Infektionsgefahr besteht weltweit und in allen Regionen Deutschlands. In der Mitte und im Süden des Landes sind etwas mehr Zecken infiziert als im Norden. Im Mittel trägt hierzulande etwa jede fünfte Zecke Borrelien in sich. In der "Zeckensaison" von März bis Oktober ist die Ansteckungsgefahr am größten. Doch auch im Herbst und sogar im Winter kommen Zeckenstiche vor, ist deshalb eine Übertragung möglich. Mehr dazu im Kapitel "Ursachen und Risikofaktoren".
Die Lyme-Borreliose kann sehr unterschiedliche Symptome verursachen. An der Stelle des Zeckenstichs kann sich nach Tagen bis Wochen eine charakteristische ringförmige Rötung ausbilden, deren Durchmesser anwächst (Wanderröte, Erythema migrans). Im weiteren Verlauf kommt es manchmal zu Nervenschmerzen, Lähmungen, Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten aber auch Rückenmark und peripheren Nerven. Diese Neuroborreliose kann also alle Anteile des zentralen und peripheren Nervensystems befallen. Auch Gelenkbeschwerden (Lyme-Arthritis) oder bestimmte Hautveränderungen treten auf. Die Symptome variieren jedoch. Mehr dazu im Kapitel "Symptome".
Die Therapie der Borreliose sollte möglichst frühzeitig erfolgen. Der Arzt verschreibt in der Regel Antibiotika. Die Krankheit ist nur in Berlin und den neuen Bundesländern meldepflichtig. Schätzungen zufolge erkranken in Deutschland jährlich rund 50.000 bis 100.000 Personen.
Gegen Lyme-Borreliose gibt es keine Impfung. Maßnahmen zum Schutz vor Zeckenstichen sind deshalb besonders wichtig. So lässt sich gleichzeitig auch anderen Krankheiten vorbeugen, die von Zecken übertragen werden – beispielsweise der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Namensgeber für die Lyme-Borreliose ist der Ort Lyme im US-Bundesstaat Connecticut. Dort wurde die Krankheit im Jahre 1976 beschrieben.