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Bronchitis, chronische:
Therapie

Was der Arzt gegen die chronische Bronchitis verordnet und was Sie zusätzlich tun sollten


Ab Stufe 2 der chronischen Bronchitis nötig: Sprays, die die Bronchien erweitern

Eine frühe Therapie ist entscheidend, da die Erkrankung langsam in die Stadien 2 und 3 fortschreiten kann (siehe Kapitel Symptome). Die Lunge wird ab diesen Stadien unwiderruflich geschädigt, die Symptomatik nimmt zu.

Je nach Stadium besteht die Therapie im Meiden der Ursachen, im Beseitigen oder im Erleichtern der Symptome.

Beseitigen der Ursachen

Am wichtigsten ist es, auf das Rauchen zu verzichten und Schadstoffe zu meiden (siehe auch Kapitel Vorbeugen). Auch Infektherde – beispielsweise eine chronische  Nasennebenhöhlenentzündung – müssen beseitigt werden.


Medikamente

Die medikamentöse Therapie richtet sich vor allem nach dem Schweregrad (siehe Kapitel Symptome):

-Stufe 1, einfache chronische Bronchitis ("Raucherhusten"): Feuchtinhalationen mit in Wasser gelöstem Kochsalz (oder Emser-Salz) können die Symptome lindern.

-Stufe 2, obstruktive chronische Bronchitis: Bei geringem Schweregrad verschreibt der Arzt kurz-wirksame bronchialerweiterende Medikamente (Beta-Sympathikomimetika oder Anticholinergika); bei mittelschwerer und schwerer Bronchialverengung werden langwirkende Beta-Sympathomimetika oder/und Parasympatholytika, eventuell auch deren Kombination eingesetzt.

-Stufe 3, obstruktives Lungenemphysem: eventuell zusätzlich zur Therapie der Stufe 2 Theophillin; eventuell zusätzlich Kortison als Spray, Tablette oder per Infusion. Bei stark verminderten Sauerstoffwerten im Blut ist die Sauerstofflangzeitbehandlung (mindestens über 16 von 24 Stunden) angebracht.

In jedem Stadium:

  • Therapie bei akuter Verschlimmerung: Eine chronische Bronchitis kann mit akuten Verschlimmerungen (sogenannten Exazerbationen) einhergehen. Dann treten vermehrt Husten und (eitriger) Auswurf auf, die Atemnot verschlimmert sich. Nicht selten kommt es dabei zu Fieber. Häufig sind Bakterien (meist Heamophilus influenzae oder Pneumokokken) oder Viren die Ursache. Bakterien können sich in der vorgeschädigten Lunge besonders gut  ansiedeln. Hier muss meist mit Antibiotika behandelt werden; auch Kortison kommt zum Einsatz.
  • Inhalieren, Atemphysiotherapie: Unterstützend können Kochsalz-Inhalationen und Klopfmassagen helfen. Atemphysiotherapie ist sehr wichtig, um die Lungenfunktion zu erhalten. Hier kann die Ausatmung mit Lippenbremse erlernt werden: Der Betroffene übt, gegen den Widerstand der halb geschlossenen Lippen auszuatmen. Dadurch erhöht sich der Druck beim Ausatmen in den Bronchien, was ihr Zusammenfallen verhindert.
  • Ist die Atmung schon sehr eingeschränkt, kann eine Sauerstoff-Langzeitbehandlung nötig werden: Der Patient bekommt eine Sauerstoffnasensonde oder Nasenbrille.
  • Selbsthilfegruppen: Adressen bekommt man im Internet
  • Lungensportgruppe: Beim Lungensport kommt es darauf an, die körperliche Aktivität an die noch erhaltene Leistungsfähigkeit der Lunge anzupassen. Dazu eignen sich vor allem Ausdauerübungen (auf dem Fahrrad oder Laufband) bei niedriger Belastungsstufe. Der Arzt kontrolliert dabei die Pulsfrequenz und Sauerstoffsättigung im Blut. Liegt eine schwere Lungenerkrankung vor, kann das Körpertrainig auch auch unter Zufuhr von Sauerstoff über eine Nasensonde erfolgen. Dieses Training ist wichtig, um die körperliche Fitness und die restliche Lungenfunktion bestmöglich zu erhalten. Der Patient verbessert den Wirkungsgrad seiner Muskeln. Er lernt, welche Belastungen er sich im Alltag ohne nachteilige Folgen zumuten kann, was Ängste abbaut.
  • Heilungsschancen: Eine chronische Bronchitis kann sich im Stadium 1 völlig zurückbilden und ist damit grundsätzlich heilbar. Wichtig ist das Reduzieren der Schadstoffbelastung auf ein Minimum. Dazu gehört, dass betroffene das Rauchen aufgeben. Bei Rauchern bilden sich die Symptome dann meist innerhalb von vier bis 12 Wochen zurück, sofern Bronchien und Lunge nicht schon unwiderruflich geschädigt sind, wie ab Stadium 2.


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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 15.05.2012
Bildnachweis: Panthermedia/Katie Neudert

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