älteren Frauen kann in Erwartung der natürlichen Rückbildung des Fibroadenoms bei sicherer Diagnose auf eine Operation verzichtet werden. Wird nach Entfernung eines Fibroadenoms ein weiteres festgestellt, so ist dieses in der Regel neu entstanden.



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Dr. med. Claudia Osthoff / www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 25.04.2012
Bildnachweis: Stockbyte/RYF

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