Was ist eine akute Bronchitis?
Die akute Bronchitis gehört zu den häufigsten Erkrankungen der Atemwege. Die Schleimhaut, die die Bronchien auskleidet, ist dabei entzündet. Bronchien sind die Fortsetzung der Luftröhre. Diese teilt sich am unteren Ende in zwei Hauptbronchien auf, die die eingeatmete Luft in die beiden Lungenflügel führen. Dort verzweigen sich die Bronchien immer feiner, bis sie in die Alveolen (Lungenbläschen) münden.
Bei jungen Menschen ist die akute Bronchitis meist als starker Husten im Rahmen einer "normalen" Erkältung innerhalb von zwei Wochen überstanden. Sie kann jedoch – insbesondere bei älteren Menschen oder bei einer vorbestehenden chronischen Erkrankung – länger anhalten und ernstzunehmende Folgen haben (siehe Kapitel Folgen).
Eine akute Bronchitis dauert in der Regel nicht länger als 14 Tage. Hält sich ein Husten hartnäckig, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Insbesondere bei heftigeren Symptomen wie Fieber, starkem Husten oder Atemnot ist umgehend der Arzt einzuschalten. Auch eine akute Bronchitis, die innerhalb von acht Wochen nicht abgeklungen ist, sollte vom Arzt weiter abgeklärt werden.
Besteht eine Bronchitis länger als drei Monate am Stück in zwei aufeinander folgenden Jahren, so spricht man von der chronischen Bronchitis. Da es bei letztgenannter zu schweren Folgeerkrankungen kommen kann, gehört auch ihre Therapie in ärztliche Hände.
Symptome: Wie äußert sich die akute Bronchitis?
Hauptsymptom ist heftiger Husten. Oft schmerzt dabei der Brustkorb. Die Bronchialschleimhaut bildet vermehrt Sekret, das als "Auswurf" abgehustet wird. Allgemeine Erkältungssymptome wie Mattheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Schnupfen oder Halsweh und eventuell Fieber können zusätzlich bestehen.
Welche Erkrankung kann noch hinter der Symptomatik stecken?
Der Arzt muss vor allem eine Lungenentzündung, (allergisches) Asthma und bei länger bestehender Symptomatik eine chronische Bronchitis und deren Folgen ausschließen.
Ursachen und Risikofaktoren: Wie kommt es zur akuten Bronchitis?
Die akute Bronchitis wird in 90 Prozent der Fälle von Viren hervorgerufen. Bakterien sind eine seltenere Ursache. Sie befallen vorwiegend die schon geschwächten Bronchien: Zum Beispiel können sie sich in einem durch eine chronische Bronchien- oder Lungenerkrankung geschädigten Gewebe besser vermehren. Auch als "bakterielle Superinfektion" können sie sich auf eine bestehende Virenbronchitis "aufpfropfen" und die Symptome verschlimmern.
Begüstigt wird eine akute Bronchitis durch Luftschadstoffe wie Reizgase, Staub und Tabakrauch. Nass-kalte Witterung schwächt die Immunabwehr, wodurch die Erreger sich leichter in Bronchien und Lunge ausbreiten.
Akute Bronchtis: Was passiert im Körper?
Die Entzündung der Schleimhaut stellt eine Abwehrreaktion des Körpers gegen angreifende Erreger wie Viren oder Bakterien dar: Die Bronchialschleimhaut wird vermehrt durchblutet, damit die Immunzellen und -faktoren des Blutes besser wirken können. Schleimhautzellen produzieren mehr Sekret, das durch Abhusten aus dem Körper transportiert wird.
Folgeerkrankungen: Kann die akute Bronchitis ernste Folgen haben?
Bei älteren Menschen oder bei einer chronischen Herz-, Lungen- oder Immunsystemerkrankung kann eine akute Bronchitis auch schwere Folgen haben: So fürht sie zu womöglich zu andauerndem Husten mit Auswurf, wird also möglicherweise chronisch (siehe chronische Bronchitis). Oder sie geht in eine Lungenentzündung (Pneumonie) über. Besteht eine schwere Grunderkrankung wie eine Herzschwäche, ein Asthma bronchiale oder eine COPD kann sich auch diese verschlimmern und sogar lebensbedrohlich werden.
Therapie: Was hilft gegen die akute Bronchitis?
Zur Linderung der Beschwerden kommen eventuell schleimlösende und hustenstillende Medikamente zum Einsatz. Bei einer bakteriellen Ursache müssen unter Umständen Antibiotika verabreicht werden. Es ist sehr wichtig, viel zu trinken: Mengen von 2,5 bis 3 Liter pro Tag – bei Fieber auch mehr – helfen, das Sekret zu verflüssigen. Bei vorbestehenden chronischen Herz- oder Nierenerkrankungen sollte die Trinkmenge von einem Arzt festgesetzt werden. Unterstützen können auch hustenlösende Kräuter-Tees und Inhalationen, zum Beispiel mit Kochsalzlösung. Achtung: Kinder unter sechs Jahren sollten nicht mit mentholhaltigen Extrakten inhalieren. Bestehen weder Herz-Kreislaufprobleme noch Fieber, können "Hausrezepte" wie warme feuchte Brustwickel und Schwitzkuren zur Linderung beitragen. Mehr Informationen erhalten Sie im Kapitel Therapie.
Prävention: Was Sie vorbeugend tun können
Es gilt, die Körper-Abwehr durch regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung sowie ausreichenden Schlaf zu stärken. Füße und Hände sollten immer warm gehalten werden.
Vor allem bei Rauchern treten Atemwegsinfekte gehäuft auf. Weil Rauchen auch die Gefahr von zahlreichen anderen schwerwiegenden Erkrankungen erhöht, sollte man eine Entwöhnung unbedingt anstreben – gegebenenfalls mit ärztlicher Unterstützung oder durch ein strukturiertes Raucher-Entwöhnungsprogramm.
Ältere Menschen ab dem 60. Lebensjahr und Personen mit einem geschwächten Immunsystem oder vorgeschädigten Atemwegen sollten sich einmal im Jahr gegen Grippe impfen lassen. Bei Vorbestehenden Erkrankungen der Atemwege oder gehäuften Infekten ist auch eine "Pneumokokken-Impfung" angebracht. Ob die Impfungen im individuellen Fall sinnvoll sind, weiß der behandelnde Arzt.
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13.09.2005, aktualisiert am 18.11.2011
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