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COPD: Verlängert Sport das Leben?

Bewegung ist eine wichtige therapeutische Maßnahme für COPD-Erkrankte. Eine Studie zeigt: Aktiv sein kann das Leben der Patienten verlängern


Das richtige Training hilft bei einer COPD, die Atemnot zu lindern und die Leistungsfähigkeit zu stärken

Sport und Bewegungen spielen beim Verlauf der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) offenbar eine wichtige Rolle. Das ist das Ergebnis einer Studie von Medizinern am Pneumologischen Forschungsinstitut in Großhansdorf, die in der Augustausgabe der Fachzeitschrift Chest veröffentlicht wurde. Zur COPD gehören die beiden Lungenerkrankungen chronische obstruktive Bronchitis und Lungenemphysem. Die Betroffenen leiden unter starkem Husten mit Auswurf, Atemnot und Herz-Kreislauf-Beschwerden. Rauchen ist ein Hauptrisikofaktor.

Die Forscher untersuchten über einen Zeitraum von vier Jahren bei 170 COPD-Erkrankten den Einfluss verschiedener Faktoren auf das Sterberisiko. Das Ergebnis: Je mehr die Patienten sich bewegten, desto wahrscheinlicher war es, dass sie am Ende der Untersuchung noch lebten. Körperliche Aktivität hatte dabei eine verlässlichere Aussagekraft als alle anderen Werte wie Lungenfunktion und Blutdruck. „Das zeigt, dass Bewegung die wichtigste Therapiemaßnahme bei einer COPD ist“, folgert der Pneumologe Professor Helgo Magnussen, der die Studie geleitet hat.


Professor Jürgen Behr ist bei der Beurteilung vorsichtiger. „Das Ergebnis ist sicher eine interessante Beobachtung“, erklärt der Direktor der Klinik für Pneumologie am Berufsgenossenschaftlichen Universitätskinikum Bergmannsheil in Bochum. „Es bestätigt, dass Bewegung und körperliche Aktivität bei COPD-Patienten günstig ist.“ Seiner Ansicht nach ist damit aber noch nicht bewiesen, dass sich Bewegung als therapeutische Maßnahme tatsächlich günstig auf das Überleben auswirkt. "Dass muss in gezielten Interventionsstudien geklärt werden“, sagt Behr.

Individuell passend dosierte körperliche Aktivität ist schon jetzt ein wesentliches Element zur Behandlung einer COPD. Die Lebensqualität der Betroffenen wird durch die Krankheit erheblich eingeschränkt. Zur Behandlung gehört neben medikamentösen und therapeutischen Maßnahmen wie Atemgymnastik auch ein Wandel des Lebensstils. Dieser beinhaltet einen Verzicht auf Rauchen, eine Ernährungsumstellung und körperliches Training, das der individuellen Leistungsfähigkeit angepasst ist.

„Am effektivsten ist die Kombination der verschiedenen Behandlungsmethoden“, stellt Magnussen fest. Auch das zeigen die Daten der Studie. Bewegung hat dabei aber offenbar einen größeren Einfluss als bisher bekannt.



Stephan Soutschek / www.apotheken-umschau.de; 29.08.2011, aktualisiert am 21.03.2012
Bildnachweis: Thinkstock/Comstock Images

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