Im Gespräch erkundigt sich der Arzt vor allem nach den genauen Beschwerden und nach Zeckenstichen in der Vergangenheit. Oft ergibt sich daraus bereits der Verdacht auf eine Lyme-Borreliose. Viele Patienten erinnern sich jedoch gar nicht an einen Zeckenstich. Er kann auch übersehen worden sein. Manche Symptome passen ebenso zu anderen Krankheiten.
Hinweise ergeben sich aus der genauen körperlichen Untersuchung. Charakteristisches, aber nicht immer vorhandenes Frühsymptom ist die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans, siehe Kapitel "Symptome"). Ist sie eindeutig zu erkennen, reicht das, um die Therapie zu beginnen.
Schwieriger wird die Sache bei untypischen Fällen. Blutuntersuchungen zeigen eventuell spezifische Antikörper gegen Borrelien. Allerdings bedeutet das nur, dass der Körper bereits Kontakt mit den Erregern gehabt hat. Antikörper gegen den Krankheitserreger haben viele Menschen im Blut, auch etliche, die nie an einer Borreliose erkrankt waren oder die Infektion bereits überstanden haben. Dass eine Borrelien-Infektion Ursache der aktuellen Beschwerden ist, beweist der Antikörpernachweis also noch nicht.
Umgekehrt schließt das Fehlen von spezifischen Antikörpern eine Lyme-Borreliose nicht unbedingt aus. Das gilt vor allem für die frühe Phase der Krankheit. Wie gut der Antikörper-Nachweis gelingt, hängt zudem vom verwendeten Testverfahren ab. Zusätzlich können andere Krankheitserreger das Ergebnis verfälschen, eine Borreliose anzeigen, wo gar keine ist.
Deuten die Beschwerden sehr stark auf eine Borreliose hin, dann wird der Arzt unabhängig vom Ergebnis der Blutuntersuchung eine Therapie beginnen.
Sind die Nerven betroffen, ist eine Untersuchung des Gehirnwassers sinnvoll, das durch einen kleinen Einstich in den Rückenmarkskanal (eine Lumbalpunktion) gewonnen wird. Dort finden sich Hinweise auf eine Entzündung und oft auch spezifische Antikörper. Sie können eventuell auch in der Gelenkflüssigkeit gefunden werden, wenn Gelenke Probleme bereiten. So lassen sich weitere Hinweise sammeln, die zur richtigen Diagnose führen.
Aufwändiger ist es, die Borrelien direkt im Körper nachzuweisen. Dazu wird in der Probe – beispielsweise in der Gehirnflüssigkeit – nach Teilen der Bakterien-Erbsubstanz gesucht. Aber auch hier gilt: Gelingt der Nachweis nicht, kann trotzdem eine Borreliose vorliegen.
Manche Firmen bieten an, eingesandte tote Zecken auf Borrelien-Erbsubstanz zu überprüfen. Experten raten von solchen Angeboten jedoch eher ab. Dass in einer Zecke Erreger enthalten sind, heißt noch nicht, dass eine Infektion stattgefunden haben muss. Insofern hilft die Information bei der Diagnose nicht unbedingt weiter. Die Untersuchung wird nicht von den Krankenkassen bezahlt.
www.apotheken-umschau.de / Dr. Bößenecker;
13.09.2005, aktualisiert am 23.11.2011
Bildnachweis: Banana Stock/RYF
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